BVF setzt sich für verbesserte Rahmenbedingungen der Endometriose-Versorgung ein
(München) - Endometriose betrifft in Deutschland schätzungsweise 2 bis 4 Millionen Frauen. Dennoch bleibt die chronische Krankheit häufig lange unerkannt: Bis zur gesicherten Diagnose vergehen im Durchschnitt 10 Jahre. Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF) setzt sich anlässlich des Endometriose-Awareness-Monats und des Internationalen Tags der Endometriose am 14.03.2026 dafür ein, das Thema in der politischen und öffentlichen Debatte noch stärker zu verankern, die Anerkennung und Vergütung der vielschichtigen Behandlung anzupassen und so die Gesundheit von Millionen von Frauen nachhaltig zu verbessern.
Die Diagnostik von Endometriose ist komplex, sie erfordert eine ausführliche Anamnese und eine sorgfältige Abklärung. Derzeit wird das nicht in der Vergütungsstruktur abgebildet. Um die Anforderungen der aktuellen Leitlinie zur Endometriose erfüllen zu können, ist eine entsprechende Berücksichtigung erforderlich.
"Mit den bestehenden frauenärztlichen Praxen gibt es bereits ein deutschlandweites, flächendeckendes Versorgungsnetz. Die notwendigen Strukturen für eine adäquate Behandlung von Endometriose sind vorhanden und stehen bereit, um genutzt zu werden“, betont Markus Haist, Präsident des BVF.
Frauenärztinnen und Frauenärzte: Erste Ansprechpartner in der Endometriose-Versorgung
Eine starke, kontinuierliche und wohnortnahe Betreuung ist die Voraussetzung, um die Krankheit frühzeitig erkennen und individuell behandeln zu können. Eine weiterführende Behandlung in Endometriose-Zentren kann dann gezielt koordiniert werden, sodass deren Kapazitäten für Patientinnen erhalten bleiben, die dort dringend behandelt werden müssen.
„Wir niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzte begleiten unsere Patientinnen oft über Jahrzehnte hinweg und pflegen ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen. Damit sind wir die ersten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei Zyklusbeschwerden, Unterbauchschmerzen oder unerfülltem Kinderwunsch. Die gynäkologische Praxis spielt dementsprechend eine entscheidende Rolle in der Versorgung von Frauen mit Endometriose“, sagt Markus Haist.
Endometriose als komplexe Erkrankung braucht Versorgungssicherheit
Im Juni 2025 wurde die AWMF-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Endometriose“ um die neuesten Erkenntnisse aktualisiert. (2) Die Leitlinie soll dabei helfen, Frauen mit Verdacht auf oder bereits diagnostizierter Endometriose eine adäquate Diagnostik, Therapie, Versorgung und Aufklärung zu bieten.
Bereits 2023 haben die Arbeitsgemeinschaft Endometriose e.V. (AGEM) und die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie e.V. (AGE) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. ein Positionspapier zur Versorgung von Endometriose herausgegeben, das vom BVF unterstützt wird. (1) Dort sind konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Versorgung genannt. Darunter auch die Forderung nach einem strukturierten Programm zur Früherkennung, um Endometriose wirksamer behandeln zu können. Notwendig sind insbesondere extrabudgetäre Abrechnungsmöglichkeiten für eine ausführliche Schmerzanamnese, die körperliche und sonografische Untersuchung, eine qualifizierte Beratung sowie die frühzeitige Einleitung einer individuellen Therapie.
Endometriose dauerhaft auf der Agenda halten
Im aktuellen Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung ein klares Signal gesetzt: Medizinische Vorsorge, Versorgung und Forschung sollen künftig stärker auf Geschlecht und Vielfalt eingehen. Dabei sollen auch Erkrankungen wie Endometriose gezielt berücksichtigt werden. (3)
„Die Aufnahme in den Koalitionsvertrag war ein wichtiger Schritt. Um die Lebenssituation der Betroffenen dauerhaft zu verbessern, brauchen wir jetzt eine nationale Strategie“, sagt Markus Haist. „Das Ziel muss es sein, Endometriose dauerhaft auf der gesundheitspolitischen Agenda zu verankern. Für die Versorgung in den Praxen muss auch die Vergütungsstruktur entsprechend angepasst werden. Sie wird der Komplexität der chronischen Erkrankung derzeit nicht gerecht.“
März ist Endometriose-Awareness-Monat
Der März ist der Awareness-Monat für Endometriose und Adenomyose (EndoMarch). Jedes Jahr gehen in diesem Monat in weltweit über 60 Ländern Endometriose-Betroffene auf die Straßen. Sie „marschieren“ für mehr Aufmerksamkeit, für bessere Versorgung und die Anerkennung ihrer Erkrankung. Der BVF unterstützt die weltweite Bewegung, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Versorgung Betroffener nachhaltig verbessert werden muss.
Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF), Agnes Tzortzis, Leiter(in) Verbandskommunikation, Arnulfstr. 58, 80335 München, Telefon: 089 244466-129
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