Pressemitteilung | Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV-RLP)
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Bauern- und Winzerverbände, Landwirtschaftskammer und Waldbesitzerverband verabschieden Positionspapier zur Biodiversität

(Mainz) - Ende des Jahres 2008 hat die rheinland-pfälzische Umweltministerin, Margit Conrad, ein Papier zur Erhaltung der Biodiversität in Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht, ohne den landwirtschaftlichen Berufsstand im Vorfeld der Beratungen zu diesem Papier entsprechend einzubeziehen. Bereits damals wurde die Verabschiedung des Papiers ohne die Berücksichtigung der Winzer, Landwirte und Waldbesitzer heftig kritisiert, da diese seit Jahrtausenden im Einklang mit der Natur arbeiten und die Biodiversität, wie sie heute vorhanden ist, erst ermöglichen. Aus diesem Grund haben der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e. V., der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e. V., die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und der Waldbesitzerverband für Rheinland-Pfalz ein eigenes Positionspapier zu diesem Thema erarbeitet.

Es könne nicht sein, dass unter der Bezeichnung "Biodiversität" Maßnahmen einseitig zu Lasten der Grundeigentümer und Bodenbewirtschafter umgesetzt werden, so die berufsständischen Organisationen. Die Biodiversität wandle sich im Laufe der Zeit, sei nie statisch, sondern dynamisch und werde von vielfältigen Faktoren beeinflusst. Zudem sei die Veränderung der Biodiversität in den Wirkungsgefügen äußerst komplex und müsse vorurteilsfrei betrachtet werden.

Die beteiligten Organisationen haben daher ein Positionspapier zur Biodiversität in Rheinland-Pfalz erarbeitet und unter anderem die Beachtung folgender Aspekte gefordert:

1. Eine deutliche Verringerung der Inanspruchnahme land- und forstwirtschaftlicher Flächen durch Siedlung und Verkehr zum langfristigen Schutz der Grundlagen der Landwirtschaft und damit der Biodiversität;
2. Veränderung der Förderpraxis für Wohnbau und Gewerbe. Es muss der Grundsatz Innenentwicklung vor Außenentwicklung gelten;

3. Veränderung des Verbraucherverhaltens durch Information und Aufklärung über den Wert der heimischen Nahrungsmittel und Baustoffe für Gesellschaft und Natur. Beim Einkauf sollte gezielt auf Rohstoffe und Lebensmittel aus der Region zurückgegriffen werden;

4. Veränderung der land- und forstwirtschaftlichen Förderpraxis mit Berücksichtigung der ökologischen Leistungen der Land- und Forstwirte durch Nutzung der Flächen und zur Förderung marktfähiger regional vermarkteter Produkte;

5. Zusätzliche Erweiterung der Agrarumweltmaßnahmen und Erweiterung der Angebotspalette beim Vertragsnaturschutz auch und gerade für Maßnahmen im Wald;

6. Erarbeitung von Aus- und Weiterbildungsschwerpunkten für Landwirte, Förster und Winzer im Fachbereich der Biodiversität;

7. Freiwillige Verpflichtung von Handel und lebensmittelverarbeitender Industrie zur Förderung hochwertiger und regional verfügbarer Produkte;

8. Entwicklung von ländlichen Räumen und regionaler Tourismuskonzepte durch öffentlichkeitswirksame Präsentation einer multifunktionalen Land- und Forstwirtschaft;

Gerade in Rheinland-Pfalz finde sich wegen der spezifischen Anforderungen an die Produktionsstandorte für Landwirtschaft, Weinbau, Obstbau, Gemüsebau und Forsten eine vielfältige Ausprägung von Ökosystemen. Viele davon hätten erst durch diese Vielfalt und die Arbeit der Landwirte, Winzer und Waldbesitzer Bedeutung für Natur und Landschaft erlangt. Die mit der Bewirtschaftung der Flächen im Rahmen landwirtschaftlicher, weinbaulicher und forstwirtschaftlicher Tätigkeit einhergehende Nutzungsvielfalt bilde eine wichtige Grundlage für die Erhaltung und Entwicklung der Biodiversität in Rheinland-Pfalz. Es sei daher unumgänglich, jede Diskussion über Biodiversität mit den beteiligten Landnutzern zu führen, so die Vertreter der Bauernverbände, der Landwirtschaftskammer und des Waldbesitzerverbandes.

Das vollständige Positionspapier ist unter www.bwv-rlp.de im Internet abrufbar.

Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. Pressestelle Weberstr. 9, 55130 Mainz Telefon: (06131) 62050, Telefax: (06131) 620550

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