BVR-Studie zum Weltspartag: Ersparnisse der Bundesbürger um 3 Prozent gestiegen
(Berlin) - Sparen liegt weiter im Trend: Im vergangenen Jahr haben die Bundesbürger ihre Ersparnis um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet und insgesamt 159 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt.
Die Sparquote erhöhte sich leicht von 10,5 auf 10,7 Prozent. Dies ergibt eine Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) anlässlich des Weltspartages am 30. Oktober 2006. Insgesamt verfügten die privaten Haushalte im vergangenen Jahr über eigene Anlagemittel in Höhe von 174 Milliarden Euro. Hierzu zählen neben dem Ersparten die vom Staat empfangenen Vermögensübertragungen, wie beispielsweise im Rahmen der Eigenheimzulage, die im vergangenen Jahr ein Volumen von 15 Milliarden Euro umfassten.
Erstmals seit der Wiedervereinigung verzichteten die privaten Haushalte darauf, fremde Mittel aufzunehmen und nutzten ihre Rücklagen sogar im Volumen von 2 Milliarden Euro zur Tilgung von Krediten. Die übrigen Mittel flossen zu 37 Milliarden Euro in den Bau von Wohnimmobilien und andere Sachinvestitionen und zu 135 Milliarden Euro in die Geldvermögensbildung.
Anlagen bei Versicherungen bleiben die Nummer Eins
Die Anlagen der Bundesbürger bei Versicherungen fielen im Jahr 2005 mit 52 Milliarden Euro noch etwas höher aus als im guten Versicherungsjahr 2004. Von jedem angelegten Euro flossen 38 Cent in Versicherungsanlagen. Damit nahmen die Versicherungen wie bereits 2004 den ersten Platz unter den Anlagekategorien ein. Das dynamische Geschäft bei den Versicherungen erklärt sich zum einen aus dem kräftig steigenden Interesse der Bundesbürger an Riesterprodukten, die schwerpunktmäßig in Form von Versicherungsverträgen abgeschlossen werden, zum anderen kommt der ausgesprochen hohe Absatz von Lebensversicherungen aus dem Jahr 2004 zum Tragen, die sich in der Geldvermögensbildung größtenteils erst im Jahr 2005 ausgewirkt haben.
Neues Vertrauen in Investmentfonds
Die Anlagen der Bundesbürger in Wertpapieren wurden im Jahr 2005 um 30 Milliarden Euro erhöht. Von jedem gesparten Euro wanderte damit mehr als ein Fünftel (22 Prozent) in Wertpapieranlagen. Größter Gewinner waren die Investmentfonds. Nachdem im Jahr 2004 erstmals seit der Wiedervereinigung per Saldo Fondsanteile verkauft worden waren, wurden im vergangenen Jahr mit 19 Milliarden Euro wieder in größerem Umfang Mittel bei Kapitalanlagegesellschaften neu angelegt. Vor allem die kräftig steigenden Aktienkurse und die Aufhellung der Konjunkturperspektiven haben zum neu gefassten Vertrauen in Investmentfonds beigetragen.
Sichteinlagen bleiben gefragt
Die Nachfrage nach Bankprodukten verlief im Jahr 2005 lebhaft. Von jedem neu angelegten Euro floss etwa ein Drittel (33 Prozent) auf Bankguthaben, insgesamt wurden 44 Milliarden Euro bei Kreditinstituten angelegt. Angesichts der immer noch niedrigen Kapitalmarktzinsen waren insbesondere Sichtguthaben für die privaten Haushalte besonders attraktiv. Der Bestand an täglich fälligen Einlagen stieg um 50 Milliarden Euro, Termingelder, Spareinlagen und Sparbriefe wurden dem gegenüber per Saldo zurückgeführt.
Deutsches Geldvermögen nur im Mittelfeld der europäischen Staaten
Beim Sparen liegen die Deutschen europaweit nur im Mittelfeld. Im Durchschnitt verfügte jeder Bundesbürger nach den jüngsten verfügbaren Daten für das Währungsgebiet aus dem Jahr 2004 über ein Nettogeldvermögen von 30.400 Euro. Als Nettogeldvermögen wird der Wert der Finanzanlagen abzüglich der Verbindlichkeiten bezeichnet. Forderungen in Höhe von 49.400 Euro standen Verbindlichkeiten in Höhe von 19.000 Euro gegenüber. Mit 57.000 Euro pro Kopf haben die Belgier das höchste Nettogeldvermögen in Europa, gefolgt von den Niederländern, Briten und Italienern. Nach den Griechen und Portugiesen sind die Finnen mit einem Nettogeldvermögen von 14.200 Euro pro Kopf Schlusslicht im Währungsraum.
Quelle und Kontaktadresse:
BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Hauptgeschäftsstelle
Melanie Schmergal, Pressesprecherin
Schellingstr. 4, 10785 Berlin
Telefon: (030) 20210, Telefax: (030) 20211900
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