Bankenverband: Zinsanhebung als Reaktion auf günstige Konjunktur und ungünstige Preisdaten
(Berlin) - Mit ihrer weiteren Zinsanhebung reagiert die Europäische Zentralbank (EZB) nach Auffassung des Bundesverbandes deutscher Banken auf die derzeit günstige Konjunkturlage und die anhaltende Bedrohung der Preisstabilität im Euro-Raum durch die Verteuerung der Rohstoffpreise. Der Bankenverband weist darauf hin, dass sich die Inflationsrate seit dem Frühjahr noch weiter von der Zielmarke von knapp 2 Prozent entfernt habe, und die Rohstoffpreise wegen der anhaltend hohen Nachfrage, der Kapazitätsengpässe und der unsicheren politischen Lage auf absehbare Zeit tendenziell weiter anziehen dürften.
Auch sei das Zinsniveau langfristig betrachtet immer noch vergleichsweise niedrig, während die Wirtschaft im Euro-Raum inzwischen schneller wachse als das Potenzial.
Die Tatsache, dass die EZB mit der heutigen (3. August 2006) Maßnahme die bisherige Abfolge von Zinserhöhungsschritten beschleunigt habe, sei laut Bankenverband ein Hinweis auf erhöhte Stabilitätssorgen der Notenbank. Dies lasse weitere Zinsanhebungen mit der jetzt gewählten Frequenz erwarten, um die Inflationserwartungen in Zaum zu halten. Allerdings sei im kommenden Jahr mit einer Abschwächung der wirtschaftlichen Expansion zu rechnen. Die EZB stehe damit vor der schwierigen Aufgabe, die Preisstabilität in einer Phase zu sichern, die durch aktuell gute Wirtschaftsdaten, zugleich aber zunehmende Konjunkturrisiken gekennzeichnet sei. Die Notenbank habe sich bislang aus guten Gründen nicht auf einen Automatismus von Zinsschritten festgelegt. In Anbetracht der unsicheren Perspektiven und der langen Wirkungszeiten geldpolitischer Maßnahmen sollte dies nach Auffassung der privaten Banken auch weiterhin gelten.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Pressestelle
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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