Fachinformationen
für die Veranstaltungsplanung

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Fachinformationen für die Veranstaltungsplanung

Trend Nachhaltigkeit: Kongressbranche setzt verstärkt auf Green Meetings

3,5 Kilogramm Restmüll und 5,5 Kilogramm Papiermüll: Das hinterlässt ein Tagungsgast pro Tag im Durchschnitt, so eine Erhebung des Austrian Convention Bureaus (ACB). Bei einem Green Meeting können, so das ACB, rund 30 Prozent des Restmülls und 55 Prozent des Papiermülls eingespart werden. Dieses Dienstes an der Umwelt werden sich mehr und mehr Tagungsveranstalter bewusst. In der Folge bieten Convention Bureaus und Location-Betreiber immer neue Möglichkeiten, um die verstärkte Nachfrage nach umweltbewussten Events zu bedienen.

(C) Verbändereport Ausgabe 2, April/Mai 2021

 

Stuttgart Panorama © Werner Dieterich

 

In der Region Stuttgart spielt Nachhaltigkeit schon lange eine Rolle: Bereits 2012 hat sich das Convention Bureau der Region Stuttgart dieses Themas angenommen. Seither hat das Engagement der ortsansässigen Tagungs- und Eventlocations an der Umsetzung nachhaltiger und klimafreundlicher Maßnahmen kontinuierlich zugenommen.  Vorgaben der Nachhaltigkeitsverpflichtungen von Initiativen wie Green Globe, WIN Charta, Fairpflichtet oder green certified hotel erfüllen viele Betriebe. Die Zusammenarbeit trug bereits früh Früchte: 2014 wurde die Region nach einer zweijährigen Testphase im Rahmen eines Nachhaltigkeits-Checks des Landes Baden-Württemberg offiziell als nachhaltiges Reiseziel zertifiziert.
Veranstaltern erleichtert das Region Stuttgart Convention Bureau die Suche nach Einrichtungen, die nachhaltige Kriterien erfüllen: Im Online Meeting Guide, den das Convention Bureau auf der Website www.congress-stuttgart.de bereitstellt, kann gezielt nach nachhaltigen Locations durch Aktivieren der eigens aufgeführten Kategorie Green Policy gesucht werden. Das Team bietet außerdem vielfältige Services von Beratung, einem inkludierten ÖPNV-Ticket bei Hotelbuchung über das Convention Bureau bis zum Veranstaltungsticket der Deutschen Bahn für Verbände, um so eine klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen.
Auch für Events in Zeiten von Corona sieht sich die Region Stuttgart gut gerüstet für den Veranstaltungsbetrieb, sobald er wieder erlaubt ist. In den Meeting Guide werden nach und nach auch die aktuellen Hygiene- und Sicherheitskonzepte integriert. Auch kann nach digitalen und hybriden Studios gezielt gesucht werden – viele Kongresshäuser und Tagungshotels bieten Lösungen für mehr Planungssicherheit an. Bereits im vergangenen Jahr konnten Erfahrungen mit der Umsetzung digitaler und hybrider Formate gesammelt werden, beispielsweise bei der Locations Messe Region Stuttgart.

Messe Stuttgart ist klimaneutral

Zukunftsweisend mit ihrem Engagement in Sachen Nachhaltigkeit ist die Messe Stuttgart bereits seit Eröffnung des neuen Messegeländes im Jahr 2007. Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta im Jahr 2015 bekennt sich das Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften und zur Einhaltung der zwölf Leitsätze der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit des Landes Baden-Württemberg (WIN). Die Nachhaltigkeitsberichte informieren transparent über ihre vielfältigen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Seit 2020 ist die Messe Stuttgart als klimaneutraler Messestandort zertifiziert. Neben dem konsequenten Einsatz von CO2-neutralem Strom werden nun unvermeidbare CO2-Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen. Das Siegel als „klimaneutraler Messestandort“ stammt von der ClimatePartner GmbH aus München.

