Pressemitteilung | Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)

2006 ein weiteres Jahr der Stagnation

(Berlin) - Ein Jahr der Stagnation sehen die forschenden Arzneimittelhersteller für 2006 voraus, wie aus einer gestern (26.12.) veröffentlichten aktuellen Umfrage des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) unter seinen 39 Mitgliedsfirmen hervorgeht: Keine neuen Arbeitsplätze, wenig neue Forschungskapazitäten und weiter sinkende Ertragsmöglichkeiten in Deutschland werden befürchtet. Dennoch wollen die VFA-Unternehmen 2006 insgesamt 56 innovative Arzneimittel, davon 24 mit neuen Wirkstoffe, zur besseren Behandlung von Patienten auf dem Markt einführen.

Für den Arzneimittelmarkt in Deutschland fürchten die Unternehmen insbesondere, dass es weiterhin nicht möglich sein wird, die gestiegenen Kosten aufzufangen - im Gegenteil. Vor allem aufgrund der geplanten Verschärfungen des Festbetragssystems, das die Erstattungshöhe für weit mehr als die Hälfte der Arzneimittelverordnungen in Deutschland regelt, erwarten zwei Drittel (65 Prozent) eine sinkende, ein Viertel (24 Prozent) sogar deutlich rückläufige Ertrags-Entwicklung.

"Für 2006 sehen die forschenden Arzneimittelhersteller wenig Möglichkeiten, ihr Inlandsgeschäft zu entwickeln. Denn die aktuelle Gesundheitspolitik lässt sie weitere Restriktionen für den deutschen Arzneimittelmarkt befürchten", so Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des VFA.

Bei der Beschäftigung lässt sich auf Basis der Befragung absehen: Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und solche, die sie voraussichtlich abbauen müssen, halten sich etwa die Waage (27 vs. 32 Prozent); die übrigen Unternehmen erwarten, die Zahl der Arbeitsplätze konstant zu halten.

Die Einstellung der Unternehmen zu Deutschland als Standort für Forschung und Entwicklung (F&E) hat sich gegenüber dem Vorjahr hingegen leicht verbessert. Immerhin ein Drittel (34 Prozent) plant eine Erhöhung ihrer F&E-Aufwendungen. Die meisten Unternehmen (41 Prozent) planen, die Aufwendungen konstant zu halten; 25 Prozent wollen sie verringern. Doch weiterhin setzen die Unternehmen für die F&E eher auf andere Länder als Deutschland: 74 Prozent der Unternehmen erwarten eine Steigerung der F&E-Aufwendungen im Ausland (im Vorjahr 65 Prozent). Schon in den letzten Jahren sind die F&E-Aufwendungen in Ländern wie den USA, Großbritannien und Frankreich stärker gestiegen als in Deutschland.

"Die Hoffnung der Unternehmen gilt dem Auslandsgeschäft, weil hier noch Marktchancen für Arzneimittelinnovationen bei angemessenen Preisen gesehen werden", erklärte Yzer. "Doch auch da werden die Spielräume enger: Während im Vorjahr noch 40 Prozent mit Wachstum im Auslandsgeschäft rechneten, sind es in diesem Jahr nur noch 36 Prozent. 57 Prozent erwarten immerhin, dass das Volumen vom Vorjahr gehalten werden kann."

Im nächsten Jahr planen die VFA-Unternehmen die Markteinführung für 56 innovative Arzneimittel, davon 24 auf Basis neuer Wirkstoffe. Die neuen Medikamente sind insbesondere zur Behandlung von Patienten mit Nierenzellkarzinom und anderen Krebsarten, Parkinson, chronischen Schmerzen, Alzheimer, Epilepsie, Osteoporose und rheumatoider Arthritis bestimmt. Auch können voraussichtlich zwei neuartige Antibiotika gegen bakterielle Infektionen die Zulassung erhalten. Für Kinder sollen unter anderem Kombinationsimpfstoffe gegen Mumps/Masern/ Röteln/Windpocken und Impfstoffe gegen Rotaviren eingeführt werden. Rotaviren können schweren Durchfall hervorrufen und führen dazu, dass jährlich in Europa rund 100.000 Kinder ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin Telefon: (030) 20604-200, Telefax: (030) 20604222

(sa)

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