Arbeitgeber blockieren konsequent Arbeitszeit-Tarifvertrag für Krankenhäuser
(Köln) Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat Klinikarbeitgebern eine unerträgliche Blockadepolitik bei der Vereinbarung eines Tarifvertrages für Arbeitszeiten in Krankenhäusern vorgeworfen. Mit der Anpassung des Arbeitszeitgesetzes an die EU-Richtlinie zum 01. Januar 2004 und der Bewertung der ärztlichen Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit sei ein neuer Tarifvertrag notwendig geworden. Trotz dieser Notwendigkeit hätten die Arbeitgeber bisher keinen Termin für Tarifverhandlungen akzeptiert.
Wir kommen seit Monaten keinen Schritt weiter, weil die Arbeitgeber das neue Arbeitszeitgesetz nicht ernst nehmen und lediglich an einer Zementierung inhumaner Arbeitsbedingungen interessiert sind, erklärte Dr. Frank Ulrich Montgomery, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes. Statt Ärzte als wertvolle Leistungsträger zu betrachten, die den wirtschaftlichen Erfolg der Kliniken garantierten, blieben sie in Augen der Arbeitgeber billige Ausbeutungsobjekte. Der Gewerkschaftschef betonte, dass die meisten Klinikärzte miserabel bezahlt und zu lange arbeiten müssten. Illegale 80-Stundenwochen seien trotz höchstrichterlicher Urteile und verschärftem Arbeitszeitgesetz weiterhin keine Seltenheit.
Mit dem Verhindern eines neuen Tarifvertrages, der nach Ansicht des Marburger Bundes die Begrenzung der Arbeitszeiten auf durchschnittlich 48 Stunden in der Woche vorsehen sollte, würden sich die Arbeitgeber jedoch ins eigene Fleisch schneiden. Schließlich blieben aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen heute schon rund 5.000 offene Arztstellen unbesetzt. Wer Ärzte aus den Kliniken verjagt, verschlechtert die Patientenversorgung und schadet letztlich seinem eigenen Ruf, so Montgomery. Er forderte die Arbeitgeber auf, im Sinne der Patienten, Ärzte und Kliniken umgehend an den Verhandlungstisch zurück zu kehren, um den dringend benötigten Tarifvertrag abzuschließen.
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e. V. - Bundesverband
Riehler Str. 6, 50668 Köln
Telefon: 0221/9731680, Telefax: 0221/9731678
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