Pressemitteilung | VIK - Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. - Büro Berlin
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Breite Verbändeallianz fordert dringend dauerhafte europäische Lösung für Kundenanlagen

(Berlin) – Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) und über 25 weitere Wirtschaftsverbände haben sich in einem eindringlichen Brief an die Politik gewandt. Die Verbändeallianz fordert, dass die Rechtsfigur der Kundenanlage umgehend und dauerhaft auf nationaler wie europäischer Ebene abgesichert wird. Der aktuelle Rechtszustand ist von enormer Unsicherheit für die betroffenen Unternehmen geprägt. Dieser Zustand gefährdet den Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich.

Christian Seyfert, Hauptgeschäftsführer des VIK, macht den Ernst der Lage deutlich: „Was hier auf dem Spiel steht, ist nicht ein unbedeutendes, juristisch-technisches Detail des Energierechts, sondern die wirtschaftliche Handlungs- und Investitionsfähigkeit der industriellen Wertschöpfung in Deutschland.“

Durch die aktuelle Rechtsprechung droht Kundenanlagen in Deutschland eine mögliche Neueinstufung als reguliertes Netz. Entweder als geschlossenes Verteilernetz oder als Netz der allgemeinen Versorgung.

Für die Unternehmen, welche ihre Energieinfrastruktur bislang effizient und eigenverantwortlich betreiben, wäre damit ein enormer Anstieg bürokratischer Anforderungen verbunden – und dies in der ohnehin schon sehr angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage. Noch deutlich dramatischer würden sich hingegen der administrative sowie der finanzielle Mehraufwand und die nicht kalkulierbaren Zusatzkosten für zusätzliches Fachpersonal und die Umrüstung der gesamten Messinfrastruktur an den industriellen Anlagen auf die Betroffenen auswirken.

„Es ist wichtig zu verstehen, dass Kundenanlagen in ihrer bisherigen Regelungsart einen über alle Branchen hinweg integralen Bestandteil für Wirtschaftlichkeit, Investitionssicherheit und das Erreichen von Klima- und Effizienzzielen in Deutschland darstellen.“, ergänzt Christian Seyfert.

Zwar hat der Gesetzgeber Ende 2025 eine Übergangsregelung für Betreiber von Kundenanlagen geschaffen, aber diese schwebende Konstruktion gilt ausschließlich für Bestandsanlagen und bietet Unternehmen weder Planungssicherheit noch eine absehbare Nachfolgeregelung, auf welche sie sich vorbereiten könnten. Neuen dezentralen Energieprojekten drohen Planungsunterbrechungen oder die komplette Projekteinstellung. Jede einzelne Anlage müsste mit Netzbetreibern einer aufwendigen Einzelfallprüfung unterzogen werden.

Was ist eine Kundenanlage?

Kundenanlagen sind Energieinfrastrukturen, die sich auf einem räumlich zusammenhängenden Gebiet – etwa auf einem Werksgelände, in einem Industriepark oder in einem Gebäudekomplex – befinden und mit einem öffentlichen Netz oder einer Erzeugungsanlage verbunden sind. Sie dienen ausschließlich der Versorgung der angeschlossenen Verbraucher mit Strom oder Gas und stehen dabei allen Energielieferanten diskriminierungsfrei und unentgeltlich zur Verfügung. Für den Wettbewerb auf dem Energiemarkt sind sie ohne Bedeutung, da sie die Versorgung im Rahmen des Kerngeschäfts – beispielsweise in der Industrieproduktion – sicherstellen. Dies grenzt sie klar von der Funktion eines klassischen Verteilnetzes ab.
Die Übergangsregelung ist darüber hinaus bis zum 31. Dezember 2028 befristet. Sollten Unternehmen mangels praxistauglicher Optionen gezwungen sein, ihre bestehenden Kundenanlagen in ein reguliertes Verteilnetz umzuwandeln, würde allein dieser komplexe Prozess mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Die Zeit drängt. Um dieses Worst-Case-Szenario zu verhindern, benötigen Unternehmen dringend eine Perspektive, welche die besonderen Versorgungsbedürfnisse an industriellen Produktionsstandorten berücksichtigt. Die Bundesregierung sollte sich weiterhin dafür einsetzen, einen rechtssicheren Weiterbetrieb von Kundenanlagen zu sichern.
Die bestehende Regulierungssituation bremst und verhindert neue Projekte, die für die Zielerreichung in der Versorgungssicherheit, der Energieeffizienz und dem Klimaschutz zentral sind. Betroffen ist im Übrigen nicht nur der Stromsektor. Auch Gas-Kundenanlagen sind gefährdet und benötigen praxistaugliche rechtliche Rahmenbedingungen.

„Statt kurzfristiger Übergangskonstruktionen benötigen unsere Unternehmen jetzt planbare und auf allen Ebenen rechtssichere Lösungen. Der VIK hat bereits im Sommer 2025 ein konkretes Lösungskonzept erarbeitet und steht mit der breiten Expertise seiner Unternehmen jederzeit für einen Austausch bereit.“

Quelle und Kontaktadresse:

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