Pressemitteilung | Bayerischer Philologenverband (bpv)
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Auf dem Weg zu einer modernen Prüfungskultur: bpv fordert mehr Freiraum am Gymnasium

(München) - Um die Prüfungskultur an den bayerischen Schulen weiterzuentwickeln, hat Kultusministerin Anna Stolz einen Dialogprozess angestoßen, dessen Ergebnisse zeitnah erwartet werden. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Lernbedingungen und neuer Prüfungsformen plädiert der Bayerische Philologenverband (bpv) nachdrücklich für mehr Freiraum bei den klassischen großen Leistungsnachweisen. Eine aktuelle Umfrage unter über 3.300 Mitgliedern untermauert diese Forderung mit einer deutlichen Mehrheit.

Die Umfrageergebnisse unterstreichen das „Fördern und Fordern“-Prinzip. Die überwiegende Mehrheit der befragten Lehrkräfte stimmt folgenden Aussagen zu oder eher zu:
• Schülerinnen und Schüler sind gewillt, Leistung zu zeigen. (75%)
• Schülerinnen und Schüler wollen gefordert werden. (77%)

bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl ordnet diese Ergebnisse wie folgt ein: „Die hohen Quoten zeigen, dass junge Menschen etwas leisten wollen und können. Das bestätigt Schulen, die ein positives, dem Menschen zugewandtes Leistungsideal leben und weiterentwickeln. Dabei geht es gerade nicht um reine Defizitorientierung oder sinnlosen Leistungsdruck, sondern um individuelle Förderung, Motivation sowie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Freude am Tun. Wenn ich in jungen Jahren erfahre, dass sich Anstrengungen lohnen und auch Durststrecken manchmal überwunden werden müssen, erfüllt Schule ihren Auftrag zur Erziehung und Bildung gleichermaßen.“

Belastung durch hohen Prüfungsdruck

Gleichzeitig nehmen drei Viertel der befragten Lehrkräfte eine Belastung der Lernenden durch die hohe Dichte an schriftlichen Leistungsnachweisen wahr oder sogar deutlich wahr. Schwägerl betont dazu: „Gerade die zunehmende Ankündigung von Leistungsnachweisen führt dazu, dass diese zwar nicht mehr überraschend kommen, dass aber am Ende mehr Termine im Prüfungskalender stehen. Während ein gewisser Anspruch auf dem Weg zum höchsten schulischen Bildungsabschluss essenziell ist, so darf der Druck natürlich nicht überhandnehmen oder gar zum ‚Leistungshemmer‘ werden. Die deutliche Zustimmung zu diesem Aspekt der Umfrage durch die Expertinnen und Experten vor Ort sollte sehr ernst genommen werden. Eine Lösung könnte mehr Freiraum bei der Zahl der großen Leistungsnachweise sein.“

Mehr Vertiefung und neue Prüfungsformate brauchen Freiraum

Eine klare Mehrheit der befragten Lehrkräfte ist zudem davon überzeugt, dass eine Reduktion der großen Leistungsnachweise keine negativen Auswirkungen auf das Leistungsniveau hat. Schwägerl resümiert abschließend: „Der Leistungswille ist da, der Druck bisweilen zu hoch. Für den bpv folgt daraus: Weniger Schulaufgaben und in der gewonnenen Zeit mehr Raum für Vertiefung, unbenotetes Feedback, Förderung und die Erprobung neuer Prüfungsformen. Am besten wird dies fachspezifisch entwickelt, damit ein solcher Schritt ohne Qualitätsverlust gelingt. Dies wäre eine wegweisende Maßnahme hin zu einer Prüfungskultur, die Schülerinnen und Schüler ebenso wie den Bildungsauftrag in den Blick nimmt, im Ergebnis ein weiterer Schritt zu einem modernen Gymnasium!“

Quelle und Kontaktadresse:
Bayerischer Philologenverband (bpv), Iris Janda, Redakteur(in) Öffentlichkeitsarbeit, Arnulfstr. 297, 80639 München, Telefon: 089 7461630

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