Liederhalle umfassend saniert

Nach einer rund 18-monatigen Bau- und Schließungsphase mit umfangreichen   Sanierungsmaßnahmen erstrahlt der Kongressbereich des Kultur- und Kongresszentrums Liederhalle in neuem Glanz. Geschäftsführer Martin Rau: „Die Generalsanierung war nach knapp 30 Jahren intensiver Nutzung unabdingbar geworden. Jetzt verfügen wir über moderne Räumlichkeiten, die den Ansprüchen und Erwartungen unserer Veranstalter und Kunden entsprechen.“ Schwerpunkte der Investition waren vor allem die technischen Gebäudeleitsysteme, die Netzwerktechnik sowie die Bühnen- und Veranstaltungstechnik.  Das Haus ist nun gut für die Zukunft und neue Anforderungen der Kunden auch im Bereich hybride Veranstaltungen aufgestellt.
Für die Beleuchtung wurden rund 4.500 neue LED-Leuchten eingebaut. Das bedeutet nicht nur eine deutliche Energieeinsparung, sondern durch die Langlebigkeit der Leuchten weniger Wartungskosten. Ein weiterer Vorteil der Sanierung für Pandemiezeiten: Hinter den Kulissen entstand mehr Raum für Kunden und Veranstalter. So wurde der Backstage-Bereich im Hegel-Saal deutlich vergrößert. Das Foyer im Hegelbereich erhielt ein modernes Design.

Parkhotel Stuttgart Messe-Airport

Das Parkhotel Stuttgart Messe-Airport hat ein eigenes ökologisches Konzept entwickelt, das Klimakomfort bei niedrigem Energieeinsatz ermöglicht. So liegt der Energieverbrauch des Hauses um rund 50 Prozent unter den Anforderungen der neuesten Wärmeschutzverordnung. Möglich wird dies durch die Nutzung von Erdwärme für Heizung und Kühlung, Sonnenenergie für Brauchwasser-Erwärmung und Photovoltaik zur Stromerzeugung. Abgerundet wird das System durch eine höhere Isolation der Gebäudehülle und dreifach verglaste Fenster.
Die Einrichtung besteht bevorzugt aus Naturmaterialien. Mit dem innovativen und vielseitigen ökologischen Konzept wurde das Haus 2011 mit dem TOP Hotel Opening Award in der Kategorie Business prämiert. Seit 2012 ist das Parkhotel Stuttgart außerdem ein zertifiziertes Green Hotel und wurde 2018 von Hotel.de mit dem Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet. Das Hotel bietet neben 220 Zimmern einen großzügigen Tagungsbereich mit 19 tageslichthellen Veranstaltungsräumen. Der Panoramasaal mit Terrasse im Dachgeschoss bietet inspirierenden Weitblick.

Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen

Auch die Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen hat sich nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahnen geschrieben. Bereits im Jahr 2012 hat sich die Kongresshalle durch das internationale Umweltmanagementsystem Green Globe zertifiziert. Seit 2018 ist sie Mitglied der regionalen WIN Charta. Mit dem Beitritt zur WIN Charta verpflichtet sich die FILDERHALLE zur unternehmerischen Verantwortung für Nachhaltigkeit – in den eigenen Prozessen ebenso wie bei der Durchführung von Veranstaltungen.
Hybride Events stehen bei der Filderhalle bereits seit 2014 auf dem Programm. Mit zehn GB Glasfaser-Internetanbindung, eigener Kamera- und Livestream-Technik sowie einem erfahrenen Technikteam kann die Location auch unter Corona-Bedingungen Tagungen und Events als Alternative zu einer Absage ermöglichen. Das Team holt in Abstimmung mit dem städtischen Gesundheitsamt erforderliche Genehmigungen für hybride Events ein.
Vielfalt im Bürgerzentrum Waiblingen
Inmitten des idyllischen Landschaftsparks Talaue, eines Naherholungsgebiets im Herzen der Stadt Waiblingen, liegt das Bürgerzentrum Waiblingen. Die Location in zentraler Lage ist gut erreichbar und bietet flexible Möglichkeiten für Verbandsveranstaltungen. Hinter Namen wie Büze Campus, Büze Aktiv, Büze Kreativ oder Büze Events verbergen sich beispielsweise Gruppenarbeitsplätze im Grünen, Teambuilding-Aktivitäten wie Rudern auf der Rems, künstlerische Angebote zur Förderung der Kreativität oder auch der Besuch von Special Locations für das Begleitprogramm. Alle Programme werden vom Bürgerzentrum aus einer Hand und rund um die Location angeboten. Soziale und ökologische Nachhaltigkeit bilden den Schwerpunkt des Managements.

