Pressemitteilung | Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)

82 Prozent der Bevölkerung für grundlegende Reformen

(Berlin). "Die Deutschen sind reformwilliger als ihr Ruf", so der Kommentar von Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), bei der Vorstellung des neu geschaffenen VFA-Reform-Monitors. Im Auftrag des VFA hatte das Bielefelder Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid 1.000 Personen befragt. 82 Prozent der Bevölkerung sprächen sich für grundlegende Reformen aus, so Yzer, wobei ebenso viele die sozialen Sicherungssysteme als sehr wichtig für den sozialen Frieden ansähen. Damit, so Yzer "wird dem oft beschworenen Gegensatz zwischen Reformen und Bewahrung der sozialen Sicherheit eine klare Absage erteilt". Bei den überfälligen Reformen müsse es deshalb darum gehen, "den richtigen Solidargedanken wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, um die Funktionsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme und damit den sozialen Frieden dauerhaft zu sichern".

Die hohe Reformbereitschaft der Bevölkerung macht auch vor persönlicher Betroffenheit nicht halt: 65 Prozent gaben an, dass sie auch persönliche Einschränkungen in Kauf nehmen würden. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten empfindet das gegenwärtige Reformtempo als zu langsam. Oberste Reformpriorität sehen die Befragten beim Arbeitsmarkt - das gaben 78 Prozent an. Doch gerade hier erwarten nur 19 Prozent der Befragten, dass die Bundesregierung zum Ende der Legislatur- periode etwas zum Guten bewegen kann. "Allgemein betrachtet ist die Reformkompetenz der Grossen Koalition aus Sicht der Bevölkerung nicht sonderlich ausgeprägt", so der Geschäftsführer von TNS Emnid, Klaus-Peter Schöppner.

Nach Meinung der forschenden Arzneimittelhersteller ist es notwendig, den Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Sozialreformen deutlich zu machen und die Politik entsprechend auszurichten. "Eine kluge Gesundheitspolitik ist auch eine kluge Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik", argumentierte Yzer mit Blick auf den globalen Wachstumsmarkt Gesundheit, der heute bereits auf 5 Billionen US-Dollar geschätzt wird und sich nach Ansicht von Experten in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird.
Deutschland habe die Chance, daran zu partizipieren. Allein die forschenden Arzneimittelhersteller in Deutschland hätten das Potential, in den nächsten 10 bis 15 Jahren mehr als 20.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Dazu müssten Forschungs-, Wirtschafts- und Gesundheitspolitik sinnvoll miteinander verzahnt werden, so Yzer.

In Bezug auf die Gesundheitspolitik fordert die Bevölkerung nach Angaben von Schöppner "mehrheitlich: mehr Eigenverantwortung (81 Prozent), Wettbewerb (72 Prozent), Solidarität (85 Prozent), Innovation (87 Prozent) und Qualität (89 Prozent)". 57 Prozent sind gegen mehr staatlichen Einfluss.

Nach Ansicht von Yzer belegen diese Zahlen, dass die Schritte, die der VFA in Bezug auf die Gesundheits- Strukturreform für unerlässlich hält, auch von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen würden. Diese vier Schritte sind:

- Einfrieren des Arbeitgeberanteil und Umwandlung in Lohn,
- Auflockerung des GKV-Leistungskatalogs mit differenzierten Leistungspaketen der Krankenkassen,
- Pluralität der Absicherung im Krankheitsfall
- sowie Steuerfinanzierung versicherungsfremder Leistungen.

Yzer: "Dieses Maßnahmenbündel ist die Initialzündung dazu, das deutsche Gesundheitssystem zukunftsfähig zu machen. Es würde zudem den Wünschen der Bevölkerung nach mehr Wahlfreiheit und Eigenverantwortung nahe kommen. Und es würde helfen, die Potentiale des Wachtumsmarktes Gesundheit zu erschließen."

Der VFA-Reform-Monitor soll künftig jährlich im Frühjahr erhoben werden und die Reformbereitschaft der Bürgerinnen und Buerger in Deutschland im Allgemeinen sowie in der Gesundheitspolitik im Besonderen abfragen.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA) Rolf Hoemke, Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Hausvogteiplatz 13, 10117 Berlin Telefon: (030) 206040, Telefax: (030) 20604222

(bl)

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