Pressemitteilung |

Treibhausgas-Emissionen nehmen weltweit zu - keine Umkehr in Sicht

(Berlin) - Sechs Jahre nach der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls im Dezember 1997 sind die meisten Länder der internationalen Staatengemeinschaft noch weit von den damals verabredeten Klimaschutzzielen entfernt, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 39/2003. Die Emissionen von Kohlendioxid (CO2), des mit großem Abstand wichtigsten Treibhausgases, dürften weltweit nach vorläufigen Schätzungen im Jahr 2002 um beinahe 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sein. Mit über 9 Prozent haben sie besonders kräftig in den Entwicklungsländern zugenommen. Insgesamt dürften die CO2-Emissionen im Jahr 2002 um annähernd ein Fünftel höher gewesen sein als 1990.

Die EU hat mit der Verabschiedung einer Richtlinie zum Emissionshandel ihre Vorreiterrolle bei der Umsetzung des Kyoto-Protokolls bestärkt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, einen verbindlichen Allokationsplan zur Verwirklichung der im Rahmen des europäischen “burden sharings“ übernommenen Reduktionsziele vorzulegen. Angesichts des in den meisten EU-Mitgliedstaaten nach wie vor sehr weiten Abstandes des derzeitigen Emissionsniveaus von den verabredeten Zielen bestehen allerdings Zweifel an der Zielerfüllung.

Deutschland wird sein ursprüngliches nationales Ziel, die CO2-Emissionen schon bis zum Jahr 2005 um ein Viertel gegenüber 1990 zu senken, nicht mehr erreichen können. Die Verpflichtung Deutschlands im Rahmen des europäischen “burden sharing“, die gesamten Treibhausgas-Emissionen bis 2008/2012 um 21 Prozent zu vermindern, ist im Vergleich hierzu weitaus weniger anspruchsvoll. Hier bestehen bei einer konsequenten Fortsetzung der Klimaschutzpolitik gute Chancen zur Zielerfüllung. Zumindest langfristig wird aber – auch in Deutschland – eine stärkere Reduktion der Treibhausgas-Emissionen notwendig sein. Das erfordert eine entschiedene Ausrichtung der Energie- und Umweltpolitik auf die Verbesserung der Energieproduktivität, einen vermehrten Einsatz emissionsärmerer Energieträger und eine weitaus stärkere Nutzung erneuerbarer Energiequellen.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung - DIW Berlin Tel. 030-897 89-249 mobil 0174-31 9 31 31

()

NEWS TEILEN: