Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik nötig
(Berlin) - Für den vfa ist eine Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik unumgänglich. Deutschland will seinen Pharma- und Biotechnologiestandort stärken. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz weist jedoch in die entgegengesetzte Richtung.
„Mit kleinteiligen Reparaturen kommen wir jetzt nicht mehr weiter“, sagt vfa-Präsident Han Steutel vor der morgigen Sitzung des Pharmadialogs. „Wer Deutschland als Pharma- und Biotechnologiestandort stärken will, kann nicht gleichzeitig die Bedingungen für Innovation verschlechtern. Jetzt braucht es eine Neuausrichtung der Arzneimittelpolitik.“
Die Maßnahmen des Beitragssatzstabilisierungsgesetzes müssen deshalb rückabgewickelt werden. Zusätzliche Abschläge, Rabattverträge und Preis-Mengen-Regeln überlagern die evidenzbasierte Preisverhandlung. Der Nutzen einer neuen Therapie sollte wieder Ausgangspunkt der Preisfindung sein.
Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugt die US-Preispolitik. Wenn deutsche Erstattungspreise künftig stärker auf den US-Markt ausstrahlen, verändert das die Bedingungen für weltweite Markteinführungen und Investitionsentscheidungen. Für Deutschland steigt damit das Risiko, dass neue Arzneimittel später oder gar nicht mehr hier verfügbar sind. Umso wichtiger ist eine rasche Verständigung mit den USA.
„Die Erwartungen an die Bundesregierung sind hoch“, so Steutel. „Es reicht nicht, nur an der Feinmechanik der Nutzenbewertung zu drehen, wenn die Grundrichtung nicht stimmt. Entscheidend ist, ob aus dem Pharmadialog eine schlüssige Arzneimittelpolitik entsteht, die Versorgung, Innovation und Standort zusammen denkt.“
Hintergrund zum Pharmadialog:
Die Bundesregierung hat den Pharma- und Medizintechnikdialog im November 2025 gestartet. In sechs Arbeitsgruppen erarbeiten Vertreterinnen und Vertreter unter anderem aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft, Selbstverwaltung und Patientenvertretungen Handlungsempfehlungen zu Fragen von Versorgung, Forschung und Standortbedingungen. Eine der Arbeitsgruppen befasst sich mit der Nutzenbewertung neuer Arzneimittel und damit mit zentralen Fragen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG). Die Ergebnisse sollen in die Pharma- und Medizintechnikstrategie der Bundesregierung einfließen, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 finalisiert werden soll.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Jochen Stemmler, Pressesprecher(in) Politik, Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040
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