Pressemitteilung | Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK)

Ärzteschaft und Krankenkassen dementieren Bericht des TV-Magazins MONITOR

(Bergisch Gladbach) - Die in der ARD-Sendung MONITOR vom 31.8.00 erhobenen Zweifel an der Wirksamkeit und langfristigen Senkung der Sterblichkeit bei der Einführung eines Mammographie-Screenings sind nach dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse unbegründet. Darauf weist der Vorsitzende des Arbeitsausschusses Prävention des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, Dr. Bernd Metzinger, hin. "Zahlreiche wissenschaftliche Studien und auch die wissenschaftlich gesicherten Zahlen aus den Niederlanden belegen, dass die Einführung eines qualitätsgesicherten Mammographie-Screenings eine signifikante Abnahme der Brustkrebssterblichkeit bewirkt. Ein Brustkrebs-Screening mit hoher Qualität kann damit in Deutschland das Leben tausender Frauen retten", so Dr. Bernd Metzinger. Deshalb wird die Einführung einer Brustkrebs-Reihenuntersuchung mit Hilfe von drei Modellprojekten in der Bundesrepublik erprobt.

Die von MONITOR erhobenen Zweifel an der Wirksamkeit verunsichern die Frauen und beruhen hauptsächlich auf Aussagen einer umstrittenen Studie aus Dänemark, deren Kernaussagen wissenschaftlich nicht haltbar sind. Tatsache ist, dass in den Ländern Holland, Schweden und Großbritannien, in denen eine qualitätsgesicherte Brustkrebs-Reihenuntersuchung seit Jahren eingeführt wurde, die Zahl der an Brustkrebs verstorbenen Frauen signifikant gesunken ist. Dieses wurde insbesondere durch die frühzeitige Erkennung von Tumoren und nur zum Teil durch den Einsatz von bestimmten krebshemmenden Medikamenten erreicht, wie die neuesten Zahlen aus der konkreten Praxis in den Niederlanden belegen. Der Wissenschaftliche Beirat der Planungsstelle „Mammographie-Screening“, dem die führenden internationalen Brustkrebs-Experten angehören, stellt nach eingehender Prüfung auch vor dem Hintergrund der von MONITOR zitierten Studie fest, dass Mammographie-Screening das sicherste Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs darstellt. Die Tastuntersuchung sowohl durch die Frau selbst als auch durch qualifiziertes Personal stellt keine echte Alternative dar, weil die Tumoren in der Regel erst zu einem viel späteren Zeitpunkt ertastet werden können. Eine spätere Entdeckung der Tumoren bedeutet einen erheblichen Zeitverlust für die Ergreifung entsprechender medizinischer Maßnahmen. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Frauen in Bremen und Wiesbaden im Rahmen eines Modellprojektes zu einem qualitätsgesicherten Screening zur Früherkennung des Brustkrebses eingeladen werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK) Friedrich-Ebert-Str. TechnologiePark, 51429 Bergisch Gladbach Telefon: 02204/440 Telefax: 02204/44185

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