Ärzte-Warnstreiks an 20 Universitätskliniken
(Berlin) - Ärztinnen und Ärzte an rund 20 Universitätskliniken sind dem Aufruf der Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (mb) gefolgt und protestieren heute (02. Dezember 2005) gegen die ins Stocken geratenen Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Der 1. Vorsitzende des mb, Dr. Frank Ulrich Montgomery, bezeichnete die Warnstreiks als "Mahnung an die Arbeitgeber", ihre Verzögerungstaktik bei den Verhandlungen aufzugeben. Heute finden Ärzte-Proteste an allen Unikliniken Nordrhein-Westfalens sowie u. a. an den Unikliniken Mainz, Ulm, Heidelberg, Freiburg, München, Erlangen, Regensburg, Marburg/Gießen, Rostock und Leipzig statt.
"Die Ärzte in den Universitätskliniken sind fest entschlossen, dem Vorbild der Berliner Charité-Ärzte zu folgen, und im Falle unbefriedigender Tarifverhandlungen für ihr gutes Recht auf geregelte Arbeitszeiten und mehr Gehalt zu streiken", erklärte Montgomery. Die Ärzte an der Berliner Charité beenden heute einen fünftägigen Streik zur Erzwingung eines arztspezifischen Tarifvertrages.
Unterdessen wies der zweite Vorsitzende des mb Rudolf Henke auf dem ersten nationalen Präventionskongress in Dresden auf die präventive Bedeutung kontrollierter Arbeitszeiten für Ärzte wie Patienten hin. Er forderte vor 700 Zuhören die Umsetzung der EU-Richtlinie mit der Bewertung der Bereitschaftsdienste als Arbeitszeiten.
Wenige Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde mit der TdL am 6. Dezember in Berlin solle der heutige Warnstreiktag den Arbeitgebern klar machen, dass sich die Streikbereitschaft der Universitätsärzte nicht durch aussitzen abschwächen lasse. In den Tarifverhandlungen fordert der Marburger Bund die Wiederherstellung tariflich gesicherter Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter für die 22.000 Ärzte an den Universitätskliniken. Kernziele der Ärztegewerkschaft sind eine international konkurrenzfähige Ärztevergütung zur Eindämmung der Ärzteflucht ins Ausland, die vollständige Bezahlung sämtlicher Überstunden, geregelte Arbeitszeiten auf der Grundlage des europäischen Arbeitszeitrechts und die Abschaffung ultrakurz befristeter Arbeitsverträge.
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Pressestelle
Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7468460, Telefax: (030) 74684616
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