Stadthalle Reutlingen verbindet ökologische und ökonomische Vorteile

Die Betreiber der Stadthalle Reutlingen haben die Vorteile des Klimaschutzes erkannt. Ein konsequent sparsamer, energieeffizienter und umsichtiger Hallenbetrieb lohnt sich nach Ansicht der Betreiber nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten, sondern auch längerfristig, wenn Veranstalter dadurch guten Gewissens große Events planen. Ein Praxisbeispiel für die Durchführung einer klimaneutralen Veranstaltung verdeutlicht die Leistungen der Stadthalle: Durch einen hohen Digitalisierungsgrad wird weitgehend auf Papier verzichtet. Die hauseigene 10-GB-Glasfaserleitung sorgt für Highspeed-Online-Conferencing sowie eine Vernetzung der Konferenzräume. Eine kostenfreie Nutzung der hauseigenen E-Tankstelle in der Tiefgarage der Stadthalle Reutlingen motiviert darüber hinaus zur E-Mobilität. Geschäftsführerin Petra Roser sieht sich durch positive Resonanz bestätigt: „Es wirkt: bei den Zahlen, bei der Zufriedenheit – und für die Zukunftsfähigkeit der Eventbranche.“  
Auch bei der Sicherheit in Coronazeiten ist die Stadthalle Reutlingen gut ausgestattet. Mit leistungsstarken Lüftungsanlagen und Klimatisierung im gesamten Haus werden gesundheitsgefährdende Aerosole bekämpft. Besonders die Quelllüftung im Großen Saal sorgt für permanenten Luftaustausch, wobei die verbrauchte Luft nach oben abgeleitet und gefilterte Frischluft von außen zugeführt wird. Ein Corona-Schnelltest-Service gehört ebenfalls zum Angebot der Stadthalle.

Das CCS in Schwäbisch Gmünd – Stauferflair und kurze Wege

Eingebettet inmitten eines historischen Parks mit Flusslandschaft und wenige Minuten zu Fuß vom historischen Zentrum der ältesten Stauferstadt Schwäbisch Gmünd entfernt, bietet das Congress-Centrum Stadtgarten (CCS) mit insgesamt neun Veranstaltungsräumen Platz für Veranstaltungen mit bis zu 2.000 Gästen. Das moderne Aushängeschild, der Anbau Leutze-Saal, ist flexibel aufteilbar und gewährt den Blick auf den Stadtgarten. Auch hier wird die Raumluft durch eine moderne und hocheffiziente Klima- und Lüftungsanlage kontinuierlich erneuert. Das CCS nutzt zu 104 Prozent Ökostrom. Seit 2017 setzt das CCS auf Kraft-Wärme-Kopplung, bei der mechanische Energie in Strom umgewandelt und die dabei entstehende Wärme zur Heizung benutzt wird.
Die Wege können für Tagungsgäste kaum kürzer sein: Der rund 350 Meter entfernte Bahnhof ermöglicht eine CO2-neutrale Anreise. Einen Anreiz dafür bietet ein vergünstigtes DB-Ticket für Veranstaltungsbesucher. Eine Bike Sharing Station am Bahnhof macht die ohnehin kurzen Wege in der Stauferstadt noch kürzer. Für Anreisende mit E-Auto steht eine Stromtankstelle direkt vor dem Haus zur Verfügung. In rund zwei Minuten zu Fuß sind gleich zwei Hotels in der Nähe erreichbar.
Nach Veranstaltungsende bietet sich eine Erkundungstour durch das historische Zentrum der Stadt an: Ein reizvolles Ensemble staufischer, mittelalterlicher und barocker Architektur prägt das Stadtbild bis heute und hat Erlebnischarakter. Markt- und Münsterplatz zählen zu Süddeutschlands schönsten Plätzen.

