CO₂-Ausstoß Verkehr: Ziele und Realität klaffen immer weiter auseinander
(Berlin) - Trotz verhaltener Wirtschaftsentwicklung hat der Verkehrssektor in Deutschland auch im vergangenen Jahr die Höchstwerte für den CO₂-Ausstoß deutlich überschritten und sogar mehr Treibhausgase ausgestoßen als im Vorjahr. Das zeigen am Samstag veröffentlichte Zahlen des Umweltbundesamts.
Die Schere zwischen den gesetzlich zulässigen Werten und den tatsächlich ausgestoßenen Treibhausgasen geht damit immer weiter auseinander. Die Allianz pro Schiene spricht von einer alarmierenden Entwicklung und fordert von der Bundesregierung, nun schnell ambitionierte Maßnahmen zur Stärkung klimaschonender Mobilität in das angekündigte Klimaschutzprogramm aufzunehmen.
„Seit Jahren beobachten wir, dass die Klimaziele im Verkehrssektor und die Realität wie zwei Kontinentalplatten immer weiter auseinanderdriften. Wenn die Bundesregierung dieser Entwicklung nicht endlich entschlossen entgegentritt, droht uns klimapolitisch ein Erdbeben“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege.
Verkehrssektor bleibt Sorgenkind
Im vergangenen Jahr hat der Verkehrssektor in Deutschland 146,3 Mio. t CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Das bedeutet, es wurden vom Verkehr 29 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase in die Luft abgegeben als gesetzlich zulässig. Dirk Flege: „Der Verkehrssektor bleibt damit weiterhin das Sorgenkind beim CO₂-Ausstoß. Deshalb muss das angekündigte Klimaschutzprogramm der Bundesregierung hier entschlossen gegensteuern und die Alternativen zur fossilen Mobilität gezielt stärken.“
Schlüssel für mehr Klimaschutz im Verkehr und für mehr Energieeffizienz sei, der Schiene und dem öffentlichen Verkehr die nötige Priorität einzuräumen. Dabei gehe es sowohl um bessere Rahmenbedingungen als auch um zielgerichtete Investitionen in mehr Kapazität. Dirk Flege: „Priorität für die Schiene bedeutet, dass die Bundesregierung einen verlässlichen Fahrplan für den Kapazitätsausbau vorlegt mit einer verbindlichen, überjährigen Finanzierung. Dazu gehört auch, die angekündigte Trassenpreisreform endlich umzusetzen, um die Nutzer der Schiene zu entlasten und gerade auch mehr Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern und ihn nicht auf die Straße zurückzudrängen“, sagte Dirk Flege. „Außerdem sollte die aktuelle Gesetzesnovelle zur Weiterentwicklung der THG-Quote genutzt werden, um Strom zur Verwendung in Schienenfahrzeugen als sogenannte Erfüllungsoption aufzunehmen. So würde der elektrische Schienenverkehr im Wettbewerb gestärkt – und dies wäre nicht einmal haushaltsrelevant.“
Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene mahnte an, dringend benötigte Investitionen in den Klimaschutz nicht aufzuschieben: „Allen muss klar sein, dass die Zielverfehlungen im Verkehrssektor für die gesamte Gesellschaft immer teurer werden. Wer heute an Zukunftsinvestitionen spart, zahlt morgen richtig drauf. Die Bundesregierung muss jetzt zeigen, dass sie es ernst meint mit dem Klimaschutz.“
Quelle und Kontaktadresse:
Allianz pro Schiene e.V., Reinhardtstr. 31, 10117 Berlin, Telefon: 030 2462599-0
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