Brutaler Rohstoffmarkt belastet die Kautschukindustrie
(Berlin) - Die deutsche Kautschukindustrie sieht sich aktuell mit einer außergewöhnlich schwierigen wirtschaftlichen Situation konfrontiert. Im Zuge des Irankriegs treffen massive Preissteigerungen bei Rohstoffen und anhaltend hohe Energiekosten auf eine gleichzeitig schwache Industriekonjunktur und verhaltene Nachfrage.
„Die Branche erlebt eine fast einmalige ökonomische Disparität“, erklärte der Chefvolkswirt des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (wdk), Michael Berthel, in Frankfurt am Main und schlug Alarm: „Die Rohstoffkosten nähern sich historischen Höchstständen wie in den Jahren 2011 und 2022 – gleichzeitig fehlt jedoch die Nachfrage, die solche Belastungen zumindest teilweise auffangen könnte.“
In diesem Monat liegen die Preise vieler zentraler Einsatzmaterialien in der Kautschukindustrie drastisch über dem Niveau des Schlussquartals 2025. Naturkautschuk verteuerte sich binnen weniger Monate um mehr als 40 Prozent. Auch Butadien-basierte Synthesekautschuke verzeichnen Preissteigerungen von über 30 Prozent. Beim Synthesekautschuk EPDM sowie bei Industrierußen und ölbasierten Weichmachern liegen die Zunahmen bei mehr als 20 Prozent. Einzelne Chemikalien überschritten sogar die Marke von 40 Prozent Kostenanhebung innerhalb weniger Wochen.
Parallel dazu bleiben die Energiepreise ein erheblicher Belastungsfaktor für die Branche. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben die Unsicherheit auf den Energiemärkten weiter verschärft. Gleichzeitig bestehen Risiken für internationale Transport- und Lieferketten fort. Die Unternehmen der deutschen Kautschukindustrie beobachten insbesondere mögliche Auswirkungen auf Rohstoffverfügbarkeiten und globale Logistikströme mit großer Sorge.
„Die Unternehmen geraten zunehmend unter Druck“, so Berthel. „Hohe Rohstoff- und Energiekosten, geopolitische Unsicherheiten und die strukturellen Standortnachteile in Deutschland wirken gleichzeitig auf die Betriebe ein. Eine kurzfristige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.“ Die deutsche Kautschukindustrie sei deshalb mehr denn je auf faire und verlässliche Geschäftspartnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette angewiesen. Berthel appellierte an die Marktteilnehmer: „Die aktuelle Situation lässt sich nicht dauerhaft allein von den verarbeitenden Unternehmen auffangen. Es braucht vielmehr entlang der Lieferketten faire Lösungen und ein gemeinsames Verständnis für die außergewöhnliche Belastungssituation.“
Quelle und Kontaktadresse:
wdk Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V., Zeppelinallee 69, 60487 Frankfurt am Main, Telefon: 069 79360
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