Pressemitteilung | Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ)
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Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: „Betreuung für Kinder unter 3 nötig und richtig“

(Köln) - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ e.V.) unterstützt nachdrücklich die Forderung von Familienministerin Ursula von der Leyen nach einem Ausbau des Angebots an qualifizierten Betreuungsplätzen auch für Kinder vor vollendetem 3. Lebensjahr, so der Präsident des BVKJ Dr. med. Wolfram Hartmann: „Als Kinder- und Jugendärzte sind wir nicht der Meinung, dass eine frühe Betreuung von Kleinkindern außerhalb des familiären Umfeldes unweigerlich zu seelischen Schäden und frühen Bindungsstörungen bei Kleinkindern führt. Personell und räumlich gut ausgestattete Kitas können im Gegenteil eine große Chance für junge Kinder sein. Wir sehen in unseren Praxen täglich Kinder, denen in der Familie keine adäquate Förderung zu teil wird, die vernachlässigt und misshandelt werden. Konservative Politikerinnen und Politiker müssen endlich erkennen, dass ihr Bild von der heilen Familienwelt für ca. 25 Prozent aller Kinder in Deutschland nicht mehr zutrifft. Diese Kinder brauchen die Hilfe des Staates, sie brauchen adäquate frühe Betreuung in Kitas, die ihnen zu einem guten Start ins Leben verhelfen. Aber auch für Kinder, die in geordneten und sicheren Verhältnissen aufwachsen, kann eine Kita gut sein, wenn sie ihre kognitiven und kreativen Fähigkeiten fördert und – für Einzelkinder besonders wichtig – soziale Kompetenzen schult.

Dass durch den frühen Kita-Start die Eltern-Kind-Beziehung leidet, halten wir für ein Märchen. In der Eltern-Kind-Interaktion kommt es nicht in erster Linie auf die Quantität der Beziehung sondern auf die Qualität an. Zwei Stunden mit einer ausgeglichenen Mutter oder Vater sind für ein Kind wertvoller als 12 Stunden mit einem unausgeglichenen frustrierten Elternteil. Genau dies erleben wir aber häufig an unseren Patienteneltern: durch die schlechte Betreuungssituation in Deutschland stehen sie ständig unter Druck, sie haben keine Planungssicherheit für ihren Alltag haben und geben manchmal auch entnervt von den großen Schwierigkeiten ihren Beruf auf und bleiben resigniert zu Hause. Darunter leidet auch das Familienleben. Aus diesen Gründen setzen wir uns dafür einen Ausbau bestens ausgestatteter und bezahlbarer Kindertagesstätten für unter Dreijährige ein. Selbstverständlich muss es Eltern aber auch weiterhin freistehen, sich für verschiedene Lebensformen zu entscheiden. Dabei sollten aber auch Mütter, die bewusst ihre Kinder zu Hause betreuen und fördern, einen eigenen Rentenanspruch erwerben und steuerlich so entlastet werden, dass die Entscheidung für ein Kind nicht mit einem Armutsrisiko behaftet ist. Wir unterstützen allerdings auch die Forderung der Politik, das letzte Jahr vor der Einschulung zum Pflichtjahr zu machen. Dazu müssen die Qualität der Betreuungseinrichtungen stimmen und die Kinder optimal gefördert werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) Pressestelle Mielenforster Str. 2, 51069 Köln Telefon: (0221) 689090, Telefax: (0221) 683204

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