Bislang unveröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums: Hunderttausende zusätzlicher Lkw-Fahrten durch Monstertrucks
(Berlin) - Durch die Einführung von Riesen-Lkw würde der Schienengüterverkehr in Deutschland rapide an Bedeutung verlieren. In einzelnen Bereichen droht rund ein Drittel der Fracht von der Schiene auf die Straße zu wandern. Das ist das Ergebnis einer bislang unveröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Wenn die Monstertrucks bundesweit eingeführt werden, drohen hunderttausende zusätzlicher Lkw-Fahrten. Damit würden sämtliche Klimaschutz- und Verkehrssicherheitspläne der Bundesregierung torpediert, kommentierte Allianz pro Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege die Ergebnisse der Studie, die dem Schienenbündnis vorliegt.
Alleine im so genannten Kombinierten Verkehr würden nach Angaben der Ministeriums-Gutachter knapp 14 Millionen Tonnen Fracht (32,3 Prozent der untersuchten Schienentransporte) von der Schiene auf die Straße abwandern. Das sind nach überschlägigen Berechnungen der Allianz pro Schiene rund 400.000 zusätzliche Fahrten mit überlangen und überschweren Lkw pro Jahr. Auch von anderen Marktsegmenten des Schienengüterverkehrs und vom umweltschonenden Binnenschiff würden die Riesen-Laster Fracht abziehen, was noch einmal hunderttausende zusätzlicher Lkw bedeutet, so der Allianz pro Schiene-Geschäftsführer mit Verweis auf die von der Firma K+P Transport Consultants erstellte Ministeriumsstudie.
Das Hauptargument der Gigaliner-Befürworter, die 25,25 Meter langen und bis zu 60 Tonnen schweren Fahrzeuge würden den Lkw-Verkehr durch eine bessere Nutzung des Laderaums reduzieren, ist damit in sich zusammengebrochen, kommentierte Flege die noch unveröffentlichte Studie, die dem Verkehrsausschuss des Bundestages gestern (28. Februar 2007) vorab vom Bundesverkehrsministerium ausgehändigt wurde. Am morgigen Freitag (2. März 2007) will Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Ergebnisse der Studie mehreren Spitzenvertretern der Transportbranche persönlich vorstellen.
Die Monstertruck-Befürworter hatten bislang vehement für die Einführung der Riesen-Laster mit dem Argument geworben, die Ladung von drei 40-Tonnen-Lkw könne auf zwei 60-Tonnen-Lkw verteilt und die Zahl der Lkw-Fahrten somit reduziert werden.
Weitere mittlerweile widerlegte Behauptungen der Gigaliner-Befürworter finden Sie im neuen Argumentationspapier der Allianz pro Schiene unter www.allianz-pro-schiene.de.
Quelle und Kontaktadresse:
Allianz pro Schiene e.V.
Maximilian v. Beyme, Referent, Kommunikation
Reinhardtstr. 18, 10117 Berlin
Telefon: (030) 2462599-0, Telefax: (030) 2462599-29
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