Pressemitteilung |

Stärkung der Sicherheit in Europa

(Brüssel/Berlin) - Die EU-Kommission plant ein umfangreiches Sicherheitsforschungsprogramm zur Stärkung der Sicherheit der europäischen Bürger. Der jüngste Tsunami in Asien und eine Reihe von Terroranschlägen in den letzten Jahren haben die Notwendigkeit schnellen und organisierten Handelns in Krisensituationen deutlich gemacht. Aktuelle Erfahrungen in Krisensituationen legen nahe, dass Technologie Leben retten und die Sicherheit wiederherstellen kann. Zur Stärkung der Sicherheit wurde eine vorbereitende Maßnahme mit mehreren Projekten in die Wege geleitet. Eines der Projekte befasst sich mit der Verbesserung der Technologie für die Überwachung der Sicherheit in größeren Menschenansammlungen, etwa in Sportstadien oder U-Bahn-Stationen, die potenzielle Ziele für Terroranschläge darstellen. Dabei sollen verschiedene Sensoren eingesetzt werden, um verdächtige Verhaltensmuster zu erkennen. Andere Projekte werden aus der zweiten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen hervorgehen, die heute veröffentlicht wird.

Günter Verheugen, Vizepräsident der Kommission, stellt dazu fest: „Die vorbereitende Maßnahme ist ein wichtiger Schritt hin zu einem umfassenden europäischen Sicherheitsforschungsprogramm, das die Grundlage für die gesamte sicherheitsbezogene Forschung zur Unterstützung der EU-Politik bilden wird. Die Ziele der Sicherheitsforschung sind eindeutig: die Sicherheit der europäischen Bürger stärken und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit in den sicherheitsrelevanten Industriezweigen steigern.”

Das geplante europäische Sicherheitsforschungsprogramm wird im Dienst verschiedener EU-Politikbereiche stehen, z. B. der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und der Politik in den Bereichen Freiheit, Sicherheit und Recht (Haager Programm). Die Finanzierung des neuen Programms durch die Gemeinschaft soll im Zeitraum 2007-2013 beträchtlich wachsen.

Gegenstand der zweiten im Rahmen der vorbereitenden Maßnahme ergehenden Aufforderung, ausgestattet mit einem Budget von 15 Mio. Euro, ist die Entwicklung und Einführung von Technologielösungen für Sicherheitsprobleme in fünf Zielbereichen:

- Situationsbewusstsein, z. B. Erkennung und Einschätzung von Bedrohungen der Land- und Seegrenzen sowie der Werte von globalem Interesse,
- Schutz von vernetzten Systemen wie Kommunikations-, Versorgungs- und Transportsystemen vor elektronischen oder physikalischen Gefahren,
- Schutz vor Terrorismus, darunter vor Bioterrorismus und gefährlichen Stoffen; Erkennung, Verhütung, Identifizierung und Neutralisierung von Gefahren,
- Krisenmanagement, u.a. Verhütung, Einsatzbereitschaft und Wiederaufbau im Falle einer vom Menschen verursachten oder einer natürlichen Katastrophe (wie eines Tsunami),
- Interoperabilität von Kontroll- und Kommunikationssystemen, darunter Standardisierung von Geräten und Verfahren.

Das geplante europäische Sicherheitsforschungsprogramm soll 2007 als Kernbestandteil des 7. Forschungsrahmenprogramms anlaufen. Zur Vorbereitung dieses Programms gehört darüber hinaus die Einsetzung eines Beratungsgremiums, das der Kommission bei der Erarbeitung einer langfristigen Vision und einer strategischen Agenda für die weitere Sicherheitsforschung zur Seite stehen soll. Die erste Zusammenkunft dieses Gremiums ist für April 2005 vorgesehen.

Quelle und Kontaktadresse:
Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland Unter den Linden 78, 10117 Berlin Telefon: 030/2280-2000, Telefax: 030/2280-2222

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