Nachhaltiges Bauen aus Verbrauchersicht / Gesamter Lebenszyklus rückt in den Mittelpunkt / Bau- und Kaufentscheidung nach Kriterien der Nachhaltigkeit / Qualitätsniveau und energetische Effizienz des Hauses exakt definieren / Investitions- und Folgekosten gleichermaßen beachten / Flexible Anpassung an die Lebensplanung von Anbeginn einbeziehen / Unabhängige Beratung sichert nachhaltigen Standard
(Berlin) - Wer heute baut, modernisiert oder eine Bestandsimmobilie erwirbt, hat zunehmend auch Nachhaltigkeit im Blick. 77 Prozent aller Eigentümer - das ergab eine im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. durchgeführte Meinungsumfrage - sehen als einen wesentlichen Modernisierungsschwerpunkt die Einsparung von Energiekosten, gefolgt zu 46 Prozent von Maßnahmen zur Energiereduzierung im Hinblick auf Klimaschutz. Dadurch zu erzielende Wertsteigerung des Gebäudes ist einem guten Drittel der Eigentümer wichtig.
Nachhaltigkeit aus Verbrauchersicht umfasst allerdings nach Erkenntnissen der Verbraucherschutzorganisation BSB noch weitaus mehr Faktoren, auf die Bauherren achten sollten. Eine generelle Orientierung bieten die vom Bundesbauministerium entwickelten Nachhaltigkeitskriterien.
Wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte von Anbeginn planen
Das Ziel, natürliche Ressourcen in das Bau- und Energiekonzept des Hauses einzubeziehen, komfortabel zu wohnen und dabei die eigene Gesundheit und die Umwelt zu schützen sowie finanzielle Mittel effizient einzusetzen, muss bereits in der Planung des Gebäudes mit der Integration wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Aspekte verankert werden. Die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes von der Errichtung über Nutzung, Modernisierung bis zum Rückbau rückt in den Mittelpunkt. Verbraucher können diesen Prozess durch Bau-, Kauf- und Modernisierungsentscheidungen aktiv beeinflussen.
Auswahl nach Kriterien der Nachhaltigkeit
Schon die Angebotsauswahl sollte auf Kriterien der Nachhaltigkeit gegründet sein. Damit Verbraucher die Auswirkungen ihres geplanten Bauvorhabens auf die globale Umwelt einschätzen können, sollte bei Hausangeboten auf energieeffiziente Baustoffe und Systeme geachtet und entsprechende Fachfirmen gewählt werden. Zu prüfen ist, welche energieeffizienten und ressourcenschonenden Baustoffe und -systeme für das konkrete Hausprojekt verwendet werden können. Orientierungspunkte zur Einschätzung gesundheitlicher Auswirkungen verschiedener Baustoffe hält der vom BSB herausgegebene Schadstoffratgeber mit Verwendungsarten der Stoffe und ihrer Gefahrengruppen bereit.
Qualitäts- und Behaglichkeitsniveau exakt definieren
"Verbraucher müssen bei Angeboten potenzieller Baupartner beurteilen können, ob der angebotene Standard ihren Bedürfnissen nach Klimaschutz und Reduzierung der Energiekosten gerecht wird", erklärt Bauherrenberater Stefan Würzner. "Deshalb müssen Hausangebote wesentliche Daten zur Dämmung, zur Dichtheit der Gebäudehülle und konkrete Informationen zur Haustechnik enthalten."
Ein modernes, fachgerecht gebautes Einfamilienhaus sei hochwertig gedämmt, luftdicht hergestellt, besitze zum thermischen Komfort eine Lüftungsanlage unter Einbeziehung sommerlichen Wärmeschutzes und solarer Gewinne, beschreibt der auf ökologisches Bauen spezialisierte Architekt Würzner anzustrebendes Qualitäts- und Behaglichkeitsniveau für private Bauherren.
Damit dieses Ziel erreicht wird, bietet der BSB Verbrauchern am Bau die baubegleitende Qualitätskontrolle durch unabhängige Bauherrenberater an.
Zukünftige Auswirkungen von vornherein einbeziehen
Für eine nachhaltige Betrachtungsweise reicht es heute nicht mehr, nur die Investitionskosten ins Kalkül zu ziehen. Die vom Verbraucher monatlich aufzubringenden Finanzierungskosten müssen in Relation zu den über die Jahre auftretenden Folgekosten für Nutzung und Instandhaltung gesetzt werden. "Hier ist Weitsicht gefragt", meint Würzner. "Auch flexible Anpassungen des Wohngebäudes an die Lebensplanung sollten von vornherein einbezogen werden."
Um dem Wandel von Nutzungsanforderungen gerecht zu werden, sollte das Haus barrierefrei konzipiert werden. "Bereits bei der Planung ist zu berücksichtigen, dass Wände eingezogen oder entfernt werden können, Flächenreserven ausbaufähig sind. Statische Konstruktion, haustechnische Anschlüsse etc. müssen darauf ausgelegt sein."
Detaillierte Prüfung und vernetztes Vorgehen unerlässlich
Alle wesentlichen Eigenschaften eines zu bauenden oder zu modernisierenden Hauses müssen in der Bau- und Leistungsbeschreibung bis ins Detail definiert sein. Um sie zudem in ihren künftigen Wirkungen abzuschätzen, muss ein vernetztes Vorgehen von Architekten und Planern entwickelt werden. "Nachträgliche Änderungen von Bauverträgen sind nur unter großem Aufwand und mit zusätzlichen Kosten möglich", macht Würzner auf eine Hürde für private Bauherren aufmerksam. Deshalb sind vorgelagerte Prüfungen des Vertragswerkes auf Vollständigkeit, Plausibilität, Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Baumaßnahmen unbedingt notwendig. Der BSB bietet für seine Mitglieder die technische Vertragsprüfung über sein bundesweites Netz mit Bauherrenberatern und die juristische Beratung durch Vertrauensanwälte an. Ein völlig neues Beratungsangebot der Verbraucherschutzorganisation zielt auf barrierefreies Planen und Bauen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bauherren-Schutzbund e.V.
Pressestelle
Kleine Alexanderstr. 9/10, 10178 Berlin
Telefon: (030) 3128001, Telefax: (030) 31507211
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