Waldhotel Stuttgart erreicht höchsten GreenSign Level

Das umfassende Nachhaltigkeitskonzept und die Qualitätsstrategie des Waldhotels Stuttgart wurden belohnt: Das InfraCert-Institut prüfte alle Leistungen in den relevanten Kernbereichen und zertifizierte das Haus mit dem GreenSign Level 5, der höchsten Stufe dieser Auszeichnung. Die Kriterien des sogenannten Nachhaltigkeits-Barometers umfassen sieben Kernbereiche für nachhaltiges Wirtschaften: Umwelt (Energie, Wasser und Abfall), Einkauf, Regionalität und Mobilität, Qualitätsmanagement und nachhaltige Entwicklung, Management und Kommunikation, soziale und wirtschaftliche Verantwortung als Ausdruck von kontinuierlicher Qualitätssicherung und verantwortungsvoller Zukunftsgestaltung.
Das Waldhotel stellt sechs klimatisierte Veranstaltungsräume mit moderner Tagungstechnik sowie WLAN zur Verfügung. Die Räume – zwischen 41 und 175 Quadratmeter groß – bieten viel Tageslicht, direkten Zugang zum Garten und zur hauseigenen Terrasse.

Im Herzen der Stadt Kempten

Kempten, das einstige römische Cambodunum, blickt auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück. Das Bild der größten Stadt im Allgäu ist geprägt durch das jahrhundertelange Nebeneinander der ehemaligen Reichsstadt und der Fürstabtei. Heute ist Kempten eine Stadt mit südländischem Flair auf dem Rathausplatz, vielen Cafés, Biergärten und Restaurants und einem bunten Wochenmarkt auf dem Hildegardplatz. Nicht zu vergessen die zahlreichen Veranstaltungen rund ums Jahr, zu denen in Nicht-Corona-Zeiten der Jazzfrühling, die Allgäuer Festwoche und der Weihnachtsmarkt gehören.
Das Tagungszentrum S4 direkt an der historischen Kemptener Stadtmauer demonstriert schon durch die Benennung seiner vier Tagungsräume im Erdgeschoss seinen Anspruch auf Nachhaltigkeit: Der größte Raum heißt Erdwärme und umfasst eine Tagungsfläche von rund 200 Quadratmetern. Raum Sonnenschein bietet mit seinen knapp 70 Quadratmetern einen Blick auf den grünen Innenhof. Raum Windenergie wartet auf mit zwei Leinwänden auf fast 90 Quadratmetern. Und der 24 Quadratmeter große Raum Wasserkraft eignet sich für Tagungen in kleiner Runde. Auch bei Planung und Bau des Tagungszentrums hat die Sozialbau Kempten Wohnungs- und Städtebau GmbH als kommunales Wohnungsunternehmen der Stadt Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Durch den Einsatz energiesparender Haus- und Elektrotechnik, durch Dämmung, Ausrichtung, Fensterflächen und Wärmerückgewinnung erfüllt das gesamte Gebäude Passivhaus-Standard.

