Automatisierungsbranche in Deutschland boomt / Viertes Aufschwungjahr in Folge
(Nürnberg) - Die Unternehmen der elektrischen Automatisierungstechnik vermelden positive Geschäftsentwicklung auch im Jahr 2006. Im ersten Halbjahr ist der Umsatz in Deutschland erneut um gut neun Prozent auf 15,4 Mrd. Euro gestiegen. Für die zweite Hälfte dieses Jahres und für 2007 erwartet die Branche eine Fortsetzung der guten Entwicklung, so Günter Baumüller, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation anlässlich der Messe SPS/IPC/Drives in Nürnberg. Alle Zahlen belegen: Die Branche boomt. Der Export im ersten Halbjahr 2006 ist um 10,9 Prozent gewachsen. Erstmals seit Jahren weisen sowohl der Inlandsmarkt mit plus 10,6 Prozent als auch die Importe mit plus 15 Prozent starkes Wachstum auf, so Baumüller weiter. Erfreulich ist insbesondere die Zunahme der Beschäftigung um weitere 1,4 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005.
Alle Exportregionen weisen ähnlich starkes Wachstum auf. Europa außerhalb der EU ist mit einem Plus von fast 16 Prozent Spitzenreiter. Danach folgen die USA mit plus 11,2 Prozent und Südostasien mit plus 10,6 Prozent. Dort zählen China und Indien weiterhin zu den Emerging Markets. Dennoch bleibt die EU der 25 mit 54 Prozent der Exporte unser Heimatmarkt, stellte Baumüller fest. Auch hier ist das Wachstum mit 8,7 Prozent sehr erfreulich.
Unverändert habe die deutsche Automatisierungsindustrie im Jahr 2005 einen Anteil von 13 Prozent am 214 Mrd.-Euro-Weltmarkt, während der deutsche Markt nur noch acht Prozent der Produkte nachfrage. Deutschland bleibt damit starker Netto-Exporteur elektrischer Automatisierungstechnik. Die Exportquote bei deutscher Produktion hat damit einen Rekordstand von 77 Prozent erreicht.
Anteil am Wachstum haben alle Teilsegmente der Automatisierung. Im langfristigen Mittel rechnet der ZVEI damit, dass der Weltmarkt der Automatisierungstechnik um sechs bis acht Prozent pro Jahr wächst.
Energieeffizienz im Rampenlicht
Energieeffizienz ist zentrales Anliegen vieler Aussteller der SPS/IPC/Drives nicht erst seit dieses Thema in den Mittelpunkt der umweltpolitischen Diskussion in Deutschland und auf der europäischen Ebene gerückt ist, stellt Baumüller fest. Die Aussteller sähen die Klassifizierung der Energieeffizienz von Antrieben und deren Steuerungen als aktuellen Schwerpunkt der Gespräche auf der SPS/IPC/Drives. Nach ZVEI-Untersuchungen könnten pro Jahr allein in Deutschland 27 Milliarden kWh elektrischer Energie durch Energiesparmotoren und Drehzahlgeregelte Antriebe eingespart werden. Sie würden daher verstärkt beispielsweise in Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren und Zentrifugen eingesetzt. Anhand von LifecylceBetrachtungen der Kosten von Antrieben könnten sich relativ kurze Amortisationszeiten nachweisen lassen. Hier tut sich daher dem ZVEI zufolge ein Markt für Neuanschaffungen auf, und darüber hinaus ebenfalls für die Nachrüstung bestehender Anlagen. Der Verband hat Energieeffizienz als einen der generellen Schwerpunkte der Aktivitäten im Rahmen seiner High-Tech-Strategie definiert. Den ZVEI-Analysen zufolge können Antriebe den größten Einspar-Beitrag bei elektrischer Energie liefern.
Störungsfreie Wireless-Datenübertragung in der Automation
Um das Vertrauen von Anwendern in die drahtfreie Technologie zu fördern, hat der ZVEI-Fachverband Automation eine Studie gestartet. Sie solle die Koexistenz der verschiedenen Technologien und den Einfluss von Störquellen systematisch untersuchen. Ziel sei herauszufinden, wie gegenseitiges Stören der Anwendungen vermieden werden kann. Ein Abschluss der Studie sei bis Mitte 2007 angestrebt.
ZVEI stellt Integrierte Roadmap Automation 2015+ vor
Gesprächsstoff auf der SPS/IPC/Drives biete die im Sommer 2006 gemeinsam mit dem IZT Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung fertig gestellte Integrierte Roadmap Automation 2015+. Weltweit einzigartig ist die der Studie zugrunde liegende Fragestellung. Ausgangspunkt der Überlegungen waren sozioökonomische Trends in den kommenden Jahren, erläuterte Fachverbands-Geschäftsführer Dr. Ing. Reinhard Hüppe. Exemplarisch untersucht worden sei deren Einfluss auf die in Zukunft nachgefragten Produkte und Systeme anhand von vier Abnehmerbranchen der Automation. Daraus lassen sich Einschätzungen und Erwartungen an den Automatisierungsbedarf in den kommenden zehn Jahren und teilweise auch darüber hinaus ableiten. Auf dieser Grundlage sei es den Unternehmen der Automatisierungstechnik möglich, Fehlinvestitionen zu vermeiden und beispielsweise ihre Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen verlässlicher und differenzierter zu planen.
Quelle und Kontaktadresse:
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI)
Christian Mannigel, Leiter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 6302-0, Telefax: (069) 6302-317
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