Pressemitteilung | Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD)

AvD gegen generelles Tagesfahrlicht / Fahren mit Licht bei Tag gefährdet Zweiradfahrer und Fußgänger

(Frankfurt am Main) - Die Forderung nach einem generellen Tagesfahrlicht auf freiwilliger Basis ab 1. Oktober 2005 von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe lehnt der Automobilclub von Deutschland (AvD) ab, da dies Zweiradfahrer und Fußgänger gefährdet.

Gegen ein die Einführung des generellen Tagesfahrlichtes sprechen simple physikalische Gründe, die die Verkehrssicherheit eher verschlechtern, statt zu verbessern.

Die Lichtbrechung lässt dunkle Gegenstände im Lichtstrom untergehen: Wer jemals einen Finger in den Lichtstrahl eines Diaprojektors gehalten hat, kennt die Wahrnehmung minimaler Verdunklung bei gleichzeitigem "Verschwinden" des Objekts. Fußgänger und Radfahrer gehen im "Licht-strom" entgegenkommender Autos ebenfalls regelrecht unter - ein Versuch im Lichtkanal bestätigt dieses Phänomen. Bei regennasser Fahrbahn wird der Effekt zusätzlich verstärkt. Augenärzte haben festgestellt, dass für die Erkennung von Objekten im Gegenlicht (genannt "glare") 15 Prozent mehr Kontrastsehen erforderlich ist.

Der AvD möchte, dass Rad- und Motorradfahrern sowie den Rettungs-diensten ihr Wahrnehmbarkeitsvorteil durch das eigene Licht nicht wieder genommen wird, zumal Fußgänger ohne Reflektorkleidung gänzlich benach-teiligt wären. Und: Wenn alle Autos mit Licht fahren, sinkt die Wahrnehm-barkeit des Einzelnen wieder. Gezielt eingesetztes Abblendlicht am Tag - zum Beispiel in dunklen Alleen oder Waldstücken - ist hingegen sinnvoll und sollte vor Ort im Bedarfsfall angeordnet werden.

Erstaunlich ist, dass sich Minister Stolpe bei seinem Vorschlag auf eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) beruft, die das Ministerium auf Anfrage nicht aushändigen kann, weil diese Studie noch nicht abgeschlossen sei.

Der AvD fordert vor einer gesetzlichen Pflicht zum Tagesfahrlicht einen Großversuch unter Laborbedingungen, um die wahrnehmungsrelevanten Einflüsse des Fahrens bei Tag mit Licht zweifelsfrei zu erforschen: Gleich-zeitig fordert er die Hersteller auf, die Fahrzeugbeleuchtung so zu schalten, dass ein Fahren mit Standlicht auch in Kombination mit Nebelscheinwerfern künftig unmöglich ist.

Die Aufforderung zum Einbau spezieller Tagesfahrleuchten begrüßt der AvD. Diese sind deutlich dunkler als das normale Abblendlicht, so dass sich der der oben dargestellte Effekt nicht auswirkt und eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer nicht zu befürchten ist.

Quelle und Kontaktadresse:
Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD) Lyoner Str. 16, 60528 Frankfurt Telefon: 069/66060, Telefax: 069/6606789

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