Still und abgeschieden Tagen im Camp Reinsehlen

Das sanfte Violett der Lüneburger Heidelandschaft wird nur gelegentlich von Wanderwegen durchzogen. Autofreie Naturschutzgebiete mit vereinzelten Wäldern, Mooren und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten prägen die überwiegend flachwellige Heidelandschaft im Nordosten Niedersachsens zwischen dem Städtedreieck Hamburg, Bremen und Hannover. Etwas nördlich von Schneverdingen im Heidekreis fügt sich das Hotelcamp Reinsehlen beinahe unauffällig in die einzigartige Landschaft ein. Die begrünten Dächer der Gebäude und die Naturholzfassaden der flachen Pavillons zeigen den Anspruch der Einrichtung, die lokale Harmonie möglichst wenig zu stören.
Die Hotelanlage liegt bewusst abgelegen vom Metropolen-Trubel. Der kleine Ort Schneverdingen ist rund fünf Kilometer von Reinsehlen entfernt. 13 teilweise mit Pkw befahrbare Veranstaltungsräume bieten Möglichkeiten für unterschiedliche Eventformen, darunter auch hybride Formate. Kein Zaun, kein Verkehr stören den Blick in die umgebende Landschaft. Entsprechend vielseitig sind die Outdoormöglichkeiten für Teamtrainings und Incentives auf dem rund zwei Quadratkilometer umfassenden Grundstück auf der naturgeschützten Magerrasenwiese.
Der Name Camp Reinsehlen geht auf eine über 40-jährige Geschichte des Geländes als Basislager für Panzerübungen britischer und kanadischer Streitkräfte in der Lüneburger Heide zurück. Überhaupt hat das Camp eine wechselhafte Geschichte hinter sich – als Militärflugplatz, als Flüchtlingslager und als Truppenübungsplatz. Im Zuge der Veranstaltung Buddhas Weg zum Glück besuchte 1998 der Dalai-Lama das Gelände. Tausende Besucher bevölkerten das Camp, eine riesige Zeltstadt entstand. Überlegungen, ein an die Natur angepasstes Hotel auf dem Areal zu errichten, wurden daraufhin konkret. Gemeinsam mit dem Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide – später Norddeutsche Naturschutz-Akademie – startete das Hotelcamp Reinsehlen im Oktober 1999 mit 27 Zimmern und zwei Veranstaltungshallen seinen Betrieb. Inzwischen verfügt das Hotel über rund 90 Zimmer. In diesem Frühjahr werden drei weitere Gruppenräume angebaut. Zudem wird das Raumangebot durch ein flexibles Veranstaltungszelt erweitert – es ist wetterfest, beheizbar und rund 70 Quadratmeter groß.

Anspruch auf Nachhaltigkeit

Ein Blockkraftheizwerk, Wärmepumpen und Solaranlagen verdeutlichen neben der ökologischen Bauweise den nachhaltigen Anspruch der Anlage. Auf eine energiehungrige Minibar oder Klimaanlagen in den Zimmern haben die Betreiber bewusst verzichtet. Für gekühlte Getränke stehen auf Nachfrage Kühlboxen zur Verfügung. Große Terrassentüren machen ein schnelles Lüften möglich.
Das Hotelcamp Reinsehlen ist Mitglied der Interessengemeinschaft Exzellente Lernorte. Unter dieser Marke vereinen sich spezialisierte Tagungshotels, die unter anderem das Ziel verfolgen, durch ein optimales räumliches Umfeld Lernerfolge zu verstärken. Als aktuelle Reaktion auf die Pandemie-Situation hilft die Interessengemeinschaft mit Strategien, um sicher und schnell wieder tagen zu können. Dazu gehören Maßnahmen wie verstärktes Angebot von hybriden Veranstaltungen, Sicherheit und Hygiene sowie sozialer Austausch.

