Pressemitteilung | Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
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Börsenverein will Marktverhalten in der Branche vor inneren Regeln der Buchpreisbindung prüfen / Vorstand legt Arbeitsschwerpunkte für die nächsten Jahre fest / Volltextsuche online soll im April starten / Korrektur des Urhebervertragsrechts / Zügige Umsetzung der Verbandsreform

(Frankfurt am Main) - Der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hat in seiner ersten Sitzung unter dem Vorsitz des neuen Vorstehers Dr. Gottfried Honnefelder die Arbeitsschwerpunkte der Branchenvertretung für die nächsten Jahre festgelegt. “Der Vorstand will das Profil des Börsenvereins schärfen und seine Identität stärken, damit die Branche ihre Bedeutung in einer gesellschaftlichen Situation behält, in der die Buchkultur immer weniger selbstverständlich ist”, betont der Vorsteher.

Deshalb wolle man das Thema Marktkonzentration in den nächsten Monaten offensiv angehen. Der Vorstand hat einstimmig beschlossen, künftig aggressives Marktverhalten im Lichte der eigenen Regeln der Buchbranche zu bewerten und bis zu den Grenzen der Buchpreisbindung zu prüfen, wie weit Marktteilnehmer in ihrer Politik gegenüber Branchenkollegen gehen dürfen. Den erheblichen Transformationen im Markt sei die Branche nur gewachsen, wenn Verleger, Buchhändler und Zwischenbuchhändler auch die inneren Regeln des Buchpreisbindungsgesetzes als Rahmenbedingung für jeden Einzelnen neu beachten lernten. “Wir dürfen nicht vergessen: Die Buchpreisbindung legt uns auch Pflichten auf, das einzelne Buch zählt!", sagt Honnefelder.

Eines der wichtigsten Themen für die Buchbranche ist nach Ansicht des Vorstands das Projekt “Volltextsuche online". Er ist zuversichtlich, dass das Projekt im April startet. Der deutsche Buchhandel erarbeitet derzeit die technische und juristische Grundlage dafür, dass Buchinhalte in Zukunft in elektronischer Form verfügbar und handelbar werden. Nach diesem Konzept könnten Nutzer dann von außen auf digitale Inhalte zugreifen, Verlage aber für ihre Autoren die Kontrolle über die Texte behalten.

Der Vorstand wird sich für eine Korrektur des Urhebervertragsrechts einsetzen und fordert Bundesregierung und Bundestag auf, die derzeitige Regelung kritisch zu prüfen. Es könne nicht Sinn einer solchen Novelle sein, dass Gerichte die Frage der “angemessenen Vergütung” von Übersetzern beurteilen müssten. Nach den jüngsten Urteilen würde die Zahl der von den Literaturverlagen geplanten Übersetzungen erheblich abnehmen. Das schade der deutschsprachigen Literaturlandschaft, den Verlagen und auch den Übersetzern.

Die Reform des Börsenvereins als Verband soll nach dem Votum der Vorstandsmitglieder in den kommenden Monaten umgesetzt werden. In den geplanten und von der Abgeordnetenversammlung des Börsenvereins empfohlenen Satzungsänderungen auf der Hauptversammlung im Mai sieht der Vorstand einen ersten wichtigen Schritt. Auf der nächsten Stufe soll dann das Zusammenwirken von Bundesverband und Landesverbänden forciert werden. Im Sinne der Verbandsreform werden nach den Vorstellungen des Vorstands künftig zudem die Initiativen der Fachausschüsse gestärkt.

Dem Vorstand des Börsenvereins gehören an: Dr. Gottfried Honnefelder (Vorsteher), Ole Schultheis (stellv. Vorsteher), Martin Ludwig (Schatzmeister), Claus Michaletz (stellv. Schatzmeister), Dr. Jürgen A. Bach (Vorsitzender des Verleger-Ausschusses), Rudolph Braun-Elwert (Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses), Dr. Markus Conrad (Vorsitzender des Ausschusses für den Zwischenbuchhandel).

Quelle und Kontaktadresse:
Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. Claudia Paul, Referentin, Presse Großer Hirschgraben 17-21, 60311 Frankfurt am Main Telefon: (069) 1306-0, Telefax: (069) 1306-201

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