Pressemitteilung | Deutscher Haus√§rztinnen- und Haus√§rzteverband e.V. - B√ľro Berlin

Chaos Telematikinfrastruktur: Hausärztinnen- und Hausärzteverband fordert Anpassung der TI-Pauschale

(Berlin) - Vor dem Hintergrund der anhaltenden St√∂rungen bei Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) fordert der Haus√§rztinnen- und Haus√§rzteverband den Gesetzgeber auf, die TI-Pauschale anpassen zu lassen und dabei die durch die Ausf√§lle verursachten finanziellen Sch√§den einzupreisen. Prof. Dr. Nicola Buhlinger-G√∂pfarth, Co-Bundesvorsitzende des Haus√§rztinnen- und Haus√§rzteverbandes, erkl√§rte: "Viele Hausarztpraxen verbringen inzwischen jede Woche unz√§hlige Stunden damit, das TI-Chaos zu verwalten. Diese Zeit fehlt nicht nur bei der Patientenversorgung, hier werden auch ganz konkrete Kosten verursacht - beispielsweise, weil Haus√§rztinnen und Haus√§rzte regelm√§√üig gezwungen sind, externe IT-Dienstleister auf eigene Rechnung hinzuzuziehen. Wenn es der Gesetzgeber schon nicht schafft, ein stabiles System auf die Beine zu stellen, dann muss zumindest verhindert werden, dass die √Ąrztinnen und √Ąrzte unverschuldet auf den Kosten sitzenbleiben."

Die TI-Pauschale sollte laut Aussage des Bundesgesundheitsministeriums urspr√ľnglich sicherstellen, dass einer Arztpraxis im Regelfall alle Kosten des Anschlusses und des Betriebes der Telematikinfrastruktur erstattet werden. "Vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Wochen und Monate ist es offensichtlich, dass die TI-Pauschale nicht leistet, was sie sollte. Die Folge: Die Kosten bleiben an den Praxen h√§ngen", so Buhlinger-G√∂pfarth. "Der Gesetzgeber muss seine eigenen Ank√ľndigungen ernst nehmen und die Partner der Selbstverwaltung beauftragen, hier nachzusteuern."

In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu großflächigen Störungen bei der Telematikinfrastruktur. Betroffen waren unter anderem das Ausstellen und Einlösen des E-Rezeptes. Eine Ursache davon war nach Angaben der zuständigen gematik etwa eine Störung bei einem von der gematik zertifizierten Anbieter. Zusätzlich dazu meldet das gematik-Fachportal wiederholt Störungen, die die Funktionalität unterschiedlicher Anwendungen betreffen. Dr. Markus Beier, Co-Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes: "In sehr vielen Praxen vergeht quasi kein Tag, an dem nicht irgendeine Komponente streikt. Jeden Morgen hoffen und bangen unsere Praxisteams, dass sie halbwegs unbeschadet durch den Tag kommen. Man muss es klar sagen: Die dringend notwendige Digitalisierung des Gesundheitswesens droht von den Verantwortlichen gerade mit Volldampf gegen die Wand gefahren zu werden."

"Die Hausarztpraxen waren und sind Unterst√ľtzer einer funktionierenden Digitalisierung. Das derzeitige Chaos l√§sst aber auch den gr√∂√üten Bef√ľrworter ratlos zur√ľck. Besonders frustrierend ist f√ľr die Praxen, dass es keinen Gesamtverantwortlichen gibt. Jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen. Den Letzten bei√üen dann die Hunde, und das sind dann leider wir Haus√§rztinnen und Haus√§rzte und unsere Teams. Im Gegensatz zu gematik und Co k√∂nnen wir die Verantwortung n√§mlich nicht einfach weiterreichen, sondern m√ľssen direkt mit den Konsequenzen umgehen, und das im laufenden Praxisbetrieb," so Beier weiter.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Haus√§rztinnen- und Haus√§rzteverband e.V. - B√ľro Berlin Pressestelle Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin Telefon: (030) 88714373-35, Fax: (030) 88714373-40

(jg)

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