BdS-Mitgliederversammlung 2026: SystemGastroConnect bringt Politik, Wirtschaft und Praxis zusammen
(MĂŒnchen) - Die Mitgliederversammlung 2026 des Bundesverbands der Systemgastronomie e. V. (BdS) stand ganz im Zeichen des Dialogs zwischen Politik und Praxis. Unter dem Motto "SystemGastroConnect" kamen am 25. Juni in der STATION Berlin rund 200 GĂ€ste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis zum wichtigsten Branchentreffen des Jahres zusammen. Im Mittelpunkt stand der Austausch ĂŒber die Zukunft der Systemgastronomie sowie die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen fĂŒr Wachstum, Investitionen und BeschĂ€ftigung. Durch das Programm fĂŒhrte Dr. Helene Bubrowski, Chefredakteurin von Table.Media.
Dabei machte die Systemgastronomie deutlich, dass sie bereit ist, Verantwortung zu ĂŒbernehmen: Die Mitgliedsunternehmen des BdS planen in den kommenden Jahren Investitionen von rund drei Milliarden Euro, bis zu 600 neue Standorte und rund 30.000 zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze. Damit dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann, braucht die Branche verlĂ€ssliche politische Rahmenbedingungen, weniger BĂŒrokratie und mehr Vertrauen in unternehmerisches Handeln.
Die Branche ist bereit - jetzt ist die Politik gefordert
BdS-PrĂ€sident Matthias Kutzer bekrĂ€ftigte in seiner Eröffnungsrede, dass die Systemgastronomie ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands leisten will. Voraussetzung dafĂŒr seien jedoch wettbewerbsfĂ€hige Rahmenbedingungen und ein konsequenter Abbau bĂŒrokratischer HĂŒrden. "Wer möchte, dass Deutschland wirtschaftlich wieder stĂ€rker wĂ€chst, der muss auch denjenigen vertrauen, die unternehmerische Verantwortung ĂŒbernehmen", so der BdS-PrĂ€sident. Die Branche brauche VerlĂ€sslichkeit, FreirĂ€ume und Strukturreformen. "Wenn Politik, Wirtschaft und Sozialpartner gemeinsam pragmatische Lösungen schaffen, wenn Unternehmertum wieder stĂ€rker ermöglicht statt erschwert wird, und wenn Leistung wieder mehr Vertrauen und Anerkennung erfĂ€hrt, dann wird die Systemgastronomie auch in Zukunft eine echte Erfolgsgeschichte fĂŒr unser Land bleiben."
BdS baut politische PrÀsenz weiter aus
BdS-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Markus Suchert zog eine positive Bilanz der Verbandsarbeit. Der BdS habe sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als starke politische Stimme der Systemgastronomie etabliert und wichtige Erfolge fĂŒr die Branche erreicht. Dazu zĂ€hlen unter anderem die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen, die Bewahrung der UnabhĂ€ngigkeit der Mindestlohnkommission, weitere steuerliche Entlastungen sowie eine deutlich gestiegene politische Wahrnehmung der Branche.
Zugleich machte Suchert deutlich, dass der Einsatz fĂŒr bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen konsequent fortgesetzt werde. Die Systemgastronomie sei weit mehr als die Summe ihrer Restaurants und Marken - sie sei Ausbildungsbetrieb, Integrationsmotor, Innovationstreiberin und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
"Die Systemgastronomie wird auch kĂŒnftig ihren Beitrag zu mehr Wachstum, mehr BeschĂ€ftigung und mehr wirtschaftlicher Dynamik in unserem Land leisten. Denn wir sind nicht Teil des Problems. Wir sind Teil der Lösung."
Politik im Dialog mit der Branche
Die politische Bedeutung der SystemGastroConnect spiegelte sich im hochkarĂ€tig besetzten BĂŒhnenprogramm wider. Mit Lilian Tschan (SPD), StaatssekretĂ€rin im Bundesministerium fĂŒr Arbeit und Soziales, sowie den Bundestagsabgeordneten Sepp MĂŒller (CDU), stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Dr. Christoph PloĂ (CDU), Koordinator der Bundesregierung fĂŒr maritime Wirtschaft und Tourismus diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Bundesregierung und Bundestag mit der Branche ĂŒber die Herausforderungen der kommenden Jahre.
Lilian Tschan wĂŒrdigte in ihrer Rede die 100-prozentige Tarifbindung der BdS-Mitglieder als starkes Signal fĂŒr faire Arbeitsbedingungen, verlĂ€ssliche BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse und eine gelebte Sozialpartnerschaft. Mit Blick auf den Mindestlohn hob sie die Bedeutung der Tarifpartnerschaft und der UnabhĂ€ngigkeit der Mindestlohnkommission hervor. Auch bei der Reform des Arbeitszeitgesetzes gelte es, Lösungen zu finden, die sowohl den Interessen der BeschĂ€ftigten als auch den Anforderungen der Unternehmen gerecht wĂŒrden.
