Süßwarenindustrie bündelt Engagement für nachhaltigen Kakaoanbau / BDSI ist Mitbegründer des "Forums Nachhaltiger Kakao"
(Bonn) - Das heute gemeinsam von der Bundesregierung, dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI), dem Lebensmitteleinzelhandel und der Zivilgesellschaft ins Leben gerufene "Forum Nachhaltiger Kakao" stellt einen Meilenstein dar. Die Initiativpartner wollen sich gemeinsam für die Förderung nachhaltig erzeugten Kakaos einsetzen. Der BDSI hat das "Forum Nachhaltiger Kakao" initiiert und gehört zu seinen Mitbegründern. Mit einer Vielzahl von Projekten fördert die Süßwarenbranche bereits seit vielen Jahren den nachhaltigen Anbau von Rohkakao, um die Lebens- und Arbeitssituation der Bauern und deren Einkommen zu verbessern.
"Die deutsche Süßwarenindustrie nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst. Wir sehen uns in einer Mitverantwortung für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Kakaobauern und wollen zugleich die Produktion von nachhaltig erzeugtem Kakao deutlich erhöhen", erläutert Dr. Dietmar Kendziur, Vorsitzender des BDSI. "Um diese Ziele erreichen zu können, müssen alle, die an der Herstellung und Vermarktung von Kakao beteiligt sind, die Kräfte bündeln. Für den BDSI ist dabei besonders wichtig, dass das "Forum Nachhaltiger Kakao" auch kleinen und mittelständischen Unternehmen der Süßwarenindustrie die Möglichkeit bietet, sich durch Mitarbeit für einen nachhaltigen Kakaoanbau zu engagieren."
Die deutsche Süßwarenindustrie möchte ein deutliches Zeichen setzen und den Weg hin zu einer nachhaltigen Kakaoproduktion mit gestalten. Neben der aktiven Mitwirkung im "Forum Nachhaltiger Kakao" hat der BDSI seinen Mitgliedern im März 2012 in seiner Nachhaltigkeitserklärung empfohlen, den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos in den in Deutschland verkauften Süßwaren in den kommenden Jahren signifikant zu erhöhen. Die Zielvorstellung der Nachhaltigkeitserklärung des BDSI ist ehrgeizig. Für die Gesamtbranche soll im Jahr 2020 ein Anteil von 50 Prozent nachhaltig erzeugten Kakaos in den in Deutschland verkauften Süßwaren erreicht werden, bis 2025 eine weitere Erhöhung auf 70 Prozent.
Diese ambitionierte Empfehlung ist von bester Absicht der deutschen Süßwarenhersteller getragen, kann aber nur durch das Zusammenwirken aller an der Wertschöpfungskette Beteiligten gemeinsam mit der Politik erreicht und nicht von den Herstellern allein gewährleistet werden. Zu diesen Akteuren zählen die Regierungen der Anbauländer, die deutsche Bundesregierung, der Kakaohandel, die Süßwarenindustrie, der Lebensmitteleinzelhandel, die Standard setzenden Zertifizierungsorganisationen, die Verbraucher und nicht zuletzt auch die Nichtregierungsorganisationen. Letztlich kann die deutsche Initiative nur gelingen, wenn die Politik und alle Akteure auf allen Stufen zusammenarbeiten und ihre spezifische Verantwortung dauerhaft wahrnehmen.
Zum Hintergrund: Kakao ist der "Grundstoff" für Schokolade. Über 5 Mio. Bauern weltweit haben im vergangenen Jahr über 4 Mio. Tonnen Rohkakao erzeugt. Über 10 Prozent der Weltkakaoernte werden allein in Deutschland verarbeitet. Kakao ist Bestandteil von zahlreichen Produkten auf dem Süßwarenmarkt (Schokolade, Gebäck, Zuckerwaren und Eis). Kakao wird in der Regel von Kleinbauern neben anderen Nutzpflanzen auf meist 2-7 Hektar angebaut, ist aber häufig Haupteinnahmequelle. Die Mehrzahl der Kakaobauern ernährt oft 5-8-köpfige Familien. Die Herausforderungen beim Kakaoanbau vor Ort sind vielfältig. Sie reichen von überalterten Baumbeständen, fehlenden Kenntnissen über professionelle Anbaumethoden, schlechter Infrastruktur, mangelhaftem Bildungs- und Finanzwesen, teils missbräuchlicher Kinderarbeit bis hin zu politischer Instabilität in den Kakaoanbauregionen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI)
Dr. Torben Erbrath, Geschäftsführer, Pressesprecher(in)
Schumannstr. 4-6, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 26007-0, Telefax: (0228) 26007-89
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