Ärztemangel im gesamten Bundesgebiet / Marburger Bund fordert Sofortprogramm der Bundesregierung
(Berlin) - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat angesichts des dramatischen Ärztemangels die Bundesregierung aufgefordert, ein Sofortprogramm zur Verbesserung der Attraktivität des Arztberufes umzusetzen. "Bei der Bekämpfung des Ärztemangels im ambulanten und im stationären Bereich hat die Bundesregierung gnadenlos versagt", so der Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Dr. Frank Ulrich Montgomery. Warnungen der Ärzteschaft seien in der Politik jahrelang auf taube Ohren gestoßen.
Die für 2008 angekündigte Gesetzesinitiative des Bundesgesundheitsministeriums, ärztliche Arbeitsbedingungen dadurch zu verbessern, indem man Pflegekräften mehr ärztliche Kompetenzen übertragen wolle, bezeichnete Montgomery als ideologiebehaftete Alibimaßnahme. Er forderte vielmehr, mittels eines Fünf-Punkte-Sofortprogramms die Berufszufriedenheit sowohl für niedergelassene Mediziner als auch für Krankenhausärzte zu verbessern. Dazu zähle:
1. eine umgehende Aufstockung der Ärztehonorare im ambulanten Sektor;
2. eine deutliche Erhöhung des Klinikbudgets weit über die beschlossenen 0,64 Prozent hinaus;
3. eine sofortige Rücknahme der von den Kliniken zu leistenden Abgabe in Höhe von 0,5 Prozent zur Sanierung der Krankenkassen;
4. endlich greifbare Ergebnisse aus der vom Bundesgesundheitsministerium eingesetzten Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau im Gesundheitswesen;
5. eine bessere Vergütung des Weiterbildungsprogramms Allgemeinmedizin.
Als mittelfristiges Ziel forderte MB-Chef Montgomery von der Bundesregierung die Abschaffung sämtlicher Budgets, die zur erheblichen Unterfinanzierung des Gesundheitswesens geführt hätten. Zudem müsse die Finanzierung der Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung auf eine solide und zukunftsfeste Grundlage gestellt werden. "Demografie, Massenarbeitslosigkeit und medizinischer Fortschritt erfordern ein Loseisen der Finanzierung über Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge", so Montgomery.
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Pressestelle
Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin
Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16
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