Nachhaltig tagen in Nordrhein-Westfalen

Bei der Wahl eines Veranstaltungsortes spielen ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, Umwelt- und Klimaschutz sowie soziale Verantwortung eine immer größere Rolle. Das zeigt eine Zahl des touristischen Dachverbands Tourismus NRW e. V.: Laut Verband bevorzugen inzwischen 51,6 Prozent, also jeder zweite Veranstalter, einen Anbieter mit zertifizierten Managementsystemen wie beispielsweise fairpflichtet, Green Note oder Green Globe. Der Dachverband schließt daraus, dass es sich gerade für kleine und mittlere Unternehmen lohnt, sich diesen Herausforderungen zu  stellen, um im MICE-Markt der Zukunft mithalten können. Um mehr Betriebe zu motivieren, nachhaltiger und im Sinne kommender Generationen zu agieren, hat Tourismus NRW zu den Themen Management, Ökonomie, Ressourcenverbrauch, Beschaffung und Abfall-Management, Mobilität und Unterkunft sowie Soziales kurze E-Learning-Videos produziert. Sie erklären einfach und anschaulich, wie sich jedes Unternehmen für mehr Umwelt- und Klimaschutz engagieren und Verantwortung übernehmen kann. Auf seiner Website bietet der Tourismusverband ebenfalls einen Online-Self-Check für Nachhaltigkeit für Leistungsträger mit weniger als 250 Mitarbeitern an. In der Videoreihe werden anschaulich Begriffe wie „Corporate Social Responsibility“ erläutert oder die Zusammenhänge zwischen ökologischem und ökonomischem Wirtschaften beschrieben. Im Online-Self-Check klicken sich Interessierte durch kurze Fragebögen mit Interessenschwerpunkten und Selbsteinschätzung, um sich durch eine Punktevergabe über den Stand ihres Unternehmens in Sachen Ökonomie, Ressourcenverbrauch oder Soziales einstufen zu lassen. Am Ende liefert jeweils ein dem Thema entsprechendes kurzes Schulungsvideo aus der Videoreihe den Teilnehmenden Impulse für mögliche neue Strategien.
Überhaupt, so die Erkenntnis des Tourismusverbands, bekennt sich die MICE-Branche in Nordrhein-Westfalen seit Jahren mehr und mehr zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und setzt zunehmend auf Nachhaltigkeit bei der Ausrichtung von Messen, Kongressen und Tagungen, Kultur- und Sportevents. Die meisten der kleinen und großen Locations im Land haben sich dem Nachhaltigkeitskodex der deutschsprachigen Veranstaltungswirtschaft fairpflichtet angeschlossen, einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur unternehmerischen Verantwortung für Nachhaltigkeit bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen.

Eurogress Aachen: Vorreiter bei Nachhaltigkeit

Als eines der ersten Kongresszentren in Deutschland überhaupt wurde das Eurogress Aachen für seine umfangreichen Umweltschutzmaßnahmen mit dem Green-Globe-Zertifikat des Europäischen Verbandes der Veranstaltungscentren e.  V. (EVVC) ausgezeichnet. Das direkt am Aachener Stadtpark gelegene Tagungszentrum, das ebenfalls die Kriterien von fairpflichtet erfüllt, steht stellvertretend für die Vielzahl großer Veranstaltungshäuser und kleiner Eventlocations in NRW, die in den vergangenen Jahren in energiesparende Klima- und Beleuchtungssysteme investiert und innovative Konzepte zur Abfallvermeidung entwickelt haben. Dazu gehören eine Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Dienstleistern beim Catering und umweltschonende Mobilitätskonzepte. Dank der zentralen Lage und eines engmaschigen Schienennetzes im ganzen Bundesland können Tagungs- und Veranstaltungsgäste bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen und so die gesamte CO2-Emission verringern.

