Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Anzeige

Ärzte intensivieren Streiks an allen Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern

(Berlin) - Als Reaktion auf die Ankündigung der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), mit dem Marburger Bund (MB) keine Tarifverhandlungen mehr führen zu wollen, haben die Ärztegewerkschaft und die Mediziner der Universitätskliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäuser eine deutliche Ausweitung der Streiks beschlossen. Ab kommenden Montag (29. Mai) werden die Ärzte bundesweit an allen der TdL zugehörigen Kliniken wochenweise ihre Arbeit niederlegen. Der MB spricht von einer intelligenten und patientenfreundlichen Streikform, da nach einer Woche Arbeitskampf stets eine Woche der Patientenversorgung folgen werde, um verschobene Operationen nachzuholen. Die Planung dieses alternierenden Systems reiche bis weit in die Fußball-Weltmeisterschaft.

„Die Verschärfung der Ärzte-Streiks ist die klare und unmissverständliche Antwort aller Mediziner auf das ignorante und abfällige Verhalten der Arbeitgeber“, sagte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Das Vorhaben der TdL, den mit Verdi abgeschlossenen Tarifvertrag auch auf die 22.000 Universitätsärzte anwenden zu wollen, habe in den Kliniken eine Welle beispielloser Empörung ausgelöst. „Mit konsequenter Arbeitsniederlegung und gezielter Steigerung der Erlösdefizite werden wir Herrn Möllring zeigen, was wir von seinen Plänen halten“, so Montgomery an die Adresse des TdL-Vorsitzenden.

Der zwischen TdL und Verdi vereinbarte Tarifvertrag sei akademikerfeindlich, da Ärzte mit Einkommenseinbußen bis zu 8,5 Prozent rechnen und als einzige Berufsgruppe auf Gehaltssteigerungen bis Ende 2008 sowie auf Einmalzahlungen verzichten müssten. Auch sei für Mediziner ein in das Monatsgehalt eingerechnetes Weihnachtsgeld in Höhe von lediglich 30 Prozent vorgesehen, während andere Berufsgruppen bis zu 95 Prozent erhielten. Zudem sei der Wegfall des 25prozentigen Zuschlages für Bereitschaftsdienste an Feiertagen und die Streichung des Besitzstandes, der die Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall regelt, nicht akzeptabel. Montgomery: „Verdi versucht mal wieder zu unseren Lasten Vorteile für die eigene Klientel zu tarifieren.“ Da aber Verdi so gut wie keine Ärzte organisiere, habe die „zentralistische Großgewerkschaft“ auch kein Recht, für Mediziner Verträge abzuschließen.

Der Marburger Bund betonte, dass sein Ziel, mit einem arztspezifischen Tarifvertrag die Arbeitsbedingungen und Einkommenssituation zu verbessern, nicht zu Lasten anderer Berufsgruppen gehen solle. „Zweifellos haben auch Schwestern und Pfleger bessere Arbeitsbedingungen verdient“, so Montgomery. Es liege aber an deren gewerkschaftlichen Interessenvertretung, solche Ziele zu formulieren und auch durchzusetzen.

Montgomery forderte den TdL-Vorsitzenden Möllring abermals auf, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren, um einen eigenständigen Arzt-Tarifvertrag zu vereinbaren. „Ich sehe trotz Konflikteskalation eine realistische Chance, die Tarifauseinandersetzung rasch zu beenden.“ Der Marburger Bund habe mit dem Abschluss für die Charité-Ärzte Ende April und mit der bevorstehen Einigung in Hamburg bewiesen, arztspezifische Tarifverträge abschließen zu können, die für beide Tarifpartner akzeptabel seien. Montgomery: „Wir sind nach wie vor zu fairen Verhandlungen mit der TdL bereit.“ Diese Verhandlungen müssten jedoch von Arbeitgeberseite endlich seriös, ernsthaft und zielorientiert geführt werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Athanasios Drougias, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 7468460, Telefax: (030) 74684616

Logo verbaende.com
NEWS TEILEN:

NEW BANNER - Position 4 - BOTTOM

Anzeige