Im Schnitt wird die Beschäftigung in Deutschland bis 2035 zwar stagnieren – zwischen Regionen und Branchen aber stehen massive Verschiebungen bevor. Der Dienstleistungssektor beispielsweise wird an Gewicht gewinnen, während die Industrie an Bedeutung verliert. Das zeigt eine Analyse von IW Consult im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Untersucht wurden alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte. Grund für die stagnierende Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist vor allem die demografische Entwicklung. Die Erwerbsbevölkerung schrumpft, steigende Erwerbsquoten können das nur teilweise ausgleichen.
Die regionalen Unterschiede sind erheblich. In weiten Teilen Süddeutschlands und der Weser-Ems-Region, in Schleswig-Holstein sowie in Berlin und seinem Umland wächst die Beschäftigung bis 2035 weiter – in einzelnen Landkreisen um rund zehn Prozent. Deutliche Rückgänge zeigen sich hingegen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, dem Saarland sowie in großen Teilen von Rheinland-Pfalz. Klare Verschiebungen zeigen sich auch zwischen den Branchen. Besonders deutlich ist der Rückgang in der Industrie. Sowohl ihr Anteil an der Gesamtwirtschaft als auch die absolute Beschäftigtenzahl sinken – getrieben durch technologischen Wandel, Dekarbonisierung und internationalen Wettbewerbsdruck. Auch die Landwirtschaft verliert Beschäftigung, mit stärkeren Rückgängen in Ostdeutschland und stabileren Entwicklungen im Nordwesten und in Teilen von Rheinland-Pfalz. Der Handel verliert ebenfalls an Bedeutung, da digitale Geschäftsmodelle und Automatisierung zunehmen.
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