NRW ist Vielfalt, Hightech und Historie

NRW zählt zwölf Regionen und jede einzelne hat ihre eigenen Vorzüge: vom Großstadtflair über Natur bis hin zur Kulturregion. Auch vor nostalgischer Kulisse wird im MICE-Land Nordrhein-Westfalen Zukunft gestaltet. Bei Tagungen und Seminaren hinter altehrwürdigen Mauern trifft beim digitalen oder hybriden Event Hightech auf Historie. Denkmalgeschützte Bauwerke wie das Lenkwerk in Bielefeld, die Historische Stadthalle Wuppertal oder die Stadthalle Mülheim an der Ruhr sind nur einige Beispiele, die Nordrhein-Westfalen für Tagungs- und Kongressplaner zu bieten hat.
Der neoklassizistische Bau direkt am Ruhrufer in Mülheim gilt als wandelbare Grande Dame unter den Tagungsstätten im Ruhrgebiet. Unter dem charakteristischen Kupferdach befinden sich ein Theater-, ein Kammermusik- und ein Festsaal mit Rotunde. Ebenso finden sich dort variabel aufteilbare Tagungsräume und kleinere Konferenzzimmer. Das Team der Stadthalle Mülheim arbeitet nach den Vorgaben von fairpflichtet und macht die Maßnahmen auf der Website transparent.
Die Historische Stadthalle Wuppertal genießt weltweit aufgrund der großartigen Akustik im opulenten Großen Saal einen guten Ruf. Wie auch in Mülheim wurde in Wuppertal bei der Sanierung darauf geachtet, den authentischen Charme des historischen Gebäudes zu bewahren. Im Innern setzen beide Häuser auf Ökostrom und den energiesparenden Einsatz von LED-Technik bei Veranstaltungen.
Während in der Historischen Stadthalle Wuppertal reich verzierte Säulen und Bögen die Kulisse für Messen und Geschäftstermine, Konzerte oder Feierlichkeiten bilden, ist der Rahmen im Lenkwerk Bielefeld technischer Natur. Vor allem Oldtimer-Fans kennen das Gebäude im Stadtbezirk Mitte. Die Eventlocation in dem ehemaligen Bekleidungsamt der Luftwaffe, das bis 1992 von der Britischen Rheinarmee als Nachschublager genutzt wurde, feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Das aufwendig sanierte und mit moderner Technik ausgestattete Gebäude bildet das Zentrum der Bielefelder Lenkwerk-City, eines jungen Quartiers für New Work in Ostwestfalen.

Frankfurt Convention Bureau setzt auf fairpflichtet

Nachhaltiges Engagement ist auch für das Frankfurt Convention Bureau (FCB) nichts Neues. Bereits im Jahr 2011 wurde der FrankfurtRheinMain-Stand der FCB auf der Messe der Tourismus- und Eventbranche IMEX mit dem Green Exhibitor Award ausgezeichnet. Die IMEX vergibt diesen Preis auf ihren Veranstaltungen an Aussteller, die ökologische Kriterien erfüllen. Das Bureau hat sich in den darauffolgenden Jahren immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit ausgerichtet, unter anderem durch Maßnahmen in der Arbeitsgestaltung, im Büroalltag und in der Teamarbeit. Partnern bietet das FCB speziell auf die Branche abgestimmte Weiterbildungsmöglichkeiten und Informationsveranstaltungen an. Und auch Veranstalter von Events finden im Bureau einen Ansprechpartner für Planung und Umsetzung nachhaltiger Veranstaltungen. Dafür haben die Mitglieder FCB-Teams eigens an einer Schulung als Nachhaltigkeitsberater beziehungsweise -beraterin des German Convention Bureaus teilgenommen.
Anfang 2021 hat sich das Bureau dem Nachhaltigkeitskodex für die deutschsprachige Veranstaltungsbranche fairpflichtet angeschlossen, der vom Europäischen Verband der Veranstaltungscentren (EVVC) und dem German Convention Bureau (GCB) ins Leben gerufen wurde. Die Nachhaltigkeitsaktivitäten und -ziele des Frankfurt Convention Bureaus werden regelmäßig im fairpflichtet-Fortschrittsbericht dokumentiert und transparent gemacht.

