BDKJ- Bundesfrauenkonferenz fordert entschlossenes Handeln gegen Femizide und Sexismus
(Berlin/Wiesbaden) - Mit klaren politischen Forderungen und personellen Weichenstellungen ist am Wochenende die Bundesfrauenkonferenz des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Wiesbaden zu Ende gegangen. Die rund 50 Delegierten aus ganz Deutschland verabschiedeten zwei Beschlüsse gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Sexismus und wählten ein neues BDKJ-Bundesfrauenpräsidium.
Gewalt gegen Mädchen und Frauen als strukturelles Problem
Die Konferenz machte deutlich: Gewalt gegen Mädchen und Frauen zeigt sich in unterschiedlichen Formen – von tödlicher Gewalt bis hin zu alltäglichem Sexismus und digitaler Hetze. Beide Ebenen stehen in einem gemeinsamen strukturellen Zusammenhang.
Ein Schwerpunkt lag auf der Auseinandersetzung mit Femiziden in Deutschland. „Femizide sind keine Einzelfälle oder private Tragödien, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit und patriarchaler Gewaltverhältnisse“, betonte BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher. Nahezu täglich versuchen Männer in Deutschland, ihre (Ex-)Partnerinnen gewaltsam zu töten – etwa jeden dritten Tag endet diese Gewalt tödlich. Kinder und Jugendliche sind ebenfalls häufig betroffen, sei es direkt, als Zeug*innen oder durch den Verlust naher Bezugspersonen.
Die Bundesfrauenkonferenz fordert daher unter anderem eine verlässliche statistische Erfassung von Femiziden sowie die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland. Zudem braucht es deutlich mehr Schutz- und Unterstützungsangebote sowie eine umfassende Präventionsarbeit.
Sexismus im öffentlichen Diskurs und in digitalen Räumen
Gleichzeitig widmete sich die Konferenz intensiv dem Thema Sexismus im öffentlichen Diskurs und in den Medien. Die Delegierten stellen fest, dass sexistische Darstellungen, antifeministische Narrative und digitale Gewalt weiterhin weit verbreitet sind und gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken. Insbesondere Mädchen und Frauen werden in Medien und sozialen Netzwerken häufig abgewertet, auf ihr Äußeres reduziert oder gezielt angegriffen.
„Sexismus ist kein Randphänomen – er prägt gesellschaftliche Debatten und schafft ein Klima, in dem Diskriminierung und Gewalt begünstigt werden. Das zeigt sich online wie offline“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher.
Der BDKJ fordert daher unter anderem eine stärkere Verantwortung von Medien und Plattformbetreiber*innen, wirksame Maßnahmen gegen digitale Gewalt sowie eine konsequente geschlechtersensible Bildungsarbeit.
Unter dem Leitmotiv „Ni Una Menos – Nicht eine weniger“ macht der BDKJ deutlich: Kein weiteres Leben darf durch geschlechtsspezifische Gewalt ausgelöscht werden. Gleichzeitig braucht es eine Gesellschaft, die Sexismus in all seinen Formen erkennt und entschieden entgegentritt.
Neues Bundesfrauenpräsidium gewählt
Neben den inhaltlichen Beschlüssen haben die Delegierten auch personelle Weichen für die kommenden Jahre gestellt: Mit der Wahl eines neuen Bundesfrauenpräsidiums wird die mädchen- und frauenpolitische Arbeit des BDKJ in den kommenden Jahren zukunftsfähig aufgestellt. Neu in das Gremium gewählt wurden Jana Behrens (BDKJ Osnabrück), Sarah Sophie Pohl (BDKJ Erfurt) und Lisa Holzer (Katholische junge Gemeinde). Gemeinsam mit Anna Klüsener (Pfadfinderinnenschaft St. Georg) und Daniela Hottenbacher (BDKJ-Bundesvorsitzende) werden sie künftig die politische Arbeit des BDKJ in Fragen der Mädchen- und Frauenpolitik gestalten. Aus dem Präsidium verabschiedet wurden Caroline Kolmar (BDKJ Speyer) und Katharina Geskes (Katholische Landjugendbewegung).
„Als katholischer Jugendverband steht der BDKJ für die unantastbare Würde jedes Menschen. Daraus ergibt sich für uns der klare Auftrag, uns aktiv gegen Gewalt, Diskriminierung und sexistische Strukturen einzusetzen – in Gesellschaft, Politik, Medien und Kirche”, betont BDKJ-Bundesvorsitzende Daniela Hottenbacher.
„Die Bundesfrauenkonferenz macht mit ihren Beschlüssen deutlich: Es braucht entschlossenes Handeln auf allen Ebenen, um geschlechtsspezifische Gewalt zu beenden und eine gerechte, diskriminierungssensible Gesellschaft zu schaffen, in der auch Mädchen und Frauen sicher und selbstbestimmt aufwachsen können.”
Quelle und Kontaktadresse:
Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) - Bundesstelle, Christian Toussaint, Pressesprecher(in), Carl-Mosterts-Platz 1, 40477 Düsseldorf, Telefon: 0211 46930
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