Pressemitteilung | k.A.

Ärzte sollen ihre Kosten besser überblicken / Krankenkassen führen monatliche Reports ein

Gemeinsame Presseerklärung der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Krankenkassen

AOK-Bundesverband, Bonn
Bundesverband der Betriebskrankenkassen, Essen
Bundesverband der Innungskrankenkassen, Bergisch Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Bundesknappschaft, Bochum
Verband der Angestellten-Krankenkassen e. V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V., Siegburg

(Köln) - Mit einem neuen Berichtssystem auf der Arztebene haben die Krankenkassen eine weitere Initiative zur Transparenz der Arzneimittelverordnungen ergriffen. Am 29. April 2003 präsentierten die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in Berlin ihr Projekt „Arztbezogene Arzneimittel-Frühinformation“. Die Krankenkassen betonen, dass nun die Ärzteschaft über alle erforderlichen Informationen verfügt, Wirtschaftlichkeitspotenziale zu erkennen und notwendige Verordnungsumstellungen im Interesse einer rationalen, qualitätsgesicherten und wirtschaftlichen Verordnungsweise vorzunehmen.

Das neue Berichtssystem wurde mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vereinbart. Ab sofort werden die Rezepte aller Ärzte kassenübergreifend ausgewertet und die Ergebnisse als Arztberichte monatlich vertraulich zur Verfügung gestellt. Auf 11 Seiten erfährt der Arzt Anzahl, Umsätze und prozentuale Verteilung seiner Rezepte im Vergleich zu seiner Fachgruppe und zum Vormonat. Diese Basisdaten werden ergänzt um Kennzahlen zu wirtschaftlich relevanten Arzneimittelgruppen wie preisgünstige Generika und Festbetrags-Arzneimittel, kostenintensiven Analog- und Spezialpräparaten sowie um seine persönliche Medikamenten-Hitliste. Damit kann der Arzt sein eigenes Verordnungsverhalten in Vergleich zu seiner Arztgruppe setzen und ggf. eigenes unwirtschaftliches Verordnen beenden.

Nach Vertragsabschluss mit den Kassenärzten wurde das Berichtssystem innerhalb von nur neun Monaten realisiert. Monatlich wird ein Datenvolumen von nahezu 10 Gigabyte verarbeitet, das sind etwa 60 Millionen Verordnungen mit einem Rezeptstapel von 4 km Höhe. Aus der ersten Auswertung für den Verordnungsmonat Januar 2003 ergaben sich über 86.000 Arztberichte, in denen sich die Ausgaben der Krankenkassen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro widerspiegeln. Die Arztberichte stehen jedem Arzt bereits sechs Wochen nach Monatsende zur Verfügung. Sie ergänzen die monatliche GKV-Arzneimittel-Schnellinformation, die seit Oktober 2001 regionale Verordnungstrends in den Kassenärztlichen Vereinigungen abbildet und von den Krankenkassen auch im Internet unter www.gamsi.de bereitgestellt wird.

Das Arzneimittelbudget-Ablösungsgesetz 2001 hatte die Budgetierung durch ein Vertragskonzept auf der KV-Ebene ersetzt, das durch ein datengestütztes Controlling begleitet werden soll. Die Krankenkassen sehen mit beiden Informationssystemen ihren gesetzlichen Auftrag erfüllt, die erforderlichen Steuerungsinformationen aus den Rezeptdaten bereit zu stellen. Monat für Monat werden die individuellen Auswertungen des Verordnungsverhaltens von bis zu 110.000 einzelnen Vertragsärzten den Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärzten übermittelt. Es ist nunmehr Aufgabe der Vertragsärzte und ihrer Vereinigungen, das neue Berichtssystem zu nutzen, um ihrer Ausgabenverantwortung gerecht zu werden und die Wirtschaftlichkeit in der Arzneimittelversorgung zu sichern.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Betriebskrankenkassen (Bundesgebiet) Kronprinzenstr. 6, 45128 Essen Telefon: 0201/17901, Telefax: 0201/1791000

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