AvD beobachtet mangelnde Winterfahrkultur jetzt Reifen wechseln!
(Frankfurt am Main) - Mit dem ersten Frost und nächtlichen Minusgraden wird es höchste Zeit, Winterreifen aufzuziehen. Doch das tun längst noch nicht alle Auto- und LKW-Fahrer. Jeder fünfte Verkehrsteilnehmer rutscht auf Sommerreifen durch die kalte Jahreszeit. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) führt das auf eine nicht vorhandene Winterfahrkultur zurück. Denn die Mehrheit der Bundesbürger ist der Meinung, dass es hierzulande gar keinen "richtigen Winter" gibt. "Der Mensch entfernt sich aufgrund zentralbeheizter Geborgenheit von der Wahrnehmung winterlicher Anzeichen", erklärt AvD-Verkehrssoziologe Alfred Fuhr. "Binnen eines halben Jahrhunderts ist die mentale Einstellung auf die kalte Jahreszeit und ihre Gefahren verloren gegangen." Es ist ein gesellschaftliches Phänomen und zudem eine Frage der Risiko-Wahrnehmung. "Wer sich stark fühlt, schätzt Risiken geringer und anders ein, als der Schwache", führt AvD-Experte Fuhr weiter aus. "Demnach geht derjenigen, der sich für einen guten Fahrer hält, größere Risiken ein. Und hier wird das Paradoxon deutlich: Ein wirklich guter, erfahrener Fahrer kauft Winterreifen und fährt vorsichtig. Der vermeintlich Gute kauft keine und gibt trotzdem Gas." Es existiert momentan also eher eine Winterrisikokultur statt einer Winterfahrkultur.
Der AvD plädiert dafür, mehr Anreize zu schaffen, die Sommerreifen von Oktober bis Ostern einzumotten. Denkbar wäre beispielsweise, ermäßigte Versicherungstarife für nachweisliche Winterreifennutzung anzubieten. Des Weiteren regt der AvD an, eine Winterreifenpflicht für Linienbusse, Taxen und LKW besonders für Gefahrguttransporte einzuführen. Berufskraftfahrer haben eine besondere Verantwortung und ihre Arbeitgeber, Kommunen oder Spediteure, könnten sich im eigenen Interesse als Vorbilder für eine sichere Winterfahrkultur präsentieren. Zudem haben Bus- oder LKW-Unfälle auf winterlichen Straßen meist verheerende Folgen: Personen- oder hohe Sachschäden und oft stundenlanges Stauchaos, falls ein LKW oder Bus quer steht und mehrere Spuren blockiert.
Gesetzliche Vorgaben:
Noch gibt es in Deutschland keine Winterreifenpflicht. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt jedoch seit Mai 2006 eine witterungsangepasste Ausrüstung vor (§2, Abs. 3a). Eine unpräzise Formulierung, die es den Behörden überlässt, wie im Einzelfall zu verfahren ist. Es droht ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro. Falls man mit Sommerreifen den Verkehr behindert oder einen Unfall verursacht, werden 40 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig. Bei der Schadensregulierung durch die Versicherung kann sich die "falsche" Bereifung zudem negativ auswirken. Man riskiert den Kasko-Schutz.
Die in Deutschland bei Winterreifen gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Der AvD rät jedoch, nicht mit weniger als 4 mm Profil zu fahren, sonst büßen die Winterreifen ihren Leistungsvorsprung ein, besonders auf Schnee und Matsch sie haften schlechter und der Bremsweg wird länger. In Österreich beispielsweise werden Winterreifen unter einer Profiltiefe von 4 mm nicht anerkannt und gelten als Sommerreifen.
Die richtige Bereifung ist entscheidend
Ab +7°C nach unten fallend, beginnt die Gummimischung der Sommerreifen zu verhärten. In der Folge wird die Bodenhaftung (Grip) des Fahrzeugs geringer, was die Unfallgefahr eindeutig und wesentlich erhöht. Winterpneus hingegen sind für niedrige Temperaturen und widrige Straßenverhältnisse ausgelegt. Diese zeichnen sich durch eine kälteresistente Gummimischung und ein mit Greifkanten und zusätzlichen Lamellen ausgestattetes Profil aus. Mit Reifen, die älter als 6 Jahre sind, sollte man nicht mehr unterwegs sein - empfiehlt der AvD. Auch wenig genutzte Reifen altern, der Gummi wird spröde. Beim Winterreifenkauf gilt es zudem, auf die sogenannte DOT-Nummer zu achten eine vierstellige Zahl, die die Produktionswoche und das Produktionsjahr anzeigt (z.B. 3608 für die 36. Woche/September 2008) und möglichst neue Reifen zu kaufen. Bei der Auswahl der Reifen lohnt nach dem Blick auf gute Testergebnisse auch ein zweiter auf den Rollwiderstand. Ist dieser optimiert und gering, kann Sprit gespart und somit auch der CO2-Ausstoß reduziert werden. Die Reifen sind für etwa 20-25 Prozent des Kraftstoffverbrauchs verantwortlich. Das Einsparpotential bei Winterreifen ist allerdings geringer, als bei Sommer-Leichtlaufreifen, so die Deutsche Energie-Agentur (dena).
AvD-Reifenwechsel bei A.T.U. - einmal bezahlen, zweimal nutzen
Mitglieder des Automobilclub von Deutschland (AvD) haben beim anstehenden Tausch von Sommer- auf Winterreifen satte Preisvorteile: Bezahlt werden muß nur das erste Umrüsten, während der im Frühjahr folgende Radwechsel kostenfrei von statten geht. Ganz einfach das AvD-Scheckheft vorlegen, den entsprechenden Gutschein abstempeln lassen und im Frühjahr in einer der über 580 A.T.U.-Filialen vorlegen.
Quelle und Kontaktadresse:
Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD)
Pressestelle
Lyoner Str. 16, 60528 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 66060, Telefax: (069) 6606260
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