BFW-Studie: Zu wenig Seniorenimmobilien - Niederlande hat Vorbildcharakter bei altersgerechtem Bauen - Länderübergreifende Investments die Ausnahme
(Berlin) - Der Anteil an altersgerechten Wohnungen liegt im europäischen Durchschnitt und bundesweit bei einem Prozent und damit weit unter Bedarf. Benötigt werden bis 2020 alleine in Deutschland drei Prozent bzw. zusätzliche 800.000 Seniorenwohnungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), die auf einer Befragung unter Branchenverbänden aus zwölf europäischen Staaten mit insgesamt rund 30.000 Immobilien- und Wohnungsunternehmen basiert. Angesichts eines altengerechten Wohnanteils von fünf Prozent und spezieller Seniorenangebote bezeichnet die Studie die Niederlande als Vorbild. Ein weiteres Ergebnis ist, dass länderübergreifende Investments in Seniorenimmobilien bislang kaum vorkommen.
Seniorenimmobilien müssen stärker in das Blickfeld von Wirtschaft und Politik rücken, sagte der BFW-Vorsitzende Walter Rasch am 20. Juni bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Deutschland müsse aufwachen und dem Beispiel der Niederlande folgen. Bereits 50 Prozent des niederländischen Wohnungsneubaus werde so entworfen, dass er zu einem späteren Zeitpunkt mit minimalem Aufwand an die Bedürfnisse behinderter oder pflegebedürftiger Menschen angepasst werden könne. In Deutschland müssen die strengen gesetzlichen Regelungen, die mit großen baulichen Veränderungen und hohem Aufwand verbunden sind, gelockert werden. Nur wer die Kosten in Grenzen hält, kann den altersgerechten Umbau in der Breite realisieren, nannte Rasch eine wichtige Voraussetzung, um wie in den Niederlanden vorgehen zu können. Wichtig seien hierfür vor allem barrierearme Baustandards.
Eine spezielle KfW-Förderung zur altersgerechten Anpassung des Wohnraumbestandes ist das Gebot der Stunde, erklärte Bernhard H. Heiming, der als Geschäftsführer der Terragon GmbH auf die Entwicklung von Seniorenimmobilien spezialisiert ist und vor kurzem zum Vorsitzenden des BFW-Arbeitskreises Seniorenimmobilien berufen wurde. Angesichts des enormen Bedarfs im Segment der seniorengerechten Wohnungen müsse hingegen bei Neubauten speziell über eine Reaktivierung der degressiven Abschreibung nachgedacht werden. Der BFW-Arbeitskreis verfolgt im Dialog mit der Politik das Ziel, wirtschaftlich vernünftige Lösungen für den weitreichenden Umbau des Wohnungsbestandes zu finden. Wichtige Ergebnisse der Studie wurden bereits diskutiert auf der Better Life Time 2007, einer europäischen Fachtagung am 14. und 15. Juni in Brüssel, die der BFW gemeinsam mit anderen europäischen Branchenverbänden und der UEPC, dem europäischen Dachverband der privaten Immobilien- und Wohnungswirtschaft, veranstaltet hatte. Wie das Beispiel des sheltered housing in Großbritannien zeige, bestehe ein hohes Marktpotential vor allem auch in der Schaffung vorstationärer Angebote wie z. B. Wohnen mit Service.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. (BFW)
Oliver Falk, Pressesprecher
Kurfürstendamm 57, 10707 Berlin
Telefon: (030) 32781-0, Telefax: (030) 32781-299
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