Pressemitteilung | Bundesverband der Freien Berufe e.V. (BFB)

Ausbildungsgipfel: Aufstieg von der falschen Seite

(Berlin) - Anlässlich des in Berlin stattfindenden zweiten Ausbildungsgipfels erklärt BFB-Präsident Dr. Ulrich Oesingmann:

"Mit Unverständnis nehmen wir zur Kenntnis, dass die Freien Berufe zum heutigen Ausbildungsgipfel nicht einbezogen sind. Gerne hätten wir die Lage auf dem Ausbildungsmarkt mit den Spitzen aus Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften diskutiert und sie darauf hingewiesen, dass der Weg, den die Bundesregierung wählt, der falsche ist: Erst müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass es Ausbildungsappelle und zusätzlicher Anstrengungen gar nicht erst bedarf. Dann braucht es auch keinen Ausbildungsgipfel, auf dem wiederum lediglich nicht einzuhaltende Versprechungen und Erklärungen abgegeben werden.

Die Stimmung bei den Freien Berufen ist so schlecht, wie seit Jahren nicht mehr. Das kann nicht verwundern, denn: Während die Bundesregierung auf der einen Seite an die Freiberufler appelliert, mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, entzieht sie ihnen auf der anderen Seite ihre Existenzgrundlage: Beitragssicherungsgesetz, Abschaffung der Gebühren- und Honorarordnungen, Einbeziehung in die Gewerbesteuer: All diese Angriffe auf die Freiberuflichkeit bewirken nur, dass Ausbildungsappelle abprallen oder gar kontraproduktiv sind. Die Drohung mit einer Ausbildungsabgabe tut hierbei ihr Übriges.

Seit Jahren stellt sich im Bereich der Freien Berufe - mit rund 53 Tausend neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr der drittstärkste Ausbildungsbereich - die Situation unverändert so da, dass zahlreiche offene Ausbildungsplätze nicht besetzt werden können, weil qualifizierte und geeignete Bewerber fehlen. Hier ist die Politik gefragt, endlich das Schulsystem so zu reformieren, dass sich die Ausbildungsreife und soziale Kompetenz der jungen Menschen deutlich verbessert."

Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt rund 783 Tausend Freiberufler. Diese beschäftigen über zweieinhalb Millionen Mitarbeiter - darunter ca. 160 Tausend Auszubildende – und erwirtschaften rund neun Prozent des Bruttoinlandproduktes.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Freien Berufe (BFB) Reinhardtstr. 34, 10117 Berlin Telefon: 030/2844440, Telefax: 030/28444440

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