Pressemitteilung |

Schindler: Ganz, ganz schlechtes Zeugnis für Agrarwende

(Mainz) - "Der Agrarbericht ist ein ganz, ganz schlechtes Zeugnis für die Agrarpolitik von Renate Künast", so der Kommentar von Norbert Schindler, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, zu dem letzte Woche in Berlin vorgestellten Agrarbericht 2003 der Bundesregierung. Dies bestätigten nicht nur die starken Gewinnrückgänge der landwirtschaftlichen Unternehmen von bundesweit 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. in Rheinland-Pfalz von rund 27 Prozent.

Auch die traurige Prognose für das Wirtschaftsjahr 2002/03 mit einem durchschnittlichen bundesweiten Gewinnminus von 15 bis 20 Prozent könne bei weitem nicht allein auf die schlechten Schweine- bzw. Fassweinpreise zurückgeführt werden. Leider hätten auch die Ökobetriebe von der Agrarwende nicht profitieren können. Gegenüber konventionell wirtschaf-tenden Betrieben lag der Gewinn je Hektar bei den ökologischen Betrieben nur bei zwei Dritteln. Auch die Umsatz- und Kapitalrentabilitäten hätten sich bei den Ökobetrieben erheblich schlechter entwickelt.

"Nicht nur der Markt bekämpft die Bauern. Die politischen Rahmenbedingungen tragen genauso zu der schlechten Entwicklung bei", kritisiert Schindler. Die Auswirkungen der deut-schen Agrar- und Steuerpolitik in den vergangenen Jahren schnüre den Bauern die Luft ab. Auch derzeit werde von der Bundesregierung nicht ausreichend gegen die Brüsseler Reformvorschläge gekämpft. Die Agrarminister der meisten übrigen Mitgliedsstaaten hätten längst erkannt, welche fatalen Auswirkungen die Vorschläge von EU-Agrarkommissar Franz Fisch-ler auf die Landwirte hätten.

Die Investitionsbereitschaft tendiere bereits jetzt gegen Null. Die große Verunsicherung durch die nicht endende ideologische Beliebigkeit, welche in der Agrarpolitik zur Gewohnheit geworden sei, verdüstere jedem landwirtschaftlichen Unternehmer die Zukunft. Und das habe nicht nur für diesen Sektor fatale Folgen, so Schindler.

"Die Politik muss endlich wieder aktiv Wirtschaft gestalten und keine bunten Phantasien malen", fordert der BWV-Präsident. Da Rheinland-Pfalz das Schlusslicht in der negativen Entwicklung bildet, muss hier als erstes die Schüppe in die Hand genommen werden. Die politischen Holpersteine müssen aus dem Weg geräumt werden. Wir brauchen endlich wieder eine befahrbare Straße, die uns sichere und planbare Rahmenbedingungen bietet, mit denen wir uns dem Wettbewerbsrennen stellen können.

Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. An der Brunnenstube 33-35 55120 Mainz Telefon: 06131/62050 Telefax: 06131/620544

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