BVF zum Weltkrebstag 2026: Krebsfrüherkennung gehört zur Gesundheitsvorsorge
(München) - Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 ruft der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) Frauen dazu auf, die Angebote der gynäkologischen Krebsfrüherkennung regelmäßig wahrzunehmen.
Die organisierte Krebsfrüherkennung (oKFE) in Deutschland ist gesetzlich im SGB V verankert. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legt die inhaltlichen Qualitätsanforderungen in der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE-RL) und in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) fest. So ist geregelt, ab welchem Alter welche Untersuchungen empfohlen werden und in welchen Abständen sie stattfinden. Trotz dieser klaren Struktur und der damit verbundenen Kostenübernahme durch die Krankenkassen werden die bestehenden Programme zur Früherkennung bislang nicht von allen Frauen regelmäßig genutzt. Der Nutzen ist wissenschaftlich eindeutig belegt: Sie ermöglicht, Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen, Heilungschancen zu verbessern und schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden.
Teilnahme an der Krebsfrüherkennung: Viele Angebote bleiben ungenutzt
In Deutschland stehen Frauen verschiedene strukturierte Programme zur Früherkennung zur Verfügung. Im Rahmen der Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung können Frauen zwischen 20 und 34 Jahren jährlich den sogenannten Pap-Abstrich (zytologische Untersuchung) auf Zellveränderungen in Anspruch nehmen. Frauen ab 35 wird der Pap-Abstrich alle drei Jahre zusammen mit einer Untersuchung auf Humane Papillomviren angeboten (HPV-Test)(1).
Brustkrebs ist mit über 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Die aktualisierte S3-Leitlinie Mammakarzinom betont die hohe Bedeutung der Früherkennung. Zur Vorsorge gehört sowohl die jährliche Brustuntersuchung durch die Frauenärztin oder den Frauenarzt ab dem 30. Lebensjahr als auch das qualitätsgesicherte Mammographie-Screening für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren im zweijährigen Rhythmus (2). Das Mammographie-Screening-Programm ist das erste systematische Krebsfrüherkennungsprogramm nach europäischen Qualitätsstandards in Deutschland und das größte Screening-Programm in Europa. Frauen von 50 bis 75 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung zur Mammographie. Ziel des Screenings ist es, Tumore frühzeitig zu erkennen, wenn sie noch auf die Brust begrenzt sind und besonders gute Behandlungschancen bestehen. Randomisierte Studien zeigen eine Mortalitätsreduktion von etwa 20 Prozent, neuere Beobachtungsstudien lassen sogar eine Reduktion von bis zu 40 Prozent erwarten. Konkret: Von 1.000 heute gesunden 50-jährigen Frauen würden ohne Screening rund 24 an Brustkrebs versterben. Durch regelmäßige Teilnahme am Screening-Programm könnten mehrere dieser Todesfälle verhindert werden (3).
Die Zahlen zeigen allerdings, dass viele Angebote nicht ausreichend genutzt werden. Am Mammographie-Screening nimmt nur etwa jede zweite eingeladene Frau teil (3). Internationale Fachgremien empfehlen Teilnahmequoten von mindestens 70 Prozent, um eine optimale Wirkung auf Bevölkerungsebene zu erzielen (4). Auch beim Gebärmutterhalskrebs-Screening bestehen weiterhin relevante Versorgungslücken aufgrund unzureichender Teilnahmeraten (5).
Regelmäßiger Frauenarztbesuch bleibt unverzichtbar
Der regelmäßige, idealerweise jährliche Besuch bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt ist auch ohne Beschwerden wichtig. Er ermöglicht individuelle Beratung, Risikoabschätzung, Prävention und das frühzeitige Erkennen gesundheitlicher Veränderungen. Dazu gehört auch die Früherkennung und Behandlung sexuell übertragbarer Infektionen wie Chlamydien, die häufig symptomlos verlaufen, unbehandelt jedoch chronische Entzündungen verursachen und das Risiko für eine persistierende HPV-Infektion und damit für Gebärmutterhalskrebs erhöhen können. Frauen haben bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf ein Chlamydien-Screening im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt begleitet Patientinnen häufig ein Leben lang, erhebt gezielt individuelle Risikofaktoren zum Beispiel für Brustkrebs, wie familiäre Vorbelastung oder auffällige Befunde, und prüft diese als mögliche Kontraindikation für hormonelle Verhütungsmethoden. Gynäkologische Vorsorge geht damit weit über einzelne Screening-Untersuchungen hinaus.
Jetzt vorsorgen: Gesundheit schützen durch Früherkennung und Prävention
Dank medizinischer Fortschritte sinkt die Sterblichkeitsrate bei vielen Krebsarten kontinuierlich. Damit diese Entwicklung anhält, müssen Prävention und Früherkennung weiter gestärkt werden.
Um alle Frauen zu erreichen, müssen die organisierten Krebsfrüherkennungsprogramme weiterentwickelt und strukturell gestärkt werden. Krebsprävention und -früherkennung sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben“
Quellen und weiterführende Informationen:
(1) Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Richtlinie zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
(2) G-BA, Mammographie-Screening-Richtlinie
(3) S3-Leitlinie Mammakarzinom
(4) WHO, Empfehlungen zur Brustkrebs-Früherkennung 2025
(5) OECD Health Profile Germany 2025
Quelle und Kontaktadresse:
Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF), Arnulfstr. 58, 80335 München, Telefon: 089 244466-129
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