Pressemitteilung | Didacta Verband e.V. - Verband der Bildungswirtschaft (ddv)

Bildungswirtschaft spricht sich gegen Ausbildungsplatzabgabe aus

(Darmstadt) - Der Deutsche Didacta Verband e.V., Verband der Bildungswirtschaft, Darmstadt, hat sich gegen die Pläne der SPD-Bundestagsfraktion ausgesprochen, ein Gesetz zur Lehrstellen-Umlage auf den Weg zu bringen. „Das geplante Umlagensystem wird die Lage auf dem Ausbildungsmarkt nicht verbessern. Im Gegenteil: Die freiwilligen Anstrengungen der Wirtschaft werden ausgehöhlt. Die Bereitschaft der Unternehmen, über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden, wird weiter zurückgehen“, sagte Geschäftsführer Reinhard Koslitz am 13. November in Darmstadt.

Koslitz begrüßte ausdrücklich die Haltung von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), der sich bislang stets für eine freiwillige Lösung ausgesprochen hatte. „Wie erfolgreich die Nachvermittlungsoffensive der Wirtschaft ist, belegen die jüngsten Zahlen der BDA: Jeder fünfte der 35.000 Ausbildungsplatzbewerber, die im September noch gemeldet waren, wurden vermittelt. Die Lehrstellenlücke hat sich in einem Monat von 20.200 auf 14.600 verringert“, erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Bildungswirtschaft. Am Ziel, allen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu bieten, gebe es keinen Zweifel. Nur das "Wie" sei entscheidend. Um weitere Ausbildungskapazitäten in bisher nicht ausbildenden Betrieben zu erschließen, müssten den Unternehmen die Vorteile eigener Ausbildung noch besser vermittelt werden.

Die Schuld für die Misere auf dem Ausbildungsmarkt allein bei der Wirtschaft zu suchen, sei einseitig und falsch. Koslitz: „Die Probleme beginnen schon in der Schule. Viele Abgänger sind nur unzureichend ausgebildet und werden von den Betrieben folgerichtig nicht eingestellt. Hier müssen wir ansetzen.“ Die Politiker forderte er auf, die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen für ein effizientes, an internationalen Standards ausgerichtetes Bildungssystem endlich nachhaltig zu verbessern.

Die Abgabe beruht auf einem Eckpunktepapier von SPD-Fraktionschef Franz Müntefering. Sie sieht vor, einen Fonds einzurichten, in den Firmen einzahlen, die nicht oder zu wenig ausbilden. Ausnahmen soll es für kleine oder neu gegründete Betriebe geben. Freiwillige Lösungen sollen Vorrang vor gesetzlichen Regelungen haben. Die erste Lesung des Gesetzentwurfs soll nach dem Willen der SPD im kommenden Februar stattfinden.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Didacta Verband e.V. (ddv) Rheinstr. 94, 64295 Darmstadt Telefon: 06151/319141, Telefax: 06151/319144

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