ACHEMA 2009 / Mit moderner Prozessautomatisierung können zusätzlich jährlich vier Milliarden Euro Energiekosten eingespart werden
(Frankfurt am Main) - Der Einsatz moderner Prozessautomatisierung kann den Prozessindustrien in Deutschland helfen, zusätzlich vier Milliarden Euro jährlich an Energiekosten in ihren Produktionsanlagen einzusparen. In den Anlagen der deutschen Prozessindustrien, wie zum Beispiel der Chemieindustrie, liegt ein durchschnittliches Energie-Einsparpotenzial von zehn bis 15 Prozent. Bei einzelnen Anwendungen können es bis zu 70 Prozent sein. Insgesamt kann die Prozessautomation helfen, in Deutschland circa 50 Milliarden Kilowattstunden Strom und Primärenergie einzusparen, entsprechend mindestens 20 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr. Das sind elf Prozent der CO2-Emissionen des industriellen Sektors. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung, die auf der Achema 2009 vorgestellt wird.
"Beispiele energieintensiver Prozesse findet man unter anderem in der Chemieindustrie. Hier werden große Stoffmengen erhitzt oder abgekühlt, verdampft oder zerkleinert. Der intelligente Umgang mit Energie wird dabei zu einem maßgeblichen Kriterium für den Unternehmenserfolg", erklärt Michael Ziesemer, Member of the Executive Board Endress+Hauser AG und Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung. Die Energiekosten machen oft circa 20 Prozent der Produktionskosten in komplexen Chemieanlagen aus.
Eine ZVEI-Arbeitsgruppe hat eine Vielzahl von Energieeffizienz-Anwendungsbeispielen aus Branchen wie der Chemie- und Pharmaindustrie, Metallerzeugung und der Papier- und Zellstoffindustrie untersucht, so unter anderem die Zustandsüberwachung an Durchflussleitungen und die Produktionsoptimierung in Prozessreaktoren. Die Erkenntnisse werden in der aktuell erschienenen Broschüre "Mit Hightech für Umwelt- und Klimaschutz: Der vielfältige Beitrag der Prozessautomation zur Energieeffizienz" vorgestellt.
Um das große Einsparpotenzial im installierten Bestand im umweltpolitisch gewünschten Zeitraum zu heben, sind flankierende Maßnahmen der Politik notwendig. Wichtig ist es nach ZVEI-Auffassung, dass bei politischen Programmen, mit denen z.B. Energieberatungen gefördert werden, auch die Hersteller intelligenter Automatisierungslösungen einbezogen werden. Lebenszykluskosten von Anlagen in Anfragen und Angeboten - insbesondere im öffentlichen Auftragswesen - müssten stärkere Berücksichtigung finden. Zudem sollten in größerem Maße Anreizprogramme für Energieeffizienzanalysen in Betrieben geschaffen werden, so der ZVEI.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
Pressestelle
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