Bilanzzahlen Bahnindustrie 2025 zeigen: Mit Planungssicherheit gelingt Infrastrukturhochlauf auf der Schiene
(Berlin) - Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2025: Mit 15,6 Milliarden Euro Umsatz erzielt die Bahnindustrie in Deutschland erneut Höchstniveau. Wachstumstreiber ist im Gegensatz zu den Vorjahren der Heimatmarkt, der um 7,7 Prozent auf ein Volumen von 9,8 Milliarden Euro ansteigt. „Wir können die Schiene wieder zu dem machen, was sie sein sollte: zum Rückgrat unserer Mobilität, zum Symbol deutscher Ingenieurskunst und zum internationalen Vorbild.“, sagte VDB-Präsident Andre Rodenbeck.
Die Infrastruktursparte wächst auf 4,7 Milliarden Euro an. Im Inland kommen die Bundesinvestitionen der vergangenen Jahre sowie die Korridorsanierungen zum Tragen: Plus 15,6 Prozent, insbesondere in den Segmenten Tiefbau, Elektrifizierung sowie Bau- und Sonderfahrzeuge. „Wenn Planungssicherheit gegeben ist, gelingt auch der Infrastrukturhochlauf auf der Schiene.“, so Rodenbeck. In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland durchschnittlich 2.500 sogenannte Stelleinheiten (STE) - also Komponenten im Gleis wie u.a. Stellwerke, Signale, Weichen und Achszähler - verbaut. 2025 hat die Bahnindustrie in Deutschland mehr als 4.200 STE realisiert, die Prognosen der DB InfraGO AG gehen von einer Steigerung von über 50 Prozent im Jahr 2026 aus. Das Fahrzeuggeschäft ist mit 10,9 Milliarden Euro weiterhin das größte Segment, bleibt jedoch vor allem im Heimatmarkt hinter den Erwartungen des Sektors und den Ambitionen der Angebotssteigerung zurück.
Die Auftragseingänge wachsen um 19 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro an. Fahrzeugbestellungen steigen um 12 Prozent. Das Infrastrukturgeschäft boomt: Plus 36 Prozent insgesamt, im Ausland mit 92 Prozent nahezu eine Verdoppelung der Aufträge, im Inland ein Plus von 21 Prozent. Auch bei den Beschäftigten setzt die Bahnindustrie mit rund 57.700 direkten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihren Wachstumskurs fort. Einschließlich indirekter Beschäftigung zählt die Branche 2025 rund 114.000 Arbeitsplätze allein in Deutschland.
Rodenbeck mahnte jedoch zu Weitblick: „Es handelt sich im Inland um versetzt ankommende Bundesinvestitionen der Vergangenheit. Was wir vermissen, ist die verbindliche Verstetigung der Investitionshöhe in die Zukunft. Das Sondervermögen hat ein Ablaufdatum.“
VDB-Hauptgeschäftsführerin Sarah Stark forderte deshalb einen verbindlichen Investitionsplan des Bundes: „Wir brauchen Verlässlichkeit. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Geld in einem Jahr oder einer Legislaturperiode bereitsteht, sondern dass es verlässlich über die gesamte Laufzeit eines Projekts genutzt werden kann.“. Konkret fordert der VDB die gesetzliche Verankerung von Überjährigkeit im Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, einen Eisenbahninfrastrukturfonds sowie Stichproben zur Mittelverwendung statt vollumfänglicher Nachweisführung. „Das kostet keinen einzigen Euro mehr, legt aber die Basis für Planungssicherheit und Projektaufwuchs.“, so Stark.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V. (VDB), Pauline Maître, Pressesprecher(in), Universitätsstr. 2, 10117 Berlin, Telefon: 030 206289-0
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