Chinesische Ausfuhrbeschränkungen bei Seltenen Erden - Rund 30 Prozent der M+E Unternehmen betroffen
(München) – Eine aktuelle Umfrage unter den Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie hat ergeben, dass gut 30 Prozent der Unternehmen direkt oder indirekt von den derzeitigen chinesischen Exportbeschränkungen betroffen sind. Damit hat sich der Anteil der betroffenen Firmen gegenüber der Erhebung im Sommer leicht erhöht. „Die Betriebe berichten insbesondere von verzögerten oder geringeren Lieferungen Seltener Erden – mit unmittelbaren negativen Auswirkungen. So berichten uns über 60 Prozent der von den Exportbeschränkungen betroffenen Betriebe von steigenden Einkaufspreisen. In über 50 Prozent der Betriebe verzögert sich aufgrund der Lieferschwierigkeiten die Produktion und in jedem achten Betrieb kam oder kommt es sogar zu Produktionsstopps. Darüber hinaus haben gut 15 Prozent der Unternehmen Entwicklungsprojekte gestoppt“, erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm und ergänzt: „Fakt ist: Die chinesischen Exportkontrollen stellen sowohl kurz- als auch mittelfristig eine ernsthafte Bedrohung für die bayerischen M+E Unternehmen dar.“
Um den Exportkontrollen aus China zu begegnen, ergreifen viele M+E Betriebe verschiedene Maßnahmen. „42 Prozent der Unternehmen diversifizieren bereits heute ihre Lieferketten und jedes fünfte Unternehmen arbeitet daran, die fehlenden Materialen zu substituieren. Gleichzeitig stehen die Unternehmen bei der Erschließung neuer Beschaffungsmärkte vor großen Herausforderungen. So ist es schwierig, überhaupt einen alternativen Lieferanten zu finden. Außerdem belasten die weiterhin bestehenden Handelshemmnisse“, führt Brossardt weiter aus.
bayme vbm fordern daher die Politik auf, der Wirtschaft bei der Diversifizierung ihrer Lieferketten für Seltene Erden den Rücken zu stärken. „Vor allem brauchen wir dazu neue Rohstoff- und Handelspartnerschaften. Nach der Verschiebung muss das MERCOSUR-Abkommen nun unbedingt im Januar unterzeichnet werden. Zudem müssen wir auch beim Recycling deutlich besser werden – derzeit werden lediglich ein Prozent der eingesetzten Seltenen Erden zur Wiederverwertung aufbereitet. Der Aktionsplan ‚RESourceEU‘ geht hier in die richtige Richtung. Er sieht Ausfuhrbeschränkungen für Schrott und Abfälle von Permanentmagneten vor. Diese sollen in Europa bleiben und wiederverarbeitet werden. Zudem setzen wir auf weitere intensive Verhandlungen mit China, um die bestehenden Exportbeschränkungen für Seltene Erden schnellstmöglich zu lockern,“ erklärt Brossardt abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Max-Joseph-Str. 5, 80333 München, Telefon: 089 55178-100
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