Der „Konzernatlas 2026 – Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie“ zeigt die Folgen der starken Marktkonzentration im Agrar- und Ernährungssektor auf und präsentiert politische Instrumente, um die Markt- und Lobbymacht dominanter Konzerne einzudämmen. Die Herausgeber Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre warnen: Wenige Konzerne setzen Preise durch – von Saatgut und Pestiziden bis zum Lebensmitteleinzelhandel – und beeinflussen politische Entscheidungen.
Weltweit kontrollieren jeweils nur vier Konzerne 61 Prozent des Pestizidmarkts, 56 Prozent des Saatguts und 43 Prozent der Landmaschinen. In Deutschland beherrschen die vier großen Supermarktketten Aldi, Edeka (mit Netto), Rewe (mit Penny) und die Schwarz-Gruppe (mit Lidl und Kaufland) inzwischen rund 88 Prozent des Lebensmittelhandels. Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht starke bäuerliche Betriebe – ob ökologisch oder konventionell wirtschaftend -, die mit Umwelt- und Klimaschutz ein verlässliches Einkommen erzielen können. Das Problem sind nicht die Höfe, sondern ein System, in dem wenige Konzerne Produktionsweisen und Preise diktieren und ökologische Folgekosten auslagern. Der Konzernatlas 2026 zeigt: Mit einer Agrarpolitik, die Umweltleistungen bezahlt, und klaren Regeln gegen Marktmacht lassen sich Natur schützen und Betriebe wirtschaftlich stärken.“
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