BStBK-Präsident Heilgeist: Modernes Berufsrecht und schärferes Profil der Steuerberater im Wettbewerb / Berufsstand wächst auf über 80.000 Mitglieder
(Berlin) - Die Zahl der Steuerberater und Steuerberatungsgesellschaften ist im Jahr 2006 um 1,2 Prozent auf insgesamt 80.033 angestiegen. Das geht aus der aktuellen Berufsstatistik hervor, die die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) heute (3. April 2007) zusammen mit ihrem Tätigkeitsbericht 2006 in Berlin vorstellte.
Die Zahlen zeigen, dass Steuerberater nach wie vor ein attraktiver Beruf ist, dessen Dienstleistungen stark nachgefragt werden. Aber der Wettbewerb sowohl mit anderen Berufen als auch untereinander nimmt zu. Wir setzen uns daher für Modernisierungen im Berufsrecht und ein schärferes Profil der Steuerberater im Markt ein, so BStBK-Präsident Dr. Klaus Heilgeist.
Berufsrechtliche Modernisierung / zukunftsgerichtetes Leitbild
Die Modernisierungsvorschläge der BStBK hat das Bundesfinanzministerium in weiten Teilen in den Entwurf des Achten Steuerberatungsänderungsgesetzes übernommen. So soll das Verbot der gewerblichen Tätigkeit gelockert werden, so dass Steuerberater künftig beispielsweise als Insolvenzverwalter eine Geschäftsführerfunktion übernehmen können. Auch die Kooperation mit allen Angehörigen der partnerschaftsfähigen Berufe wird künftig zulässig sein, was die Voraussetzungen für die von Mandanten zunehmend geforderte wirtschaftliche Rund-umberatung ebenso verbessert wie die Möglichkeit zur Branchenspezialisierung. Weitere wesentliche Modernisierungsschritte sind mit Blick auf den zunehmenden Anteil von angestellten Steuerberatern die Einführung des Syndikus-Steuerberaters sowie angesichts der steigenden Gründungszahlen bei Steuerberatergesellschaften die Zulassung der GmbH & Co. KG als Rechtsform. Darüber hinaus soll die Abtretung von Gebührenforderungen erleichtert werden: Mit Zustimmung des Mandanten können Steuerberater Forderungen künftig auch an Verrechnungsstellen abtreten. Schließlich wird die Pflicht zur Fortbildung für Steuerberater jetzt auch gesetzlich verankert, was aus Sicht der BStBK einen wichtigen Qualitätsnachweis im Wettbewerb darstellt. Die Regelungen werden voraussichtlich bis Oktober 2007 in Kraft treten.
Weiterhin setzt sich die BStBK dafür ein, dass Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die Einrichtung der Buchführung allein Steuerberatern vorbehalten bleiben. Da Verbraucher und Staat sich gerade im komplexen Umsatzsteuerrecht auch in Zukunft auf eine hohe Qualität der Beratung verlassen können müssen, lehnt sie den Plan einer entsprechenden Befugniserweiterung für die geringer qualifizierten Berufe Geprüfter Bilanzbuchhalter und Steuerfachwirt ab.
Die deutschen Steuerberater sind bereit, sich den wachsenden Anforderungen aus Deutschland und Europa zu stellen und die Chancen der Zukunft zu ergreifen. Ihr Pluspunkt im Wettbewerb ist die verlässlich hohe Beratungsqualität, so BStBK-Präsident Heilgeist. Das zeige nicht zuletzt das zukunftsgerichtete Leitbild, das der Berufsstand im September 2006 eingeführt hat.
Berufsstatistik 2006: Mehr Steuerberatungsgesellschaften / mehr Angestellte / höherer Frauenanteil
Die Zahl der Steuerberatungsgesellschaften wuchs 2006 erneut kräftig um 235 auf insgesamt 7.364, das entspricht 16 Prozent aller Praxen. Dominierend ist weiterhin die Einzelpraxis, ihr Anteil blieb nahezu unverändert bei knapp 75 Prozent.
Mit 72,4 Prozent ging der Anteil der selbstständigen Steuerberater erneut leicht zurück. Berufsanfänger bevorzugen zumindest zu Beginn der Karriere vermehrt das Angestelltenverhältnis. Der Frauenanteil im Beruf nimmt weiterhin zu. Mit 22.555 Personen waren zum Stichtag 1. Januar 2007 etwas über 31 Prozent aller Steuerberater Frauen.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundessteuerberaterkammer (BStBK)
Pressestelle
Neue Promenade 4, 10178 Berlin
Telefon: (030) 2400870, Telefax: (030) 24008799
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