Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
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Ärzte-Streiks an kommunalen Krankenhäusern für bessere Arbeitsbedingungen

(Berlin) - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) bezeichnete die Streiks der Mediziner an kommunalen Krankenhäusern als notwendige Maßnahme, um die Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zurück zu bewegen. "Ebenso wie an den Unikliniken brauchen wir auch an den kommunalen Krankenhäusern einen eigenen arztspezifischen Tarifvertrag, der den Arztberuf wieder attraktiv macht", erklärte der MB-Vorsitzende Dr. Frank Ulrich Montgomery. Das letzte Gesprächspapier der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) bezeichnete er als Provokation, da es einen dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) "inhaltsgleichen" Abschluss vorsehe. Den zwischen VKA und ver.di im September 2005 vereinbarten TVöD lehnt der Marburger Bund jedoch strikt ab.

Da der TVöD alle Berufe im öffentlichen Dienst erfasse, sei er für Klinikärzte ungeeignet. Er trage der speziellen Arbeitssituation der Mediziner, die sich u.a. durch lange Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste, regelmäßige Überstunden und Rufbereitschaften auszeichne, nicht im Ansatz Rechnung. Zudem würde gerade jungen Ärzten das Gehalt im TVöD massiv gekürzt. Ein 29jähriger verheirateter Berufseinsteiger verliere gegenüber altem Bundes-Angestelltentarifvertrag nach zehn Jahren rund 31.300 Euro, nach 20 Jahren gar 67.800 Euro.

Der Marburger Bund wies Behauptungen der Arbeitgeber zurück, wonach die Arbeitsbedingungen in kommunalen Krankenhäusern besser seien als in Universitätskliniken. Montgomery: "Überlange Arbeitszeiten, massenhaft unvergütete Überstunden, schwierige Karrieremöglichkeiten, zu viel Bürokratie und zu geringe Einkommen sind auch für Ärzte in kommunalen Kliniken bittere Realität." Für die Behauptung der Arbeitgeber, wonach die Kommunen pleite seien und sich keinen arztspezifischen Tarifvertrag leisten könnten, zeigte der Gewerkschaftschef kein Verständnis. "Natürlich haben auch Kommunen finanzielle Engpässe. Es gehört jedoch leider zum tarifpolitischen Ritual, dass sich Arbeitgeber vor Verhandlungen stets auf das Niveau von Dritte-Welt-Staaten arm rechnen."

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Athanasios Drougias, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 7468460, Telefax: (030) 74684616

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