Pressemitteilung | Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD)
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AvD warnt vor LKW Giganten

(Frankfurt am Main) - Der Automobilclub von Deutschland warnt vor der Illusion, überlange Lastkraftwagen mit deutlich größerer Ladekapazität könnten die Zunahme des Verkehrsaufkommens bremsen. Niedersachsen hat im Alleingang als erstes Bundesland Ausnahmegenehmigungen für so genannte Gigaliner vergeben. Die von der Firma Krone entwickelten mehr als 25 Meter langen Fahrzeugkombinationen sollen in einem bis 31. Juli 2007 befristeten Pilotprojekt auf ausgewählten Strecken innerhalb Niedersachsens rollen.

Der AvD sieht eine Menge praktischer Probleme und Gefahren:
1. LKW von mehr als 25m Länge passen kaum in die ohnehin kurzen Abstände der fahrenden LKW untereinander.
2. Mögliche Überholvorgänge werden unverantwortlich lang.
3. Die größte Zahl getöteter Radfahrer wird Opfer des toten Winkels seitlich von LKW, mehr als 25 Länge im Vorbeirollen sind für Radfahrer und Fußgänger lebensgefährlich, weil der Fahrer die Länge kaum überblicken kann - Fahrer solcher Züge dürften Radfahrer und Zweiräder schlichtweg nicht überholen.
4. Trotz spezieller Technik sind die Gigaliner für eine Vielzahl der bewußt eng geführten Straßen und Kreisverkehre nicht geeignet. Der AvD rechnet mit einer Vielzahl von Schäden und Unfällen.
5. Die ohnehin überlasteten Autobahn-Park- und Rastplätze können Gigaliner kaum aufnehmen - die Mega-Züge werden bis in den Verkehrsraum hineinragen und lebensgefährliche Hindernisse bilden.
6. Gerät ein Gigaliner etwa durch Spurrillen, außer Kontrolle, ist er kaum mehr einzufangen und blockiert schlimmstenfalls mehr als 3 Fahrspuren.

AvD-Experte Joh. Hübner kritisiert die Meinung von Landesverkehrsminister Walter Hirche (FDP), das größere Ladevolumen der Fahrzeuge könnte Entlastung bringen: Anstatt mit wirksamen Bahnverbindungen, modernen Umladesystemen und "Huckepackverkehr" die Straßen zu entlasten, läutet der Minister mit der technischen Erprobung von drei Fahrzeugkombinationen das Aufrüsten der Spediteure mit erheblichen Nachteilen für Verkehrsfluß und Sicherheit ein." Gigantismus passt als Lösungskonzept nicht auf enge und überlastete Straßen. Wer heute mit solchen Argumenten Gigaliner zulässt, muß morgen mit den gleichen Begründungen noch größere Einheiten erlauben. Der AvD fordert das Ministerium auf, den Versuch abzubrechen - es ist auch falsch verstandener Föderalismus, wenn in einzelnen Bundesländern mit starker Spediteurslobby Insellösungen gesucht werden, die bundesweit erheblichen Schaden anrichten können.

Quelle und Kontaktadresse:
Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD) Sven Janssen, Pressesprecher Lyoner Str. 16, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66060, Telefax: (069) 6606260

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