Grüne Metropolregion FrankfurtRheinMain

Etwa die Hälfte des Stadtgebietes Frankfurts zeichnet sich durch Grünflächen aus. Gut 80 Prozent der Einwohner Frankfurts finden die nächste grüne Fläche in maximal 300 Metern Entfernung vor ihrer Haustür. Zunehmend grün wird es in der Mainmetropole auch im Veranstaltungsbereich, denn umweltgerechte und nachhaltige Veranstaltungen werden immer mehr nachgefragt, wie die Tourismus+Congress GmbH Frankfurt am Main festgestellt hat. Zahlreiche Veranstaltungsstätten in der Metropolregion FrankfurtRheinMain sind bereits offiziell zertifiziert und bei Neubauprojekten wird schon in der Entstehungsphase verstärkt auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Hotellerie folgt ebenfalls diesem Trend und trägt mit einem verantwortungsvollen Einsatz von natürlichen Ressourcen zum Erhalt der Umwelt bei. FrankfurtRheinMain bietet inzwischen ein großes Netzwerk mit Anbietern und Eventdienstleistern, die die Beachtung ökonomischer und sozialer Komponenten bei der Planung von Veranstaltungen ermöglichen. Inklusion und soziale Verantwortung können dabei ebenso berücksichtigt werden wie klimaneutrale Mobilität und ressourcenschonende Planung.

Nachhaltig konzipiert: Kongresshaus Kap Europa

Ein Beispiel für das nachhaltige Engagement in der Metropolregion ist das Kongresshaus Kap Europa in direkter Nachbarschaft zur Messe Frankfurt. Das Gebäude bietet energetisch optimierte, bodentiefe Fensterfronten, hohe Decken und einen Betonkern, der die Klimatisierung unterstützt. Auf den insgesamt vier Veranstaltungsebenen befinden sich zwei Säle, die in Nicht-Corona-Zeiten Platz für 600 bis 1.000 Personen bieten, sowie zwölf Tagungsräume. Für ihre nachhaltige Bauweise ist die Location bereits ausgezeichnet: Für das ökologisch geprägte Konzept erhielt das Kap Europa als weltweit erstes Kongresshaus das Zertifikat in Platin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Nur wenige Schritte trennen das Kap Europa vom Frankfurter Messegelände, von dem Shoppingcenter Skyline Plaza sowie zahlreichen Hotels verschiedener Kategorien. Die zentrale Lage des Hauses mit guter Verkehrsanbindung ermöglicht zudem eine schnelle An- und Abreise.

Green Meetings in Osnabrück

Seit 2010 engagieren sich Betriebe der Kongressbranche aus Osnabrück und dem Osnabrücker Land für nachhaltiges Tagen. Unter dem Motto Grün tagen in Osnabrück hat die Branche vor Ort eine regionale Initiative etabliert, die in der Startphase von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und inzwischen bereits mehrmals ausgezeichnet worden ist.
Grün tagen ist als ein offenes Netzwerk konzipiert und steht allen Kongressakteuren der Region offen. Die Initiative ist bewusst nicht mit dem Ziel einer abschließenden Zertifizierung oder Auszeichnung konzipiert. Vielmehr stehen Sensibilisierung, Weiterbildung und Entwicklung sowie der Austausch zum Thema Ressourcenschonung im Netzwerk im Vordergrund. Dabei kann die Teilnahme den Weg zu einer Zertifizierung ebnen, die ein Mitglied anstrebt. Als Anstoß dafür definierte die Initiative Grün tagen in Osnabrück im Anschluss an den DBU-Förderzeitraum Standards in Form von Zielen und Teilnahmekriterien – dazu gehören die Unterstützung des Nachhaltigkeitskodexes fairpflichtet oder die Benennung von Nachhaltigkeitsverantwortlichen. Zu den Zielen gehören neben der Sensibilisierung für die Bedeutung umweltschonender Tagungen und Kongresse bei Veranstaltern, Teilnehmern und Anbietern auch eine Vermittlung von konkreten Tipps und Unterstützung bei der Planung und Durchführung von nachhaltigen Tagungen in Osnabrück und im Osnabrücker Land. Darüber hinaus sollen schrittweise Umweltmaßnahmen in den Betrieben der regionalen Kongressbranche bei stetiger Weiterentwicklung der eigenen Ziele umgesetzt werden.