Alfred-Kerr-Preis 2008 für Burkhard Müller / Preisverleihung während der Leipziger Buchmesse
(Frankfurt am Main) - Der Journalist und Publizist Burkhard Müller ist soeben mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2008 ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand während der Leipziger Buchmesse statt. Der Schriftsteller Georg Klein hielt die Laudatio und betonte: "Aus den Texten des Kritikers und Schriftstellers Burkhard Müller sprechen lebendiges Wissen, blitzhelle Zeitgenossenschaft und eine Courage, die uns zum Selberdenken inspiriert, zu eigener Bestimmtheit ermutigt", so Klein.
Burkhard Müller hob in seiner Dankesrede die integrative Bedeutung der Literaturkritik hervor: "In einer Gesellschaft, die sich in ihrem Verhältnis zur Kunst und Literatur zunehmend fragmentiert und in immer kleiner, kultartig geschlossene Zellen der ästhetischen Selbstverständigung zerfällt, hält der Kritiker weithin sichtbar die Fahne des Gemeinsamen hoch." Im Bild der Waage sieht Müller das Verhältnis zwischen Kreativen und Kritiker ausgedrückt. Der Erste brauche das Gegengewicht des Zweiten, sonst sänke seine Schale ins Bodenlose des Unverbindlichen und zuletzt des Unverständlichen hinab. Zentral ist für ihn das Verhältnis von Nähe und Distanz zwischen dem Kritiker und den Beteiligten im literarischen Betrieb. Der Kritiker sei auf eine gewisse Kälte und Isolation angewiesen. Je größer der Abstand des Kritikers zum literarischen Betrieb sei, desto eher würde er ungehindert seine wahre Aufgabe erfüllen können. "Sobald ein Kritiker Rücksichten nimmt oder, sachlich genauso schlimm und charakterlich weit bedenklicher, seine Feindschaften auslebt, wird er seiner einzigen Pflicht untreu, der Gerechtigkeit." Auf sie sei er nach zwei Seiten hin verpflichtet: gegenüber dem Leser, der Anspruch auf korrekte Auskünfte habe, und gegenüber dem Autor.
Burkhard Müller schreibt regelmäßig Literaturkritiken für die Süddeutsche Zeitung. Er arbeitet als Latein-Dozent im Zentrum für Fremdsprachen an der TU Chemnitz-Zwickau.
Mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik zeichnet das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel seit 1977 literaturkritisches Wirken aus. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Frühere Preisträger sind unter anderem Hubert Winkels, Meike Feßmann, Hubert Spiegel, Elmar Krekeler, Felicitas von Lovenberg, Maike Albath, Ulrich Weinzierl, Lothar Müller und Andreas Nentwich.
Quelle und Kontaktadresse:
Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Claudia Paul, Pressesprecherin, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Großer Hirschgraben 17-21, 60311 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 1306-0, Telefax: (069) 1306-201
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