Sepp MĂŒller warb fĂŒr einen wirtschaftspolitischen Neustart und sprach sich fĂŒr einen konsequenten BĂŒrokratieabbau aus. Kommunale Verpackungssteuern bewertete er kritisch, da sie aus seiner Sicht keine Lenkungswirkung entfalteten und Unternehmen zusĂ€tzlich belasteten. Zugleich hob er die Bedeutung der Systemgastronomie als wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens hervor - insbesondere im lĂ€ndlichen Raum. Eine starke Wirtschaft sei Voraussetzung fĂŒr einen leistungsfĂ€higen Sozialstaat. DarĂŒber hinaus befĂŒrwortete MĂŒller die geplante Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit.
Dr. Christoph PloĂ unterstrich die Bedeutung der Systemgastronomie fĂŒr den Tourismusstandort Deutschland und verwies auf die Nationale Tourismusstrategie sowie die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer fĂŒr Speisen als wichtige Entlastung fĂŒr die Branche. Zugleich sprach er sich fĂŒr gröĂtmögliche FlexibilitĂ€t im Arbeitszeitgesetz und einen konsequenten BĂŒrokratieabbau aus. Als Beispiel nannte er die geplante Reform des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes, die fĂŒr die Gastronomie bĂŒrokratiearm und praxistauglich ausgestaltet werden mĂŒsse.
In den an die Impulse der politischen EhrengĂ€ste anschlieĂenden Dialogen mit BdS-Vertretern standen die drĂ€ngenden Herausforderungen der Branche im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem die Fach- und ArbeitskrĂ€ftesicherung, die Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes sowie der Abbau unnötiger BĂŒrokratie und Dokumentationspflichten. Deutlich wurde, dass wettbewerbsfĂ€hige Rahmenbedingungen entscheidend sind, um Investitionen zu ermöglichen, ArbeitsplĂ€tze zu sichern und den Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stĂ€rken.
BdS-Politiktalk: Die Branche der Chancen zwischen Regulierung und RealitÀt
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der BdS-Politiktalk "Pizza, Burger, Politik - Die Branche der Chancen zwischen Regulierung und RealitĂ€t". Unter der Moderation von Dr. Helene Bubrowski diskutierten Marc Biadacz, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Lisa Paus vom BĂNDNIS 90/DIE GRĂNEN, Mitglied im Ausschuss fĂŒr Arbeit und Soziales sowie Bundesministerin a.D., Carina Knie-NĂŒrnberg, Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Roland Wolf, GeschĂ€ftsfĂŒhrer und Abteilungsleiter Arbeitsrecht und Tarifpolitik der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde, sowie Olga Vos, McDonald's-Franchisenehmerin.
Im Mittelpunkt standen die Gewinnung von Fach- und ArbeitskrĂ€ften, die Erwerbsmigration, die Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, der BĂŒrokratieabbau sowie die WettbewerbsfĂ€higkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die Diskussion machte deutlich, dass groĂer Reformbedarf hinsichtlich schnellerer Verfahren, weniger BĂŒrokratie und verlĂ€sslicher Rahmenbedingungen besteht, um Wachstum und BeschĂ€ftigung zu sichern.
Impulse aus Wissenschaft und Marktforschung
Mit seinem Vortrag "Sozialpartnerschaft und Tarifpolitik im Zeichen von Krisen" gab Dr. Hagen Lesch vom Institut der Deutschen Wirtschaft einen Einblick in aktuelle Entwicklungen von Tarifbeziehungen und unterstrich die zentrale Rolle einer gelebten Sozialpartnerschaft sowie stabiler tariflicher Rahmenbedingungen.
Den Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der Branche richtete anschlieĂend Jochen Pinsker vom Marktforschungsunternehmen Circana. Trotz eines weiterhin anspruchsvollen Konsumumfelds baue die Systemgastronomie ihre Marktposition kontinuierlich aus. Der Marktanteil stieg auf 45,6 Prozent.
Plattform fĂŒr Austausch und Innovation
Begleitet wurde die SystemGastroConnect von einer groĂen Ausstellung der BdS-Fördermitglieder. Bei Networking-Pausen, Light Lunch, Fördermitgliederrallye und der abschlieĂenden After-Work-Party nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum intensiven Austausch ĂŒber Innovationen, Dienstleistungen und Zukunftsthemen der Branche.
Die SystemGastroConnect machte deutlich: Die Systemgastronomie ist bereit, Verantwortung zu ĂŒbernehmen, zu investieren und ArbeitsplĂ€tze zu schaffen. Politik und Branche nutzten die Veranstaltung fĂŒr intensiven Diskussionen darĂŒber, wie Deutschland als Wirtschaftsstandort gestĂ€rkt und die Rahmenbedingungen fĂŒr eine der dynamischsten Branchen des Landes nachhaltig verbessert werden können.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS), Sabine JĂŒrgens, Presse- und Ăffentlichkeitsarbeit, Wilhelm-Wagenfeld-Str. 20, 80807 MĂŒnchen, Telefon: 089 3065879-0
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