Pressemitteilung | Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)
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Bildungsarmut: Vorsorge statt Reparatur

(Köln) - Den Staat kommen die Versäumnisse im Bildungssystem teuer zu stehen – pro Jahr kostet es allein gut 7 Milliarden Euro, dass Schüler Klassen wiederholen oder die Schule ohne Abschluss verlassen und mit wenig Erfolg nachqualifiziert werden. Die jungen Leute sind zumeist gehandikapt, weil das Umfeld zu Hause nicht stimmt: So verlieren Jugendliche, bei denen in der Familie nicht deutsch gesprochen wird, allein dadurch umgerechnet ein Schuljahr. Wer nicht im Kindergarten war, tut sich in der Schule ebenfalls nachweislich schwerer.

Und auch wenn nicht genügend Bücher vorhanden sind oder die Eltern wenig qualifiziert sind, verlieren die jungen Leute deutlich an Kompetenzen. Die Folge: Jugendlichen, die alle Risikofaktoren schultern müssen, fehlen mehrere Schuljahre gegenüber Altersgenossen ohne derlei Einschränkungen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) schlägt deshalb einen Reformkatalog vor, der auf mehr Vorsorge statt Reparaturen setzt – das Maßnahmenpaket sieht u.a. verbindliche und bundesweit geltende Bildungsstandards bereits im Kindergarten vor, eine Kindergartenpflicht ein Jahr vor Schulbeginn und den flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen.

Finanzieren ließe sich der Mehraufwand von rund 12 Milliarden Euro pro Jahr aus dem demografisch bedingten Rückgang der Schülerzahl, der in den folgenden Jahren ansteigt und allein im Jahr 2020 zu einer Entlastung des Budgets von ebenfalls gut 12 Milliarden Euro führt. Weitere gut 4 Milliarden Euro pro Jahr lassen sich sparen, weil weniger Klassenwiederholungen und Nachqualifizierungen nötig werden.

Quelle und Kontaktadresse:
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Axel Rhein, Leiter, Kommunikation Gustav-Heinemann-Ufer 84-88, 50968 Köln Telefon: (0221) 4981-510, Telefax: (0221) 4981-533

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