Pressemitteilung | degefest - Verband der Kongress- und Seminarwirtschaft e.V.

Auch Online-Lernen braucht den persönlichen Kontakt / DeGefest-Fachtage erörterten das Für und Wider virtueller Lernwege

(Hagen) - Auf der Fachtagung der DeGefest am 27. und 28. Juni 2002 im Arcadeon, Haus der Wissenschaft und Weiterbildung, machte DeGefest-Vorsitzender Dietmar Hennig in seiner Begrüßung deutlich, dass sich die Tagungswirtschaft schon seit Jahren in einer Umbruchsituation befinde. Als Beispiel nannte er die verstärkte, oft aber auch enttäuschende Nutzung neuer Medien, z. B. des Internets.

Traditionelle Arbeitsformen, so Hennig, lösten sich auf. Dies werde dazu führen, dass die Menschen sich in ihrem Leben mehrfach umorientieren müssen und dazu Hilfestellung und fundierte Weiterbildungsangebote benötigen Die DeGefest habe es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die dafür nötigen Informationen und Netzwerke bereitzustellen.

"Virtuelles Lernen kann ich mir nicht vorstellen. Lernen kann man nur real", begann Prof. Dr. Klaus Unger seine Darstellung der Arbeitsweise der Fernuniversität Hagen . Andererseits nannte er ein Motiv für die Gründung dieses Ausbildungsweges den Trend zum lebenslangen Lernen, der die Universitäten in einen Wettbewerb zu Weiterbildnern aller Art stellt und die Notwendigkeit, dies mit Unterstützung aller zur Verfügung stehenden Medien zu tun.. Es gehe nicht um die Alternative, Präsenz-Ausbildung oder virtuelles Lernen , sondern um ein sinnvolles Zusammenspiel beider Wege. Hinzu komme, so Unger, dass die Zukunft nicht der allumfassenden, sondern der profilierten, also thematisch spezialisierten Universität gehöre. Notwendig seien Universitäten, die offen und kooperativ mit anderen Bildungsträgern zusammenarbeiten. Er erläuterte dies am Modell des "Bildungsraums", in dem viele Bildungsangebote, theoretische und praxisnahe, miteinander vernetzt sind und so Wege zu einem bedarfsgerechten Lernen öffnen. Immer aber müsse ein persönlicher und fachlicher Kontakt zu den Dozenten, aber auch unter den Studenten erhalten bleiben, der allerdings zeit- und auch ortsungebunden organisiert werden könne.

Die Zahl von zur Zeit 60 000 Studenten, so Unger, beweise die Attraktivität der Fernuniversität, die dem beschriebenen Modell folge. Von diesen seien 80% berufstätig. 40% der Studenten hätten bereits ein anderes Studium abgeschlossen, 60% betrieben ein Teilzeit-Studium. Die Mehrzahl der Studenten wollen sich durch das Studium eine persönliche Weiterentwicklung sichern.

Von ähnlichen Erfahrungen berichtete Gordana Bjelopetrovic für die Kassel International Management School (KIMS). Auch sie befürwortet den direkten Kontakt durch einen hohen Anteil an Präsenz - Seminaren, die bei der KIMS üblicherweise einmal pro Woche stattfinden. Die Effektivität des Studiums werde durch die Nutzung der virtuellen Angebote jedoch deutlich erhöht. Dadurch sei es möglich, in Kassel innerhalb eines Jahres die Ausbildung zum MBA zu absolvieren. Die Referentin ließ die Teilnehmer des DeGefest - Fachtages per Internet-Konferenz erleben, wie Quasi-Präsenz erreicht werden kann. Sie stellte eine Verbindung zwischen dem Fachtag und einer gleichzeitig stattfindenden Unternehmer-Tagung in Spangenberg bei Kassel her, so dass in beiden Veranstaltungen zeitgleich gemeinsam interessierende Themen diskutiert werden konnten.

Ralph Büttner von der Firma OctaMedia GmbH in Kassel vertiefte die Darstellung auf der technischen Seite. Sein Credo: "Um Informationen an den Menschen zu bringen, sind viele traditionelle Wege zu teuer". 67% der Kosten für Weiterbildung und Training entfielen auf Reise und Ausfall der Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Mit Medien-Unterstützung könnten erhebliche Summen eingespart und gleichzeitig die Effektivität erhöht werden. Doch hier kamen Einwände aus dem Plenum. Solche Rechnungen berücksichtigten nicht die Erstinvestitionen und die Anlaufkosten. Auch zeige die Realität, dass es zur Zeit eine Rückbesinnung auf traditionelle Weiterbildungsmethoden gebe. In einer anschließenden Diskussionsrunde der Referenten wurde der ausschließliche Einsatz neuer Medien im Bereich des Verhaltenstraining als sehr schwierig angesehen. Die Runde war sich jedoch einig in dem Urteil, dass die Vermittlung von Sach-Know-how und Information mit neuen Medien erfolgversprechend und zukunftsträchtig sei.

Wichtig sei, die Qualität der traditionellen Lehre mit Medien-Unterstützung zu verbessern. Es gebe Szenarien, in denen das leicht gelinge, und andere, in denen es ohne direkten persönlichen Kontakt nicht geht. In Workshops am zweiten Tag der DeGefest - Fachtage beschäftigten sich die Tagungsteilnehmer mit Themen wie Risiko-Management, Internet als Informationsmedium sowie mit Programmen zur einfachen Erstellung und Pflege von Webseiten und von innerbetrieblichen eLearning - Systemen.

Quelle und Kontaktadresse:
DeGefest - Deutsche Gesellschaft zur Förderung und Entwicklung des Seminar- und Tagungswesens e.V. Friedrichstr. 95 10177 Berlin Telefon: 030/20962132 Telefax: 030/20962133

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