Pressemitteilung | k.A.
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10 Mrd. Euro ungerechtfertigte Zusatzgewinne für die Strombranche / CO2-Handel und fehlender Wettbewerb machen Strom besonders teuer

(Essen) - Auch nach den deutlichen Preisrückgängen für CO2-Zertifikate in den letzten Wochen werden kostenlos zugeteilte CO2-Emissionsrechte in den Strompreis weiterhin eingepreist und verteuern den Strom ungerechtfertigt für alle Stromkunden. Da sich die Regeln des Emissionshandels nicht verändert haben, ist spätestens mit der deutlich verschärften CO2-Politik ab 2008 erneut mit enormen Preissteigerungen zu Lasten der Kunden und entsprechenden Mitnahmegewinnen der Strombranche zu rechnen, so der VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft.

Bei etwa fünf Mrd. Euro liegen die Mitnahmegewinne der Strombranche aus dem Emissionshandel im Jahr. Dazu kommt noch ein Zusatzgewinn der Strombranche von über 5 Mrd. Euro im Jahr durch fehlenden Wettbewerb der Stromerzeuger, dies ergab eine Abschätzung des VIK im Rahmen der CO2-/Strompreisbetrachtung*.

Wenn die Politik nicht sofort eingreift, setzt sich eine volkswirtschaftlich katastrophale Fehlentwicklung fort. „Die Systematik der CO2-Einpreisung in den Strompreis ist in keiner Weise gebrochen, bei wieder steigenden CO2-Zertifikatspreisen wird deren Einpreisung den Strompreis weiter nach oben treiben, diesmal sogar mit Vorankündigung durch den Verband der Strombranche“, so der VIK-Geschäftsführer Dr. Alfred Richmann. Nur mit weitestgehenden Änderungen am Emissionshandel, zur Not durch Aussetzen des CO2-Handels bis die von der Bundesregierung versprochene Lösung des „Einpreisungs­problems“ wirkt, sowie durch die Schaffung eines funktionierenden Strommarktes ist diese Milliarden schwere, dramatische Vermögens­umverteilung von Stromkunden zu Strom­konzernen zu stoppen.

Auch unter Umweltgesichtspunkten ist eine Entlastung der Unternehmen problemlos möglich, nach Aussage von Bundesumweltminister Gabriel hat Deutschland bereits 19 Prozent der bis 2012 zugesagten CO2-Minderung von 21 Prozent geschafft.


* Die Brennstoffpreise und deren Einflüsse auf die Verteuerung der Stromproduktion sind, bezogen auf den deutschen Kraftwerkspark, seit Anfang 2005 nur um etwa 7 Prozent gestiegen. Der Strompreis Anfang 2005: 33,5 Euro/MWh plus 7 Prozent = 36 Euro/MWh.

Die CO2-Preisentwicklung und Diskussion zeigt, eine Einpreisung in Höhe von rund 0,5 Euro/MWhStrom bezogen auf einen Euro CO2-Zertifikatspreis findet statt. Beim aktuellen Strompreis von 55 Euro/MWh und einem CO2-Preis von fast 18 Euro/Tonne sind also 9 Euro/MWhStrom auf die Einpreisung zurückzuführen. Der Strompreis, bereinigt um die CO2-Einpreisung, liegt also bei 46 Euro/MWh (55 - 9 = 46 Euro/MWh).

Der Anteil des durch fehlenden Stromanbieterwettbewerb seit Anfang 2005 gestiegenen Strompreises – und damit der Zusatzgewinn der Strombranche – liegt bei über 5 Mrd. Euro: 46 Euro/MWhStompreis_ohne_CO2-Einpreisung – 36 Euro/MWhStrompreissteigerung_seit_2005_durch Brennstoffpreisentwicklung = 10 Euro/MWh Strom Zusatzgewinne. Bei der jährlichen deutschen Stromproduktion von 500 TWh sind das über 5 Mrd. Euro nur in 2005, im ersten Quartal 2006 schon wieder über 1 Mrd. Euro.

Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. Roland Schmied, Pressesprecher Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430

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