Pressemitteilung | Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZDK)
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Bildungsgipfel muss zu gemeinsamem Handeln motivieren

(Bonn) - Vom bevorstehenden Bildungsgipfel erwartet das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vor allem mehr Motivation zu gemeinsamem Handeln. Angesichts der zentralen Bedeutung von Bildungsfragen für das Land hätten die Menschen kein Verständnis dafür, wenn die großen Herausforderungen durch mangelnde Kooperationsbereitschaft verfehlt würden, warnte der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, am Montag, dem 20. Oktober 2008.

Inhaltlich sind für das ZdK im Blick auf den Bildungsgipfel drei Themenfelder von zentraler Bedeutung.

So fordert es eine verstärkte Förderung benachteiligter Jugendlicher, insbesondere solcher, die ohne Schulabschluss bleiben. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss müsse drastisch verringert werden. Es gelte Lerninhalte und pädagogische Vermittlung so zu entwickeln, dass auch Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Milieus ihre Potenziale entfalten und die Gesellschaft verantwortlich gestalten könnten.

Um der Gefahr der Vererbung von Bildungsarmut zu begegnen, fordert das ZdK, die Förderung von Kindern in den ersten Lebensjahren stärker in den Blick zu nehmen. Familien in schwierigen sozialen Milieus und Familien mit Migrationshintergrund müsse besondere Unterstützung gegeben werden. Unverzichtbar sei hier ein bedarfsgerechtes Angebot an Einrichtungen der Eltern- und Familienbildung, in denen sie professionelle Hilfen zur Stärkung ihrer Erziehungskompetenz und zur Bewältigung des familiären Alltags erhalten könnten. Von ebenfalls zentraler Bedeutung seien gute Bildungsangebote für alle Kinder gerade in der frühkindlichen Phase. Dazu gehörten insbesondere der Ausbau und die Qualitätssicherung von Tagespflege und Kindertageseinrichtungen. Besonders wichtig sei die Förderung von Sprachkompetenz in den ersten Lebensjahren. Aus Sicht des ZdK ist die Beitragsfreiheit der Kinderbetreuungs- und -bildungsangebote anzustreben.

Nicht zuletzt setzt sich das ZdK dafür ein, Bildung umfassend und nicht auf Qualifizierung eng geführt zu verstehen. Zwar sei die Qualifizierung für den Arbeitsmarkt eine zentrale Aufgabe des Bildungssystems, doch um den Anforderungen in einer hochkomplexen Welt gewachsen zu sein, reiche diese Zielstellung nicht aus. Es bedürfe eines auf grundlegenden ethischen Überlegungen basierenden Bildungsverständnisses, das die Person ins Zentrum rücke, als Gestalterin der eigenen Biographie und Trägerin von Verantwortung in sozialen Bindungen. Eine solche Bildung schaffe Raum für die Entfaltung individueller Begabungen und Interessen, die dem einzelnen die Entwicklung seiner Talente ermögliche, zum Wohl der gesamten Gesellschaft. Nicht die in der deutschen Bildungsdebatte zu oft dominierende Diskussion um Schulstrukturreformen führe hier wirklich weiter. Vielmehr bedürfe es einer verstärkten Anstrengung um die Qualität der Bildung und um Möglichkeiten individueller Förderung von Kindern und Jugendlichen.

Quelle und Kontaktadresse:
Zentralkomitee der deutschen Katholiken Theodor Bolzenius, Pressesprecher Hochkreuzallee 246, 53175 Bonn Telefon: (0228) 382970, Telefax: (0228) 3829744

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