Auf dem Rücken der Patienten: Warken plant Kürzungen bei ambulanten Operationen
(Neuss) - Niedergelassene Operateure, sollen nur noch begrenzte Mengen operieren und Abschläge beim Honorar hinnehmen. Die Ausgaben sollen dauerhaft auf dem Niveau des Jahres 2025 eingefroren werden. Das geht aus dem Entwurf des Spargesetzes der Bundesregierung hervor, das am 29. April im Kabinett beschlossen werden soll. Damit wird die Ambulantisierung radikal ausgebremst, die Kosten in die Höhe getrieben und Patienten drohen längere Wartezeiten bei notwendigen Operationen.
In Deutschland gibt es ein weltweit einzigartiges Netz aus Tageskliniken und Praxiskliniken, in denen von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ambulante Operationen durchgeführt werden.
Längst ist wissenschaftlich erwiesen, dass ambulante Operationen weniger Komplikationen haben als Krankenhausoperationen. Insbesondere Infektionen mit gefürchteten Krankenhauskeimen können verhindert werden. In Deutschland dürfen nur niedergelassene Fachärzte ambulant operieren, die besondere Qualifikationen vorweisen, welche regelmäßig überprüft werden.
Gerade minimal-invasive Operationen, wie arthroskopische Gelenkoperationen, eignen sich für eine Tagesklinik. Die Zahlen sprechen für sich: Seit 2019 ist die Anzahl der Arthroskopien in Krankenhäusern um 30% zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum haben niedergelassene Ärztinnen und Ärzte 10% mehr arthroskopische Operationen durchgeführt. Eigentlich genau, wie es sein soll und wie im Sozialgesetz gefordert:
Ambulant vor stationär!
Geht es nach der Gesundheitsministerin, soll damit nun Schluss sein. Niedergelassene Operateure, die teilweise mit eigenem Geld OP-Zentren gebaut haben und diese mit Ihren Mitarbeiterteams betreiben, sollen nur noch begrenzte Mengen operieren und Abschläge beim Honorar hinnehmen. Die Ausgaben sollen dauerhaft auf dem Niveau des Jahres 2025 eingefroren werden.
Damit wird eines der wichtigsten Transformationsprozesse im deutschen Gesundheitswesen, die Ambulantisierung unnötig stationär erbrachter Operationen, ausgebremst. Was als Sparprogramm gedacht ist, kann sich als Bumerang erweisen. Fachleute erwarten, dass damit die Anzahl von Krankenhausoperationen wieder steigt und am Ende mehr sogar mehr Kosten im Gesundheitssystem entstehen.
Für die medizinische Versorgung bedeuten diese Pläne einen großen Rückschritt. Die Gesundheitswirtschaft wird zur Planwirtschaft. Für die Patientinnen und Patienten drohen längere Wartezeiten bei notwendigen Operationen. Eine schlechte Nachricht auch für die Arbeitgeber: Patienten, die auf eine OP warten, sind häufig krankgeschrieben.
Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband für Arthroskopie e.V. (BVASK), Breite Str. 96, 41460 Neuss, Telefon: 02131 51 257 22
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